Samstag, 18. Mai 2024

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 11.12.2022

  • 00:05 Uhr

    Auf der Suche nach einer bewohnbaren Sprache in einem bewohnbaren Land
    Heinrich Böll in einer Langen Nacht
    Von Terry Albrecht
    Regie: Sabine Fringes
    (Wdh. v. 16./17.12.2017)

    Kein Schriftsteller lag so im Widerstreit mit der Bundesrepublik wie ihr erster Literaturnobelpreisträger, der am 21. Dezember 105 Jahre alt geworden wäre. Bis zu seinem letzten Roman „Frauen vor Flußlandschaft” rieb sich Heinrich Böll an seinem Land. Dessen restaurative Strukturen beschrieb er immer wieder in Romanen wie „Gruppenbild mit Dame” oder „Billard um halb zehn”. Böll hat in seiner Heimatstadt Köln seine literarische Prägung erfahren, seine ersten Schreibversuche gehen auf die „Straßenschule” zurück, gefolgt von einem langjährigen Soldatenleben, in dem er den Krieg hassen lernte. Als er darüber schrieb, wollte Ende der 40er-Jahre keiner etwas davon wissen. Viele seiner frühen Erzählungen sind erst kurz vor seinem Tod 1985 oder postum veröffentlicht worden, wie der Roman „Der Engel schwieg”. Nicht nur in diesem Roman hat der gläubige Katholik Böll die Institution Kirche angegriffen und ihre Verstrickung in das Naziregime angeprangert. Böll wurde zu dem literarischen Gewissen der Bundesrepublik. Dass sein öffentliches Engagement nicht von seinem literarischen zu trennen war, zeigt seine Auseinandersetzung mit dem Terrorismus der RAF in Reden, Essays und dem Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum”. Popularität erreichte Böll vor allem durch sein „Irisches Tagebuch” und seine gesellschaftskritischen Satiren wie „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen” oder „Nicht nur zur Weihnachtszeit”.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Klavier Festival Ruhr 2021

    Frédéric Chopin 
    Nocturne cis-Moll, op. 27/1
    Scherzo Nr. 4 E-Dur, op. 54

    Alexander Skrjabin 
    24 Préludes, op. 11
     
    Eva Gevorgyan, Klavier
     
    Aufnahme vom 8.9.2021 aus der Zeche Holland, Bochum

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Gabriel Iranyi

    Aufgrund meiner Verehrung für J.S.B.
    InnenZeit III

    Christiane Edinger, Violine
    Hartmut Leistritz, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Geplante Krankenhausreform: Das Problem ist noch nicht gelöst

  • 06:10 Uhr

    Giaches de Wert
    "Gaudete in Domino"
    Stile Antico

    Johann Groh
    "Das ist mir lieb, daß der Herr meine Stimme und mein Flehen höret". Motette zu 5 Stimmen
    Corona Coloniensis
    Musica Fiata Köln
    Leitung: Roland Wilson

    Giovanni Gabrieli
    Canzon II a 4, C 187
    Berlin Brass
    Leitung: Lucas Vis

    Johann Sebastian Bach
    "Ärgre dich, o Seele, nicht". Kantate für Soli, Chor und Orchester, BWV 186
    Miah Persson, Sopran
    Robin Blaze, Countertenor
    Makoto Sakurada, Tenor
    Peter Kooij, Bass
    Bach Collegium Japan
    Leitung: Masaaki Suzuki

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Nolde/Kritik/documenta - Ein Kunstprojekt von Mischa Kuball in Kassel

    "Wir müssen mehr über Geld reden". Ein Interview mit der Publizistin Mareice Kaiser

    Ziviler Ungehorsam und Generationengerechtigkeit. Ein Interview mit der Philosophin Kirsten Meyer

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Äthiopien und die Konfliktregion Afrika. Ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Gerrit Kurtz

    Denk ich an Deutschland: die Musikerin Katharina Franck

    Am Mikrofon: Änne Seidel

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Licht, Leben, Liebe - Die Stalingrad-Madonna
    Von Pfarrerin Barbara Manterfeld-Wormit
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 25 Jahren: Das Kyoto-Protokoll wird unterzeichnet

