Montag, 06. Februar 2023

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Programm: Vor- und RückschauSamstag, 05.11.2022

  • 00:05 Uhr
    00:05 Uhr   Fazit

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

    01:05 Uhr   Jazz Live

    Wild, laut, kathartisch
    Placebo Domingo & Gäste
    Philip Zoubek, Keyboards, Moog-Synthesizer
    David Helm, Gitarre, Stimme
    Dominik Mahnig, Schlagzeug
    Ava Mendoza, Gitarre, Stimme
    Jozef Dumoulin, E-Piano
    Aufnahme vom 13.8.2022 bei der Cologne Jazzweek im Stadtgarten Köln
    Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer

    02:07 Uhr   JazzFacts

    Neues von der Improvisierten Musik
    Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt

    03:05 Uhr   Rock et cetera

    Familien-Business und großes Gefühl
    Die Tedeschi Trucks Band
    Von Tim Schauen

    04:05 Uhr   On Stage

    Meister der Ironie
    Rambo Amadeus & Five Winnetous aus Montenegro
    Aufnahme vom 9.7.2022 beim Rudolstadt Festival
    Am Mikrofon: Babette Michel

    05:05 Uhr   Spielraum

    Bluestime - Neues aus Americana, Blues und Roots
    Am Mikrofon: Tim Schauen

    05:40 Uhr   Spielraum

    Bluestime - Neues aus Americana, Blues und Roots
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 06:05 Uhr

    Scholz in Peking: Deutscher Alleingang sorgt für europäische Verstimmung

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    08:50 Uhr   Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

    Am Mikrofon: Josephine Schulz

  • 09:05 Uhr

    Vor 75 Jahren: Der Architekt Fritz Schumacher gestorben

  • 09:10 Uhr

    Gekommen, um zu bleiben - Die Ramstein Air Base

    Am Mikrofon: Nana Brink

    Nahe Kaiserslautern ist die größte Militärgemeinde außerhalb der USA stationiert. Seit 70 Jahren lebt man hier neben der Ramstein Air Base mit dem Lärm der Flugzeuge. Die Base ist Wirtschaftsfaktor, wird aber als Ausdruck US-amerikanischer Alleingänge auch kritisiert.

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Alena Buyx

    Prof. Dr. Alena Buyx führt ein Leben on the road. Seit 2018 ist die gebürtige Osnabrückerin Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der Technischen Universität München. Im Mai 2020 wurde sie zur Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats gewählt. In Talkshows und Radiosendungen nimmt Alena Buyx entschieden Stellung, wenn es um Fragen und Meinungen rund um die Corona-Pandemie geht. Alena Buyx wuchs in einem musikalischen Haushalt in der Nähe von Münster auf. Sie musizierte und sang. Nach dem Abitur absolvierte sie innerhalb von acht Jahren ein Doppelstudium in Münster, York und London. 2005 promovierte sie in Medizin, erwarb die Vollapprobation als Ärztin und schloss das Magisterstudium in den Fächern Philosophie, Soziologie und Gesundheitswissenschaften ab. Bis heute versucht die vielbeschäftigte Alena Buyx zwischen Terminen, Fernsehauftritten und Vorlesungen Zeit für ihre Leidenschaft, die Musik, zu finden.

  • 11:05 Uhr

    Versöhnung von unten: Albaner und Serben im Kosovo
    Von Christoph Kersting

    Nachrichten aus dem Kosovo sind zumeist keine guten Nachrichten: Serbien erkennt die Unabhängigkeit des kleinen Nachbarn bis heute nicht an, es kommt immer wieder zu Spannungen. Und viele Menschen befürchten, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine auch schwelende Konflikte auf dem Westbalkan neu anheizen könnte. Jenseits der „großen Politik” allerdings gibt es zunehmend auch so etwas wie Normalität im Zusammenleben von Serben und Albanern in der kleinen Balkan-Republik. Inzwischen kehren Serbinnen und Serben sogar zurück in ihre Heimat, die sie nach dem Kosovo-Krieg verlassen hatten.

