Freitag, 22.10.2021
 
Seit 10:08 Uhr Lebenszeit

Programm: Vor- und Rückschau

Samstag, 20.03.2021
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Blue Crime

Der Verbrecher Hans Kohlhase
Von Peter Jakubeit
Regie: Horst Liepach
Komposition: Friedrich Goldmann
Mit Wolfgang Brunecker, Helmut Müller-Lankow, Ulrich Mühe, Günter Naumann, Horst Hiemer, Andrea Solter, Klaus Manchen, Volkmar Kleinert u.a.
Produktion: Rundfunk der DDR 1987
Länge: 54‘20

Im Jahr 1532 ist der Kaufmann Hans Kohlhase auf der Reise von Cölln an der Spree zur Messe nach Leipzig, als seine zwei Pferde in Kursachsen von der lokalen Obrigkeit beschlagnahmt werden. Gegen diesen Akt von Willkür führt er zunächst erfolglos Klage. Er kämpft um sein Recht, macht das ihm widerfahrene Unrecht öffentlich und findet Unterstützung in unterschiedlichen Kreisen der Bevölkerung. Um eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden - der Bauernkrieg zehn Jahre zuvor ist noch in Erinnerung - soll Kohlhase aus politischer Taktik durch den Zuspruch einer kleinen Geldsumme beschwichtigt werden. Als Vergleich spricht ihm ein Gericht 1534 die Hälfte des von ihm geforderten Schadenersatzes für die geschundenen Pferde und die Folgekosten zu. Dieses Urteil wird vom kursächsischen Landesherrn jedoch aufgehoben. Daraufhin schicken sich Kohlhase und seine Anhänger zum Kampf gegen die sächsische Obrigkeit an: Es wird gebrandschatzt und gemordet.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

Jazz
Meister aller Klassen
Erinnerungen an den Pianisten Chick Corea
Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt

Am 9. Februar verstarb mit Chick Corea einer der einflussreichsten und populärsten Pianisten und Komponisten des Jazz. Er wurde 79 Jahre alt. In der „Radionacht Jazz" gibt es einen Querschnitt seines ungemein breiten Schaffens. Chick Corea hat fünf Jahrzehnte lang Jazz-Geschichte geschrieben. Mit Miles Davis brachte er den Jazzrock auf den Weg. Seine eigene Formation Return To Forever wurde eine der Super-Gruppen der Fusion Music. Seine Klavier-Trios zählten zu den besten des Genres. Aber auch als Solo-Pianist, in Duos mit Gary Burton und Bobby McFerrin oder in der Zusammenarbeit mit klassischen Klangkörpern ist Corea rastlos produktiv und kreativ geblieben. Außer Meilensteinen seines eigenen Schaffens sind in der „Radionacht Jazz“ seine frühen Aufnahmen als Begleiter u.a. von Blue Mitchell, Cal Tjader, Stan Getz und Dizzy Gillespie zu hören.

02:00 Nachrichten 

02:05 Sternzeit 

03:00 Nachrichten 

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

05:00 Nachrichten 

05:30 Nachrichten 

05:35 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

Paradoxe Krise - Das Missbrauchsgutachten des Erzbistums Köln und seine Folgen

06:10 Uhr

Informationen am Morgen

Berichte, Interviews, Reportagen

06:30 Nachrichten 

06:35 Morgenandacht 

Pfarrer Eberhard Hadem, Roth
Evangelische Kirche

06:50 Interview 

Israel in Post-Corona-Zeiten und vor der Wahl, Interview mit Ofer Waldman, Autor und Journalist

07:00 Nachrichten 

07:05 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

07:15 Interview 

Zum Impfgipfel, Interview mit Janosch Dahmen, Grüne, MdB, Mitglied Gesundheitsausschuss

07:30 Nachrichten 

07:56 Sport am Morgen 

08:00 Nachrichten 

08:10 Interview 

Zum Impfgipfel, Interview mit Dirk Heinrich, Chef Virchowbund und Leiter Impfzentrum HH

08:30 Nachrichten 

08:35 Börse 

08:47 Sport am Morgen 

08:50 Presseschau 

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

Am Mikrofon: Stefan Heinlein

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 100 Jahren: In Oberschlesien findet eine Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit des Gebietes statt

09:10 Uhr

Das Wochenendjournal

Querdenker, Querköpfe und Rechthaber - Spaltet Corona die Gesellschaft?