  • 09:30 Uhr

    Ideologie und Religion
    Freiheitsinstinkt
    Von Salman Rushdie

    Warum sind so viele Menschen weltweit gefangen in antiken Gottesideologien? Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie sucht in seiner Exilheimat USA nach Antworten und findet dadurch zu einem emphatischen Freiheitsbegriff.
    Meist stehen Freiheit und Religion in einem Gegensatz, konstatiert Salman Rushdie 2018 in einer Vorlesung an der Emory University. Rushdie zeichnet die Religion als geboren aus Furcht und Unwissen, als eine Institution, die angesichts von Demokratie und Freiheitswillen abgewirtschaftet hat. Nach dem religiösen Extremismus der vergangenen Jahrzehnte sieht er die größte Bedrohung jedoch im Angriff auf die Wahrheit selbst. Anlässlich des Attentats auf Salman Rushdie im August dieses Jahres sendet der Deutschlandfunk zwei Essays aus Rushdies Sammelband „Sprachen der Wahrheit. Texte 2003-2020“. Den Essay zu seiner eigenen COVID-Erkrankung mit dem Titel „Pandemie“ finden Sie in der Deutschlandfunk Audiothek.
    Salman Rushdie, geboren 1947 in Bombay (heute Mumbai), ist ein indisch-britischer Schriftsteller von Weltrang. Seine zahlreichen Romane sind preisgekrönt und in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Weltweit bekannt wurde er durch „Die satanischen Verse“ (1988). In seinen Erzählungen spielen Elemente aus der Märchenwelt eine große Rolle. Rushdie schreibt in englischer Sprache.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Basilika St. Johann in Saarbrücken
    Zelebrant: Pfarrer Eugen Vogt
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Alexander Dobrindt, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Weihnachten im Fichtelgebirge
    Der Marktredwitzer Krippenweg

    Moor und Meer
    Heinrich Böll auf Achill Island

    Nationalparkt Sächsische Schweiz
    Natur und Tourismus nach den Sommerbränden

    Weltraumbahnhof
    Das Kennedy Space Center in Florida

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Fotojournalist Christoph Bangert im Gespräch mit Anna Seibt

    Er hat das Grauen gesehen. In Afghanistan, im Irak, in Palästina. Und er hat es fotografiert. Inzwischen hat er sich aus der Kriegsfotografie zurückgezogen und lehrt sein Wissen an der Universität. Aber er gesteht: „Ich vermisse den Krieg.“

  • 15:05 Uhr

    Südlicher Bluesrock aus dem Norden
    Die kanadische Band Bywater Call
    Von Tim Baumann

    Warme Klänge von Saxofon und Trompete, verspielte Keyboards, gefühlvolles Slide-Gitarrenspiel und dazu seelenvoller, rauchiger Gesang mit Energie - in der Musik von Bywater Call trifft tief empfundener Soul auf lässigen Bluesrock. Das Septett um Ausnahmesängerin Meghan Parnell und Gitarrist Dave Barnes bespielt und erweitert die Musiktradition des US-amerikanischen Südens - dabei stammt Bywater Call eigentlich aus dem hohen Norden, genauer: aus Kanada. Schon ihr selbst betiteltes Debütalbum aus dem Jahr 2019 überzeugte auch international - zweimal waren sie seitdem in Europa auf Tour. Und mit dem im September erschienenen Nachfolgealbum „Remain” macht die Band aus Toronto unmissverständlich klar: Der soullastige Bluesrock mit warmem und großem Sound von Bywater Call ist nicht mehr zu überhören.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Marilynne Robinson: „Jack“
    Aus dem amerikanischen Englisch Uda Strätling
    (S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M.)
    Ein Beitrag von Meike Feßmann

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Chronik eines angekündigten Todes
    Über das globalisierte Amphibiensterben
    Von Andrea Rehmsmeier

    Dass Frösche, Kröten, Molche und Salamander in Massen sterben, deutete sich seit den 80er-Jahren an. Mindestens 90 Arten sollen seitdem vom Planeten verschwunden sein, bei weiteren 400 Spezies schwinden die Bestände dramatisch schnell. Sie leiden nicht nur unter Habitatverlust und Umweltverschmutzung, sondern auch unter aggressiven Hautpilzen, die über den Tierhandel von Kontinent zu Kontinent springen. Während der Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis besonders in Zentralamerika und Australien wütet, zieht in Europa der „Salamanderfresser“ Batrachochytrium salamandrivorans seine Spur. Jetzt lässt er auch in Deutschland die Populationen der Feuersalamander zusammenbrechen.
    Bis heute sind die Verbreitungswege der Chytridpilze nicht ausreichend erforscht. Die Gemeinschaft der Experten und Artenschützer, die gegen das globale Amphibiensterben kämpft, ist klein, aber international gut vernetzt. Sie betreiben Nachzuchtprogramme und kämpfen gegen den unkontrollierten Tierhandel. Nur ein wirksames Gegenmittel ist nicht in Sicht.

