Freitag, 03. Februar 2023

  • Mo
    Di
    Mi
    Do
    Fr
    Sa
    So

Programm: Vor- und RückschauSonntag, 04.12.2022

  • 00:05 Uhr

    Meine Sprache versteht die ganze Welt
    Eine Lange Nacht über Joseph Haydn
    Von Nikolaus Scholz
    Regie: der Autor
    (Wdh. v. 25./26.05.2019)

    Joseph Haydn (1732-1809), vor 290 Jahren geboren, Begründer der klassischen Symphonie und Komponist der österreichischen Kaiserhymne und späteren deutschen Nationalhymne, lebte in einer schillernden, revolutionären Ära, und läutete zusammen mit Mozart und Beethoven eine neue musikalische Epoche ein, die der „Wiener Klassik“. Er ist 24 Jahre vor Mozart geboren und hat den genialen Zeitgenossen fast um 18 Jahre überlebt. Seine 77 Lebensjahre waren erfüllt von schöpferischer Vitalität und der Lust am musikalischen Experiment, worüber sich Joseph Haydn drei Jahre vor seinem Tod selbst äußerte: “Gewöhnlich verfolgen mich musikalische Ideen bis zur Marter; ich kann sie nicht loswerden, sie stehen wie Mauern formiert. Ist es ein Allegro, das mich verfolgt, dann schlägt mein Puls stärker, ich kann keinen Schlaf finden. Ist es ein Adagio, dann bemerke ich, dass der Puls langsamer schlägt. Die Fantasie spielt mich, als wäre ich ein Klavier.“ Die Lange Nacht über Joseph Haydn präsentiert nicht nur das musikalische Œuvre das im Dienste der ungarischen Fürsten Esterházy entstand, sondern wirft ein breites Schlaglicht auf die Musikwelt im Wien des 18. Jahrhunderts von Karl VI. und Maria Theresia, auf die Wiener Freimaurerszene und die Ausbildung und Leidensgeschichte der Kastraten zu jener Zeit. Die Sendung widmet sich auch Haydns abenteuerlichen Reisen mit Kutsche und Schiff quer durch Europa. Damit nicht genug, erzählt uns eine groteske Coda vom Tod des Komponisten, der mit der Eroberung Wiens durch napoleonische Truppen zusammenfällt. Der Autor dieser Langen Nacht von 2019, Nikolaus Scholz, dem wir viele wunderbare Sendungen verdanken, ist Anfang des Jahres, viel zu früh verstorben. Wir denken an ihn.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    „Swinge, schöner Götterfunken!" Jazzpianist Uri Caine und seine Beethoven-Adaptionen

    Improvisations on Beethoven's Diabelli Variations

    Uri Caine, Klavier
    Bartosz Woroch, Violine
    Viktor Stenhjem, Violine
    Matthew Jones, Viola
    Matthijs Broersma, Violoncello

    Aufnahme vom 8.8.2021 aus dem Beethoven-Haus Bonn

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 g-Moll, op. 25 (MWV O 7)
    Capriccio brillant für Klavier und Orchester h-Moll, op. 22 (MWV O 8)

    Lars Vogt, Klavier und Leitung
    Orchestre de Chambre de Paris

  • 06:05 Uhr

    Ethikrat: Kinder und Jugendliche nicht nur in Krisenzeiten im Blick behalten

  • 06:10 Uhr

    Heinrich Schütz
    "Magnificat anima mea". Geistliches Konzert für Vokalensemble und Instrumentalensemble, SWV 468
    La Chapelle Rhénane
    Leitung: Benoit Haller

    Gottfried August Homilius
    "Siehe, der Herr kömmt mit viel tausend Heiligen". Advents-Kantate für Soli, Chor, Orchester und Basso continuo, HoWV II.3
    Hanna Herfurtner, Sopran
    Franziska Gottwald, Alt
    Georg Poplutz, Tenor
    Mauro Borgioni, Bass
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

    Johann Sebastian Bach
    "Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe". Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 167
    Joanne Lunn, Sopran
    Wilke te Brummelstroete, Alt
    Paul Agnew, Tenor
    Dietrich Henschel, Bass
    Monteverdi Choir
    The English Baroque Soloists
    Leitung: John Eliot Gardiner

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Theaterfestival in Aserbaidschan - Wie frei und zeitgenössisch ist es?