Am Mikrofon: Manfred Götzke

Bekannte, Freunde, auch Familienmitglieder sprechen nicht mehr miteinander - oder sparen ein Thema aus: Die Corona-Krise. Je länger die Pandemie andauert, desto schwieriger scheint der Dialog zu fallen: Zwischen jenen, die härtere Maßnahmen für richtig halten und jenen, denen die aktuelle Aussetzung der Grundrechte schon viel zu weit geht. Auch die ökonomische Spaltung der Gesellschaft hat Corona verschärft: Während viele Menschen keinerlei Einkommenseinbußen haben, warten Hunderttausende Selbstständige noch immer auf Staatshilfen, haben Angst, ihre Wohnung zu verlieren.
Die Spaltung der Gesellschaft könnte in der Endphase der Krise noch weiter zunehmen, befürchtet der Soziologe Andreas Zick. Ist von der Solidarität, dem Gemeinschaftssinn vom Beginn der Krise vor einem Jahr nichts mehr geblieben?
Manfred Götzke hat für das Wochenendjournal mit so genannten Querdenkern, Zero-Covid-Verfechtern und Soziologen gesprochen. Er war auf Demos unterwegs und mit einem Einkaufshelfer, der glaubt, dass trotz aller wutentbrannten Debatten die Solidarität noch nicht ganz verloren gegangen ist.  

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Klassik-Pop-et cetera

Am Mikrofon: Der Geiger Frank Peter Zimmermann

„Ich möchte Weldgeiger werden“, schrieb der sechsjährige Frank Peter Zimmermann in sein Schulheft. Zum Weltruhm hat er es geschafft. Und jenseits von flüchtigen Marketingerwägungen, immer mit dem Ziel, nachhaltige Interpretationen zu schaffen, verfolgt er bis heute strikt seinen Weg. Als Solist tritt er mit den bedeutendsten Orchestern und Dirigenten unserer Zeit auf, als Kammermusiker mit seinem Trio Zimmermann oder im Duo mit Martin Helmchen. 1965 wurde Frank Peter Zimmermann in Duisburg in eine Musikerfamilie geboren. In „Klassik-Pop-et cetera” spricht er über das selbstverständliche Aufwachsen mit klassischer Musik zu Hause und gibt zu, dass er ein bisschen neidisch ist auf das Repertoire der Pianisten.

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Gesichter Europas

Venezolaner in Spanien: Neubeginn in „Mutter-Vaterland“
Von Julia Macher

Spanien ist ein europäischer Brückenkopf für Lateinamerika. Doch zu keinem anderen südamerikanischen Land sind die Beziehungen so komplex und vielschichtig wie zu Venezuela. Jedes Jahr suchen zehntausende Venezolanerinnen und Venezolaner in Spanien Zuflucht vor dem Maduro-Regime. Längst ist Venezuelas humanitäres Drama für Spaniens Parteien zum Stellvertreterkonflikt geworden. In den „Gesichtern Europas” erzählen Menschen von beiden Kontinenten von bürokratischen Fallstricken bei der Einreise in die „madre patria“, sie berichten vom Neubeginn in Spaniens verwaisten Dörfern und erklären, warum Venezuela auf den Kanaren als achte Insel gilt.

12:00 Uhr

Nachrichten

12:10 Uhr

Informationen am Mittag

Berichte, Interviews, Musik

Corona: Neue Impfbestimmungen und steigende Inzidenzzahlen

Dazu:

Interview mit Bärbel Bas, SPD-Fraktionsvize und Mitglied der Corona-Task-Force

Italien beschließt milliardenschweres Corona-Hilfsprogramm

Immer mehr Angriffe auf Amerikaner mit asiatischen Wurzeln

Türkei tritt aus internationaler Frauenschutz-Vereinbarung aus

Immer mehr Angriffe auf Amerikaner mit asiatischen Wurzeln

Rap in Meißen" - Jugendliche in der Corona-Krise

Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Kassel heute

Sporttelegramm

Am Mikrofon: Philipp May

12:50 Internationale Presseschau 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:10 Uhr

Themen der Woche

Ein echtes Dilemma und viele selbstgewählte Sackgassen Die Corona-Politik von Bund und Ländern

Mit der Lizenz zum Wettrüsten: London will mehr Atomwaffen

Paradoxe Krise - Das Missbrauchsgutachten des Erzbistums Köln und seine Folgen

Am Mikrofon: Anne Raith

13:30 Uhr

Eine Welt

Auslandskorrespondenten berichten

Zwischen Washington und Peking - Probleme und Perspektiven in Asien
Gespräch mit Prof. Dr. Heribert Dieter, Stiftung Wissenschaft und Politik

Machtansprüche im Ostchinesischen Meer - Die USA an der Seite Japans

Hongkong - Wie kann es für die Demokratiebewegung weitergehen?