  • 12:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Musik

    Reaktionen auf Scholzens China-Reise

    Interview mit Boris Mijatovic, Bündnis90/Die Grünen, deutsch.-chinesische Parlamentariergruppe

    Schwierige Aufarbeitung von Kriegsverbrechen in der Ukraine

    Race to the midterms - Wie sieht es aus im Rennen um den US-Kongress?

    Führungswechsel auf Kongress der rechtsnationalen Partei Rassemblement National

    Entlassungswelle bei Twitter: "Heute ist Dein letzter Tag"

    Der Gastgeber - Ägypten, der Klimaschutz, die Menschenrechte

    Sport

    Am Mikrofon: Stefan Heinlein

  • 13:10 Uhr

    Fragiles Getreideabkommen: Weiterhin ein Hebel für Russland

    Von Kyoto bis Ägypten: 25 Jahre Klimaverhandlungen mit unzureichendem Erfolg

    Scholz in Peking: Deutscher Alleingang sorgt für europäische Verstimmung

    Am Mikrofon: Christoph Schäfer

  • 13:30 Uhr

    Midterms I - Wie Inflation und Benzinpreis den Wahlkampf in Pennsylvania prägen

    Midterms II - Native Americans gewinnen an Relevanz als Wählergruppe

    Reformen oder Revolution? - Zur Entwicklung der Massenproteste im Iran

    Vergeben, nicht vergessen - Zusammenleben nach dem Völkermord in Ruanda

    Am Mikrofon: Andreas Noll

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin

    Debatte um Sprachkompetenz - Brauchen wir die Kita-Pflicht? 
    In „Campus & Karriere" gehen wir diesen Fragen nach: Welche Rolle spielen Kitas beim Spracherwerb? Kann die Kita-Pflicht die Bildungsmisere stoppen? Können Kitas das derzeit angesichts des Fachkräftemangels überhaupt leisten? Und welche alternative Ideen gibt es?

    Gesprächsgäste:
    Karin Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und KMK-Präsidentin
    Ellen Hausdörfer, Sprecherin für Jugend der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus
    Gabriele Höner, Landesverband Sozialpädagogische Fachkräfte Berlin
    Am Mikrofon: Manfred Götzke

    Hörertel: 00800 4464 4464
    campus@deutschlandfunk.de

    Mit wenig Deutschkenntnissen ins Schulleben starten? Das kann zu ungleichen Entwicklungschancen führen und den weiteren Bildungsweg belasten, auch dauerhaft. Kann ein verpflichtendes Kita-Jahr Abhilfe schaffen?
    Entsprechende Forderungen kommen aus der CDU. Etwa von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz Karin Prien: verbindliche Sprachstand-Tests soll es für Kinder ab einem Alter von drei Jahren geben. Für Kinder, die bei diesen Tests schlecht abschneiden, sollte mindestens das letzte Kita-Jahr Pflicht sein, so die Forderung der CDU-Politikerin. Hintergrund sind die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends. Die Studie, bei der im Abstand von fünf Jahren die Kompetenzen bei Viertklässlern repräsentativ getestet werden, hat gezeigt, dass sehr viele Kinder Mindeststandards beim Rechnen, Lesen und Schreiben nicht erreichen. Die ernüchternden Ergebnisse haben die Politik aufgeschreckt und eine Debatte über Ursache und Gegenmaßnahmen entfacht.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin
     
    „Album, das schon 2020 erscheinen sollte“ - Der Wiener Rapper Yugo
    Yugo, der Wiener Wahlberliner mazedonisch-serbischer Abstammung, rappt auf seinem sinnig betitelten „Album, das schon 2020 erscheinen sollte“ über Stress und Scham als Junge mit Migrationshintergrund. Im Corsogespräch erzählt er, wie er das vor seinem Vater vertreten musste - und wieso sein Album bei allem Ernst trotzdem auch „Musik zum dumm gehen“ enthält

    10 von 10 - Was Taylor Swifts Top-Ten-Erfolg für die Musikbranche bedeutet
    Taylor Swift meldete sich im Oktober mit dem Album Midnights zurück und bricht nun alle Rekorde. 500.000 verkaufte Alben und 180 Millionen Streams allein am Erscheinungstag In den US-Charts belegt sie alle vorderen zehn Plätze. Wie geht das? Und hat das Folgen?  
     
    Wie ein klebriges Sekret am Baum-Okay Kaya zum neuen Album SAP
    Schauspielerin, Model, Musikerin und nun auch Produzentin. Okay Kaya - wie sich die US-Norwegerin nennt - hat einen eigenwilligen Stil und enormen Output. Auch auf ihrem neuen Album „SAP", das sie komplett selbst geschrieben, eingespielt und produziert hat, hört man ihre mehrfach gedoppelte R'n'B-Stimme geisterhaft verhaucht. Im Corsogespräch erzählt Kaya Wilkin vom Musikmachen als Therapie

    Am Mikrofon: Bernd Lechler

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser

    DIE BESTEN 7
    Die Deutschlandfunk-Bestenliste im November mit dem Juror Franz Lettner

    Bette Westera und Sylvia Weve (Illustration): „Auseinander“
    Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
    (Susanna Rieder Verlag, München)

    Larysa Denysenko und Masha Foya (Illustration): „Alle meine Freunde“
    Aus dem Englischen von Mila Piredda
    (Rotfuchs Verlag, Hamburg)

    Romana Romanyschyn und Andrij Lessiw (Illustration): „Als der Krieg nach Rondo kam“
    Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe und Oksana Semenets
    (Gerstenberg Verlag, Hildesheim)

    Raffaela Schöbitz: „Mach dir die Welt. 30 Frauen erzählen“
    (Leykam Verlag, Graz)

    Sarah Jäger: „Schnabeltier Deluxe“
    (Rotfuchs Verlag, Hamburg)

    J.M.M. Nuanez: „Birdie und ich“
    Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
    (Dtv/Reihe Hanser, München)

    Timothée de Fombelle und Thomas Campi (Illustration): „Hinter dem Schnee. Eine Weihnachtsgeschichte“
    Aus dem Französischen von Tobias Scheffel und Sabine Grebing
    (Gerstenberg Verlag, Hildesheim)

    Am Mikrofon: Ute Wegmann

  • 16:30 Uhr

    Computer und Kommunikation

    Pappwand:
    Komplexe Sicherungssysteme für Unternehmensnetze sind fehleranfällig

    Kunsttour:
    Der openArtBrowser macht den Zugang zu Kunstwerken einfach

    Das Digitale Logbuch

    Info-Update

    Sternzeit 5. November 2022
    Der Asteroid Bamberga und seine Weltraumperlen


    Am Mikrofon: Manfred Kloiber

  • 17:05 Uhr

    Haben Sie eine Utopie?
    Die Autorin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal und Daniel Cohn-Bendit, Politiker und Publizist, im Gespräch
    Am Mikrofon: Christiane Florin

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Goslar bröckelt - der neue Bericht zu Welt-Kulturerbe in Gefahr

    "Land of dreams" - neue Filme iranischer Filmemacherinnen

    Heimlich in China? Zur Asien-Reise der Wiener Philharmoniker

    "Dark Matter" - Die Kunsthalle Bielefeld zeigt Thomas Ruff und James Welling

    Chagall - Welt in Aufruhr. Die Schirn zeigt Chagalls Schaffen der 1930er- und 40er-Jahre

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  
  • 18:40 Uhr

    Für Reform und Aufbruch: Studentenproteste in Thailand

  • 19:10 Uhr

    1. Fußball-Bundesliga, 13. Spieltag
    Hertha BSC - FC Bayern München
    Borussia Dortmund - VfL Bochum
    FC Augsburg - Eintracht Frankfurt
    1. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg
    TSG Hoffenheim - RB Leipzig
    Werder Bremen - FC Schalke 04

    2. Fußball-Bundesliga, 15. Spieltag
    1. FC Heidenheim - SC Paderborn
    Fortuna Düsseldorf - FC St. Pauli
    Karlsruher SC - Holstein Kiel

    Bundesliga der Frauen - Zusammenfassung der heutigen Spiele

    Sportverletzungen: DOSB und BMAS streiten um Versicherung

    WM in Katar: Der DFB diskutiert über seine Rolle
    WM-Serie: Fangesänge von Ultras - Anfeuerung als politische Statements