  • 17:05 Uhr

    Recht auf Widerstand - Rechtsphilosoph Christoph Möllers über Kimaaktivisten, Freiheit & Grundrechte im Gespräch mit Anja Reinhardt

  • 17:30 Uhr

    Das Beste der Europäischen Filmkultur - In Reykjavik wurde der Europäische Filmpreis verliehen

    „La finta giardiniera“ - Dörte Lyssewskis Opernregiedebüt in Salzburg

    Nolde/Kritik/documenta - Ein Kunstprojekt von Mischa Kuball in Kassel

    Schepenese soll heimkehren - Nach Protestaktion prüft Sankt Gallen die Rückführung einer Mumie nach Ägypten, Milo Rau, Theaterregisseur und Initiator der Aktion, im Gespräch

    Am Mikrofon: Susanne Luerweg

  • 18:40 Uhr

    Life on the Rez: Native Americans zwischen Besorgnis und Zuversicht

  • 19:10 Uhr

    Machtverteilung im Weltfußball - Verliert Europa weiter an Einfluss?

    Fußball - Frauen Bundesliga, 10. Spieltag, VfL Wolfsburg - SV Meppen
    Fußball - Unverhältnismäßie Polizeieinsätze in unteren Ligen

    Hockey - Hallen-EM Damen und Herren in Hamburg: Zusammenfassung

    Handball - Bundesliga: Füchse Berlin - SC Magdeburg
    Handball - Bundesliga: THW Kiel - MT Melsungen

    Boxen: Konkurrenz-Verband zur IBA geplant

    Reitsport: Weltverband passt Mutterschutz-Regularien an

    Biathlon - Weltcup in Hochfilzen: Staffel Frauen & Verfolgung Männer

    Rodeln - Weltcup in Whistler: Doppel (M) & Doppel (F)

    Skispringen - Titisee-Neustadt: Einzelspringen

    Ski Alpin - Weltcup in Val d'Isère und Sestriere

    Sportpolitik: Bewegungsgipfel in Berlin


    Am Mikrofon: Maximilian Rieger

  • 20:05 Uhr

    Der zerbrochene Spiegel
    Über die Angst vor der Hässlichkeit
    Von Uta Rüenauver
    Regie: Susanne Krings
    Produktion: Deutschlandfunk 2020

    Wir leben in (selbst-)bildversessenen Zeiten. Durch die Selfie-Manie auf Instagram, Snapchat und WhatsApp wird das eigene Aussehen wichtiger als je zuvor. Aber der Blick in die Kamera und den Spiegel fällt nicht jedem leicht.
    Die Angst vor der vermeintlichen Hässlichkeit nimmt zu und kann auch krankhafte Züge annehmen. Kein Selbstbewusstsein ohne Selbstbild - und dafür ist der Blick in den Spiegel unerlässlich. Er liefert uns ein vermeintlich objektives Bild von uns: Wie wir uns im Spiegel sehen, so sehen uns wohl auch die anderen. Doch der Blick in den Spiegel ist trügerisch. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters, heißt es. Die Hässlichkeit ebenso. Und so blickt einem aus dem Spiegel mitunter ein Monster entgegen. Der Betrachter sieht ein niederschmetterndes Bild von sich, das nur er sieht, von dem er aber glaubt, alle anderen sähen es auch. Im Netz werden Bilder vielfach inszeniert und bearbeitet und bleiben doch oft zurück hinter dem angestrebten Ideal. Kein Wunder, dass Psychiatrie und Psychologie vermehrt eine körperdysmorphe Störung diagnostizieren: die Angst vor Hässlichkeit.

  • 21:05 Uhr

    Carl Philipp Emanuel Bach
    Sinfonie G-Dur, Wq 183 Nr. 4

    Konzert für Violoncello, Streicher und Basso continuo A-Dur, Wq 172

    Sinfonie D-Dur, Wq 183 Nr. 1

    Jean-Fery Rebel
    aus: „Die Elemente". Symphonie nouvelle
    „Le Chaos"

    Joseph Haydn
    Sinfonie Nr. 98 B-Dur

    Mario Brunello, Violoncello
    Rundfunk Sinfonie-Orchester Berlin
    Leitung: Ton Koopman

    Aufnahme vom 4.12.2022 aus der Philharmonie Berlin

    Am Mikrofon: Elisabeth Richter

    Bei seinem Debüt am Pult des Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin bietet Ton Koopman - Cembalist, Dirigent und Spezialist für historische Aufführungspraxis - ein facettenreiches Programm. Ein frühes Beispiel für lautmalerische Musik ist „Le Chaos“ aus dem Jahr 1737 von Jean-Féry Rebel. Mit sprudelnder Fantasie und extremen Kontrasten sorgen zwei Sinfonien und das Cellokonzert des zweitältesten Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel für Kurzweil. Cello-Solist ist der Italiener Mario Brunello, Gewinner des Tschaikowsky-Wettbewerbes 1986. Er hat u.a. durch seine Konzerte vor der spektakulären Kulisse der italienischen Alpen und mit seinem roten Cellokasten für Aufmerksamkeit gesorgt. Einen echten Klassiker stellt Joseph Haydns Sinfonie Nr. 98 dar, doch kann man bei Haydn niemals vor Überraschungen sicher sein.

  • 23:30 Uhr