Zuflucht in Taiwan - Hongkonger haben mehr Freiheit, aber kein leichtes Leben

Am Mikrofon: Andreas Noll

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Campus & Karriere

Das Bildungsmagazin

Digitaler Stress, psychischer Druck - Maßnahmen gegen Corona verschärfen Belastungen am Arbeitsplatz
In "Campus & Karriere" gehen wir diesen Fragen nach: Wie sehr wird digitaler Stress durch die Pandemie verstärkt? Welche psychischen Belastungen sind durch die Corona-Krise am Arbeitsplatz dazu gekommen? Was können wir im Sinne eines gesunden Arbeitsumfeldes auch selbst verändern? Wie müssen wir psychischen Erkrankungen präventiv begegnen?

Gäste:
Prof. Dr. Jessica Lang, UK Aachen, Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin
Dr. Nils Backhaus, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Fachbereich Arbeitswelt im Wandel
Am Mikrofon: Petra Ensminger

Hörertel.: 00800 - 4464 4464
campus@deutschlandfunk.de

Psychische Belastung und digitaler Stress am Arbeitsplatz, schon vor Corona waren das Themen, die eigentlich mehr in den Fokus des Arbeitsschutzes hätten rücken sollen. Mit der Pandemie verschärfen sich die Belastungen noch. Doch wird das auch erkannt und angegangen? Ob im Büro, zu Hause, in der Werkshalle oder im Außendienst: die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wirken sich überall auch auf die Arbeitsbedingungen aus. Dass sich die Krise bei Beschäftigten teils massiv auf die psychische Gesundheit auswirkt, hat dabei verschiedene Ursachen. Die Digitalisierung ist in einem Tempo vorangeschritten, dass selbst diejenigen, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind, über digitalen Stress bei der Arbeit klagen. Nicht immer gelingt es, im Homeoffice konzentriert zu arbeiten und Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Umso mehr verstärkt die Arbeit von zu Hause aus bei manchen das Gefühl, ständig beweisen zu müssen, dass sie auch aus der Ferne etwas leisten. Wer nicht von zu Hause arbeiten kann, muss mit Abstands- und Hygieneregeln umgehen, die ebenfalls belastend sein können. Stundenlang mit Maske zu arbeiten, kann die Atmung erschweren. Der gebotene Abstand behindert die Kommunikation zwischen den Kolleginnen und Kollegen. Hinzu kommen Angst vor dem Jobverlust und nach teils monatelanger Kurzarbeit Geld- und Existenzsorgen. Dabei ist es noch immer nicht selbstverständlich, über Stress und psychische Probleme am Arbeitsplatz offen zu kommunizieren.

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Corso - Kunst & Pop

Das Musikmagazin

Intime Gespräche über Musik: „Off The Record", der neue Podcast von Dlf Kultur
Podcasts, in denen über Musik gesprochen wird, gibt es in vielen verschiedenen Formen.
Der neue Deutschlandfunk Kultur Musikpodcast „Off the Record“ guckt im Gespräch mit bekannten Persönlichkeiten anders auf Musik. „Das sind manchmal psychologische Gespräche und private Bekenntnisse“, sagte Podcast-Host Veronika Schreiegg im Deutschlandfunk.
Veronika Schreiegg im Gespräch mit Sascha Ziehn

„Kein Lifecoach“: Nicklas Baschek über sein Kendrick Lamar Buch „Living life like rappers do“
Der Rapper Kendrick Lamar gehört zu den bekanntesten Vertretern des US-Amerikanischen Hip-Hop. In seinen Songs gibt er sich aufgeklärt und politisch, ohne dabei zu moralisieren. Lamar sei Gott sei Dank kein US-amerikanischer Curse, sagte Nicklas Baschek im Deutschlandfunk.
Nicklas Baschek im Corsogespräch mit Sascha Ziehn

Serpentwithfeet mit „Deacon“: Schwarze, schwule Liebe
„Deacon“, das zweite Album des amerikanischen Musikers Serpentwithfeet, feiert die Black Love unter Männern - die elf Songs beschreiben eine Utopie, die die Kraft hat, für die Dauer der Musik Wirklichkeit zu werden und feiern Männer, die gerne weiße Socken in Sandalen tragen.
Ein Beitrag von Dirk Schneider

Am Mikrofon: Sascha Ziehn

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Büchermarkt

Bücher für junge Leser

Die Nominierungen zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2021
Ein Gespräch mit Ute Wegmann

Finn-Ole Heinrich, Dita Zipfel, Tine Schulz (Ill.): „Schlafen wie die Rüben“
(mairisch Verlag, Hamburg)
Ein Beitrag von Marija Bakker

Angie Thomas: „Concrete Rose“
Aus dem amerikanischen Englisch von Henriette Zeltner-Shane
(cbj Verlag, München)
Ein Beitrag von Katja Lückert

Hinweis auf:
Anna Böhm: „Die Tierpolizei. Band 2 - Ohren hoch oder es knallt!“
Mit Illustrationen von Ramona Wultschner
(Oetinger Verlag, Hamburg)
Hörbuch gelesen von Carmen-Maja Antoni
(Oetinger Audio, Hamburg)

Am Mikrofon: Dina Netz

16:30 Uhr

Forschung aktuell

Himmlisch
Leistungsfähiger Internetzugang über erdnahe Satelliten-Formationen

Weltumspannend
Satellitennetze bringen Offline-Gebiete ins Netz

Liebing
Der britische Prozessor-Designer ARM wird von der Tech-Branche umworben

Peergrouping
Wie Messengerdienste die Eigeninitiative stärken können
Interview mit Maximilian Förster, Universität Ulm

Digitales Logbuch

Info Update

Sternzeit 20. März 2021
Der Jenaer Pionier des kosmischen Staubes

Am Mikrofon: Manfred Kloiber

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Streitkultur

Teureres Fleisch für mehr Tierwohl?
Die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast und Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, im Gespräch
Am Mikrofon: Manfred Götzke

17:30 Uhr

Kultur heute

Berichte, Meinungen, Rezensionen
Kultur als Staatsziel? - Carsten Brosda über das neue Kultur-Konzept der SPD

Bewegung des Zivilen Ungehorsams - Martin Wälde, Direktor des Goethe-Instituts in Myanmar, über die Niederschlagung der Proteste in Myanmar

Der Vorhang geht auf - Pilotprojekt an Berliner Theatern

Recht auf Teilhabe - Manifeste zum Welttag des Kinder- und Jugendtheaters
Stefan Fischer-Fels im Gespräch, Vorstandsmitglied von Assitej, der internationalen Vereinigung der Kinder- und Jugendtheater

Deutsch-deutsches Design - Eine Ausstellung im Vitra-Museum in Weil am Rhein

Am Mikrofon: Anja Reinhardt

18:00 Uhr

Nachrichten

18:10 Uhr

Informationen am Abend

18:40 Uhr

Hintergrund

Verbotene Liebe - Prostitution in Coronazeiten

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Kommentar

19:10 Uhr

Sport am Samstag

1. Fußball-Bundesliga, 26. Spieltag:
FC Bayern München - VfB Stuttgart
Eintracht Frankfurt - 1. FC Union Berlin
1. FC Köln - Borussia Dortmund
Werder Bremen - VfL Wolfsburg
FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach

2. Fußball-Bundesliga, 26. Spieltag:
Hamburger SV - 1. FC Heidenheim
Erzgebirge Aue - SV Sandhausen
Eintracht Braunschweig - SV Darmstadt 98

Corona - Der DOSB muss die Gesundheit der Sportler schützen

Radsport - 112. Auflage von Mailand - San Remo
Radsport - Ehemaliger Teamarzt von Team Sky wegen Dopings verurteilt

Nordische Kombination - Weltcup Klingenthal
Biathlon - Weltcup-Finale in Östersund: Verfolgung Frauen + Männer
Ski Alpin - Weltcup in Lenzerheide: Riesenslalom der Herren + Damen
Skispringen - Weltcup der Frauen Nizhny Tagil (RUS)

Tischtennis - Neue World Series sorgt für Unmut

Am Mikrofon: Maximilian Rieger

20:00 Uhr

Nachrichten

20:05 Uhr

Hörspiel

Memory Garden
Von Merzouga (nach Motiven von Ilse Helbich)
Regie & Komposition: Merzouga
Produktion: Deutschlandfunk/ORF 2020

„Erinnerung heißt für mich, mir zu beweisen, dass ich eine Vergangenheit habe. Das ist ein vergeblicher Versuch, etwas zu rekonstruieren, das nicht mehr vorhanden ist.“ 80 Jahre alt ist Ilse Helbich, als sie ihr erstes Buch veröffentlicht. Im Frühjahr 2020 ist sie 97 und lebt immer noch alleine in dem Haus, das einst eine Poststation war, umgeben von einem Garten voller Vogelstimmen. In ihren Büchern kartografiert Helbich das Gebiet ihrer Erinnerung in lyrisch kondensierten Sprachbildern. Sie evoziert eine zerfallende Welt, die, noch stark von der Jahrhundertwende geprägt, nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig verschwindet. Vineta nennt sie dieses poetisch transponierte Wien ihrer Kindheit und Jugend. In dem Hörspiel erklingen nun Erinnerungssplitter und Fragmente Ilse Helbichs in einem radiofonen Klanggarten. Echos einer versunkenen Welt verbinden sich mit zeitgenössischen Klängen. Schließlich findet alles Erinnern immer in der Gegenwart statt. „In dem Meer aus Stille, das sich über Vineta breitet, schwimmen vereinzelte Töne: Wagenrumpeln, Taubengurren, zwei Kinderstimmen, das Kreischen von Tramwaybremsen, Kirchengeläute überallher und der Hall des Teppichklopfens in den Morgenstunden. Schall, Hall, Widerhall.“