    Energiekrise im Sport - Sportministerkonferenz verspricht Vereinen Hilfe

    Skispringen - Weltcupauftakt im polnischen Wisla: Einzel Frauen + Männer
    Skispringen - Matten statt Schnee die Zukunft des Skispringens

    Turnen - Weltmeisterschaften in Liverpool: Gerätefinals Frauen / Männer

    Handball - EM der Frauen in Podgorica/Montenegro: Deutschland - Polen


    Am Mikrofon: Maximilian Rieger

  • 20:05 Uhr

    Hörspiel des Monats August 2022
    Die Polizey
    Von Björn SC Deigner
    Regie: Luise Voigt
    Mit: Matthias Bundschuh, Hansa Czypionka, Andreas Döhler, Rajko Geith, Patrick Güldenberg, Manuel Harder, Petra Hartung, Bettina Köster, Peter Jordan, Ole Lagerpusch, Wolfgang Michael, Tina Pfurr, Wolfgang Pregler, Franz Röbig, Meike Rötzer, Peter Schneider, Swetlana Schönfeld, Catherine Stoyan, Charlie Triebel, Lilith Stangenberg
    Komposition: Friederike Bernhardt
    Ton: Jean Szymczak
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2022
    Länge: 55‘46

    Begründung der Akademie der Darstellenden Künste:
    „Friedrich Schillers kurz vor seinem Tod um 1800 entstandenes, gleichnamiges Fragment bildet den Ausgangspunkt für Björn SC Deigners Text „Die Polizey“, den Luise Voigt als Hörspiel bearbeitet und inszeniert hat. Verse von Schiller werden umspielt mit Deigners eigenen Worten und erschaffen eine beschwörende poetische Beschreibung der Nacht im Paris des beginnenden 19. Jahrhunderts: „Paris ist ein Schlund, in dem die Menschheit verschmilzt, die Häuser so hoch, dass die Bewohner tagsüber Kerzen anzünden“. Aus jener Atmosphäre des Unheimlichen werden uns die Anfänge der Institution Polizei vorgestellt, so wie sie sich in den Worten Deigners in ihrer heutigen Struktur darstellt:

    „[…] die Nacht ist der Polizei ihr eigentliches Zuhause
    wenn der Mensch sich der Freude hingibt
    auf dem Rummel oder auf Volksfesten
    beginnt ihr eigentliches Geschäft
    wo der eine seine Seele baumeln lässt
    nimmt der andere den Knüppel in die Hand
    und wer schläft verliert den Vorsprung
    den er sich bei Tage erworben hat […]“

    Daraufhin lernen wir den Dieb und Mörder Vidocq kennen, dessen kriminelle Karriere kaum etwas ausließ und der schließlich zum Spitzel und Chef der ersten Art Kriminalpolizei in Paris, der Sûreté, ernannt wird. Deutlich werden hier die eigenen Verstrickungen der Polizei mit dem, was sie eigentlich bekämpft. So heißt es bei Schiller: „Die Polizey muss oft das Ueble zulaßen, ja begünstigen und zuweilen ausüben, um das Gute zu thun oder das größre Uebel zu entfernen“. In verschiedenen weiteren Szenen gelingt es sowohl Deigner in seinem Text als auch Luise Voigt in ihrer unaufdringlichen, wenig pathetischen Inszenierung, die verschiedenen Facetten der Institution Polizei über die letzten Jahrhunderte hinweg im Rekurs auf das Schiller’sche Fragment darzulegen und zu verschränken: die Polizei als Hüterin der Ordnung, als brutaler Apparat des Staates, als von Spitzeln durchdrungene Vereinigung, als eine von Rechtsradikalen in Teilen unterwanderte Institution, die ihre Verbindungen zum NSU leugnet. Eine Sequenz gegen Ende des Hörspiels sticht besonders hervor, in der die bis dato fiktionalisierte Realität selbst in brutaler Weise als O-Ton in Erscheinung tritt: Anruferinnen sind zu hören, die der Feuerwehr verzweifelt mitteilen, dass ein Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen (August 1992) brennt und die Polizei nichts dagegen zu tun scheint. Der überforderte Feuerwehrmann, wiegelt am Telefon ab mit den Worten, dass die Polizei (noch) nicht vor Ort ist, und dass die Kollegen und Kolleginnen selbst „nicht rankommen“. Luise Voigt hat auf Basis von Björn SC Deigners Text ein Hörspiel kreiert, das mit historischen und aktuellen Quellen ein kritisches Porträt der Polizeiarbeit zeichnet. Das Stück beeindruckt in seiner Sprachgewalt und aufgrund der radiophon sehr eindrücklichen Umsetzung. Besonders lobend hervorzuheben sind denn auch die Sprechregie und das Sprecherinnen-Ensemble. Wir zeichnen „Die Polizey“ daher als Hörspiel des Monats August aus.