    Proteste in China - Ein Interview mit der Sinologin Genia Kostka

    Historische Kippmomente - Ein Interview mit dem deutsch-israelischen Historiker Dan Diner

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Neue Ziele in der Migrationspolitik? Ein Interview mit dem Migrationsforscher Jochen Oltmer

    Denk ich an Deutschland: der Musiker und Schriftsteller Heinz Rudolf Kunze

    Am Mikrofon: Kolja Unger

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Der Abenteurer Gottes: Der Hl. Franz-Xaver und die Revolution der Mission
    Von Gunnar Lammert-Türk
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 150 Jahren: Die „Mary Celeste" wird als Geisterschiff auf dem Atlantik gesichtet

  • 09:10 Uhr

    Sinfonische Musik

  • 09:30 Uhr

    Corona und Literatur
    Pandemie
    Ein Essay von Salman Rushdie

    Das Attentat auf Salman Rushdie während einer Vorlesung im August 2022 in New York hat der Schriftsteller knapp überlebt. Aus Solidarität mit dem berühmten Autor lesen wir im Deutschlandfunk zwei Essays aus seinem Sammelband „Sprachen der Wahrheit“.
    Weltweit bekannt wurde Salman Rushdie 1988 durch „Die satanischen Verse“. Irans religiöser Revolutionsführer Ajatollah Chomeini sprach daraufhin 1989 eine Fatwa gegen Rushdie aus. Dieser Mordaufruf samt Kopfgeld wurde nie zurückgenommen.
    Zum Essay „Pandemie“:
    Eine Strafe Gottes? Die Rache der Natur an der Menschheit? Oder gar eine Erschütterung, die zu einer gerechteren Welt führt? Für Salman Rushdie sind das zweifelhafte Interpretationen der Corona-Pandemie. Selbst an Covid-19 erkrankt, sieht er mit Erschrecken, wie Freunde sterben, Sündenböcke gesucht und Wissenschaftler denunziert werden. Der gesellschaftliche Schaden der Pandemie werde uns noch lange begleiten, befürchtet der Autor. Die amerikanische Essayistin Susan Sontag warnte einst davor, Krankheit als verschwurbelte Metapher zu deuten. Ähnlich sei es mit der Corona-Pandemie, denkt Salman Rushdie. Alarmistische, irrationale oder utopische Deutungen lehnt er ab.
    Den zweiten Essay von Salman Rushdie mit dem Titel „Freiheitsinstinkt“ können Sie am 11.12.2022 im Deutschlandfunk hören.
    Salman Rushdie, geboren 1947 in Bombay (heute Mumbai), ist ein indisch-britischer Schriftsteller von Weltrang. Seine zahlreichen Romane sind preisgekrönt und in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Weltweit bekannt wurde er durch „Die satanischen Verse“ (1988). In seinen Erzählungen spielen Elemente aus der Märchenwelt eine große Rolle. Rushdie schreibt in englischer Sprache.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Lutherkirche in Wiesbaden
    Predigt: Pfarrerin Ursula Kuhn
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Thorsten Frei, CDU, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unions-Fraktion

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Mit sieben Siegeln
    Der Bierbrauer am Berg Athos

    Leben auf dem Wasser
    Ein Wohn- und Kulturprojekt in Amsterdam

    Frankensteins Geburtsort
    Villa Diodati vor den Toren Genfs

    Mit Dampf ins Gebirge
    Die Zittauer Schmalspurbahn

    Maltas weißes Gold
    Die Salzpfannen von Zongor Point

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Barockmusiker Ton Koopman im Gespräch mit Maja Ellmenreich

    Der Niederländer Ton Koopman macht keine halben Sachen: Mit seinen Ensembles hat er sämtliche Bach-Kantaten eingespielt. Bach sei eben nie langweilig, sagt der Dirigent, Cembalist, Organist und Pionier der historisch informierten Aufführungspraxis.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Franziska Thun-Hohenstein: „Das Leben schreiben. Warlam Schalamow. Biographie und Poetik“
    (Matthes & Seitz Berlin, Berlin)

    Warlam Schalamow: „Ich kann keine Briefe schreiben... Korrespondenz 1952-1978“
    Aus dem Russischen von Gabriele Leupold
    Herausgegeben von Franziska Thun-Hohenstein
    (Matthes & Seitz Berlin, Berlin)

    Ein Beitrag von Jörg Plath

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Mehr Vielfalt, global
    Wie Artenschutz gerechter werden kann
    Von Alexandra Hostert

    Von Nashörnern bis zu Insekten, von Baumriesen bis zu seltenen Orchideen - unzählige Arten sind bedroht oder bereits ausgestorben. Internationale Abkommen sollen die Natur schützen und den Verlust der Artenvielfalt stoppen. Die Biodiversitätskonvention versucht das seit 30 Jahren. Die Theorie: Menschen aus Nord und Süd suchen gemeinsam nach Lösungen und profitieren gleichermaßen vom Erhalt der Artenvielfalt. Doch es hakt in der Zusammenarbeit und bei der Umsetzung. Gestritten wird um Schutzgebiete und Geld. Ideen von Forschenden aus dem globalen Süden oder Indigenen haben es immer noch schwer, Gehör zu finden. Wie kann der Wandel zu einem gerechteren und effektiveren Naturschutz endlich gelingen?