22:00 Uhr

Nachrichten

22:05 Uhr

Atelier neuer Musik

Lust auf Poesie
Der Komponist Paul-Heinz Dittrich
Von Stefan Amzoll

Der Postmoderne gegenüber war er höchst skeptisch, der Sozialistische Realismus war für ihn keine Option. Paul-Heinz Dittrich, 1930 im Erzgebirge geboren, später Meisterschüler von Rudolf Wagner-Régeny in Berlin, orientierte sich an Komponisten wie Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Luigi Nono - freilich ohne sie zu adaptieren. Zahlreiche vokal-instrumentale Arbeiten aus seiner Hand sind von Texten Baudelaires, Kafkas, Becketts, Joyces, vor allem Celans inspiriert. Oft auch unter Zuhilfenahme der Elektroakustik, entwickelte er eine eigentümliche musikalische Poesie, in der das Disharmonische, „sperrig Aufklaffende“ unangenehme Wahrheiten offenbarte. Dittrichs letzte Uraufführung liegt einige Jahre zurück, das Schaffen der eineinhalb Lebensjahrzehnte wartet unaufgeführt. Sein Tod Ende Dezember, kurz nach seinem 90. Geburtstag, lässt Stefan Amzolls Porträtsendung aus dem Jahre 2006 mit neuer Aufmerksamkeit hören.

22:50 Uhr

Sport aktuell

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Lange Nacht

Ich bin Ende oder Anfang
Eine Lange Nacht über Franz Kafka
Von Nikolaus Scholz
Regie: der Autor

In Kierling, am Rande des Wienerwalds gelegen, hat Franz Kafka (1883-1924) seine letzten Lebenswochen in einem Sanatorium verbracht. Ihm zur Seite steht damals eine junge Frau, die als Betreuerin der Ferienkolonie des Berliner jüdischen Volksheims arbeitet, die um 15 Jahre jüngere Dora Diamant. Sie ist verzweifelt, dass die Ärzte ihrem geliebten Franz keine Überlebenschancen mehr einräumen. Nicht nur ihr Optimismus und ihre Hoffnung schwinden in zunehmendem Maße, sondern auch die Stimme Kafkas, dem die Ärzte überdies den Rat geben, so wenig wie möglich zu sprechen, um seinen geschwollenen Kehlkopf zu schonen. In der „Langen Nacht“ tauchen wir ein in das jüdische Prager Leben um 1900, in dem Franz Kafka aufwächst und das ihn entscheidend prägt. So erlebt der junge, empfindsame Kafka, wie Automobile, Telefone und Fließbänder den Puls der Zeit beschleunigen. Als roter Faden durch diese „Lange Nacht“ ziehen sich die spannenden Briefwechsel zwischen Kafka und seinen Geliebten Grete Bloch, Felice Bauer, Milena Jesenskà und Dora Diamant. Hinzu kommen literarische Exkurse in die Parallelwelten, die Franz Kafka nächtens zu Papier bringt: „Das Urteil“, „Die Verwandlung“ oder „Ein Landarzt“. Kafkas langjähriger Freund, der Schriftsteller Max Brod, wird in einem originalen Tondokument aus dem Jahr 1968 zu hören sein, in dem er nicht nur seine Beziehung zu Franz Kafka beschreibt, sondern auch die Beziehung des Schriftstellers zu seinem Vater, den Kafka achtet, unter dem er aber Zeit seines Lebens leidet. Auf diesem Spaziergang durch die Prager Vergangenheit und die Jugend von Franz Kafka sind sein Biograf Reiner Stach und die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, die sich als große Kafka-Bewunderin outet.

23:57 Uhr

National- und Europahymne

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Dlf Audiothek

Aus den Ländern

Karte der deutschen Bundesländer in verschiedenen Farben. (Imago / Panthermedia / Crevis)

Berichterstattung aus den Ländern über die Länder. Menschen,  Stimmen und Stimmungen. Von der Tagesaktualität bis zu hintergründigen Reportagen.

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