    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das Hörspiel des Monats trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den zwölf Hörspielen des Monats das Hörspiel des Jahres.

  • 22:05 Uhr

    Forum neuer Musik 2022 „Con doble mirada"
    Postcolonial Recherche Fellows
    Von Leonie Reineke

    Wie zeitgenössisch ist die neue Musik heute, wenn sie sich weiter so eurozentrisch gibt? Und was alles wäre zu tun, um das zu verändern? In Kooperation mit dem Goethe-Institut hat das Freiburger Ensemble Recherche im Frühjahr zehn Komponistinnen und Komponisten aus Entwicklungs- und Schwellenländern zum künstlerischen Austausch eingeladen. Ein Jahr lang erarbeiten sie als virtuelle Lerngemeinschaft musikalische Skizzen, Performances und Diskurse - mit dem Ziel möglichst vielgestaltig geprägter Perspektiven. Musikalische Arbeiten einiger Teilnehmerinnen wie Macri Cáceres, Monthati Masebe und Adrian Mokanu fließen auch in einen Radioabend ein, mit dem das Ensemble Recherche am Forum neuer Musik des Deutschlandfunks teilnimmt. Autorin Leonie Reineke beleuchtet das Recherche-Projekt und gibt eine Einführung in die Themen und Fragestellungen des diesjährigen Forums, das dekoloniale Blicke auf Musik der Gegenwart einfordert.

  • 23:05 Uhr

    Alles nur Routinen!
    Geschichte(n) der Programmiersprachen in einer Langen Nacht
    Von Florian Felix Weyh
    Regie: Philippe Brühl
    (Wdh. v. 7./8.9.2019)

    Programmiersprachen sind jung, veralten aber rasch. Das Wissen über frühe Programmiersprachen stirbt aus, doch eigentlich braucht man dieses Wissen noch. Der Terminus Sprache ist irreführend:
    Niemand kann sich in Programmiersprachen unterhalten. Doch längst steuern sie unser Leben bis in private Details hinein. Höchste Zeit, sich auch als Laie einmal damit zu beschäftigen. Auf den ersten Blick abschreckend technisch und mathematisch, steckt das Feld voller erzählenswerter Geschichten, nicht zuletzt, weil es von exzentrischen Persönlichkeiten geprägt wurde. Darunter an maßgeblicher Stelle Frauen wie Grace Hopper, die als erste überhaupt einen Zugang zum Maschinencode von 0 und 1 über Wortbefehle entwickelte. „Amazing Grace“ (so ihr Spitzname) hat dem Computer das Sprechen beigebracht. Von lochkartengesteuerten Webstühlen im 19. Jahrhundert bis zum Spaghetticode des mit dem ersten Homecomputer C64 populär gewordenen „Basic“, vom russischen Ternärcomputer mit dreiwertiger Logik bis zur Utopie des schönen Codes reicht das Spektrum dieser „Langen Nacht“. Der lötende Literaturwissenschaftler Friedrich Kittler belegt, dass die Informationstechnologie schon früh die Kulturwissenschaften faszinierte. Am Ende weiß man vom Plankalkül des Konrad Zuse über die Kinder-Programmiersprache „Logo“ bis hin zur fast unsterblichen Universalsprache „C++“: Das sind alles nur nachvollziehbare Routinen! Wer Angst davor hat, entmündigt sich selbst.