  • 17:05 Uhr

    Wie kommt der Buchhandel aus der Krise? Suhrkamp-Verleger Jonathan Landgrebe im Gespräch mit Gisa Funck

  • 17:30 Uhr

    "Nachtland" - Bitterböse Komödie von Marius von Mayenburg an der Berliner Schaubühne

    "Der Wij" - Kirill Serebrennikov inszeniert nach Nikolaj Gogol am Thalia Theater

    "Berliner Begegnung - Gedanken zur Zeit" in der Berliner AdK

    Ausrede Kunstfreiheit? Eine Berliner Tagung zur documenta 15

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:40 Uhr

    Parteienverbote: Neuer Anlauf in Sachen NPD vor zehn Jahren

  • 19:10 Uhr
  • 20:05 Uhr

    Austern und Aura
    Einige Zutaten zu einer Philosophie des Fressens
    Von Andreas Ammer
    Regie: der Autor
    Produktion: BR 2020

    Wer isst was? Die Frage ist identitätsstiftend und vorurteilsbehaftet: Juden und Muslime essen kein Schwein, Hindus keine Kühe, Europäer keinesfalls Hunde, und andere Menschen werden nur in den allerseltensten Ausnahmesituationen gegessen …
    Essen dient auch als Statussymbol. Es schafft Differenzierungen zwischen den Schichten. Auf der einen Seite essen mehr Arme Junk Food wie Hamburger oder Pizza. Auf der anderen Seite ist eine immer speziellere Küche entstanden, die mit molekularen Chemiesets oder lokalen Algen und Ameisen kocht - und Köchen, die gerne einmal Gott spielen und einfach mal eine Auster aus anderen Zutaten „nachbauen“. Selbst in der Trivialkultur hat sich Essen zum Leitmedium erhoben: Die Kochshow ist das verblüffendste Showkonzept des Jahrtausends. Sie bastelt an der Phantasmagorie des perfekten Essens. Es wird Zeit, das kreatürliche Phänomen der Nahrungsaufnahme auch theoretisch zu durchdringen. „Austern und Aura“ von Andreas Ammer liefert dazu erste, wohlschmeckende Zutaten.

  • 21:05 Uhr

    Einojuhani Rautavaara
    Missa a cappella

    Galina Grigorjeva
    Molitva

    Alfred Schnittke
    „Drei geistliche Gesänge" für gemischten Chor a cappella

    Arvo Pärt
    And I heard a voice...

    Henri Dutilleux
    „Trois strophes sur le nom de Sacher" für Violoncello solo

    Peteris Vasks
    The Fruit of Silence

    Jekabs Jancevskis
    When

    Nicolas Altstaedt, Violoncello
    RIAS Kammerchor Berlin
    Leitung: Krista Audere

    Aufzeichnung vom 26.11.2022 aus dem Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin

    Am Mikrofon: Haino Rindler

    Der RIAS Kammerchor setzt ein Zeichen: gegen Krieg und Zerstörung, gegen Leid und Unterdrückung. Unter Leitung der lettischen Chordirigentin Krista Audere erklingt Musik, die als Fürbitte für den Frieden zu verstehen ist, als Moment der Verbrüderung unter den friedliebenden Menschen. Kernstück des Programms ist die ergreifende Missa a cappella des Finnen Einojuhani Rautavaara. Seine Komposition schillert in Farben, die auch in den anderen Werken des Konzertes wiederkehren, zum Beispiel im Werk der Ukrainerin Galina Grigorjeva mit dem Titel „Molitva“. Das bedeutet in der Ukraine wie auch in Russland dasselbe: Gebet. Die Musik von Galina Grigorjeva, die heute in Estland lebt, sucht den Bezug zur orthodoxen Kirchenmusik und zu früheuropäischer Polyphonie. Ein stilles Friedensgebet aus Tönen entstand 2013 unter den Händen des Letten Peteris Vasks. Es basiert auf dem Spruch eines Visitenkärtchens, das Mutter Theresa ihren Gesprächspartnern zu überreichen pflegte. Dort stand: „The fruit of silence is prayer.”

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr