Samstag, 07.12.2019
 
Seit 19:10 Uhr Sport am Samstag

Programm: Vor- und Rückschau

Samstag, 07.12.2019
 
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Mitternachtskrimi

Science Fiction
Notlandung
Von Rolf Schneider
Komposition: Reiner Bredemeyer
Regie: der Autor
Mit Dietrich Körner, Jürgen Holtz, Jürgen Hentsch, Irma Münch und Dietmar Obst
Produktion: Rundfunk der DDR 1973
Länge: 44'30

Bordingenieur Jefferson Bick wird von einer Untersuchungskommission der Weltraumbehörde zu seinem letzten Patrouillenflug mit Commander Edward Harrison vernommen. Die von Bick heimlich auf Tonbändern mitgeschnittenen Gesprächsprotokolle sollen beweisen, dass Harrison schon während des Fluges psychische Ausfallerscheinungen hatte, da er die Vollkommenheit des herrschenden Gesellschaftssystems anzweifelte. Wegen einer technischen Störung wurden Harrison und Bick zur außerplanmäßigen Landung auf einem fremden Planeten in einem fremden Sonnensystem gezwungen. Dort gab es keine Vegetation, die einen längeren Aufenthalt von Menschen erlaubt hätte. Dennoch hörten sie eine Stimme. Sie gehörte einem Wesen aus einer Gruppe früherer Emigranten, die sich an die Verhältnisse angepasst hatten, indem sie ihre Körper aufgaben und zu reinem Geist wurden. Der abenteuerlustige Harrison war so fasziniert von der neuen Welt, dass er auf dem Planeten bleiben wollte. Hatte er den technischen Defekt und somit die Notlandung selbst herbeigeführt?

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

Lied & Chanson

Zu Gast: Stephan Eicher
Liederbestenliste: die Platzierungen im Dezember
Global Sound: neue internationale Singer/Songwriter-Alben
Original im Ohr: ungewöhnliche Coverversionen
On Tour: Konzerttipps

Am Mikrofon: Anna-Bianca Krause

Obwohl es fast 40 Jahre her ist, wird Stephan Eicher bis heute mit dem NDW-Hit ,Eisbär’, den er in den 80er-Jahren mit seiner Band Grauzone hatte, in Verbindung gebracht. Dabei ist er vor allem längst der bekannteste Schweizer Chansonnier und ein Liedermacher, der sich eher Serge Gainsbourg verbunden fühlt. ,Homeless Songs’ heißt sein 15. Studio-Soloalbum, darauf 14 Songs, von denen er sagt: „Ich habe diesen Songzyklus ,Heimatlose Songs’ genannt … Heimatlos, da mir scheint, dass diese Lieder keinen Platz haben im heutigen Musikbetrieb. Sie sind woanders zuhause.” Der Grund: Seine Plattenfirma hatte ihm das Aufnahmebudget um 60 Prozent gekürzt, also lieferte er ihr ein Album ab, das ebenso gekürzt war. Zwölf Songs mit einer Gesamtlänge von zwölf Minuten. Die Plattenfirma deutete die Aktion als Arbeitsverweigerung und veröffentlichte das Album nicht, doch inzwischen sind die ,Homeless Songs’ erschienen und nur eines der Lieder ist knapp eine Minute lang. Alle anderen sind wunderbar sparsam instrumentierte Eicher-Chansons, mit Americana flirtend und von Streicherarrangements veredelt, auf Französisch, Berndeutsch und Englisch, melancholisch und elegant. Ein Gespräch über die Leiden und Leidenschaften eines Liedermachers.

02:00 Nachrichten 

02:05 Sternzeit 

03:00 Nachrichten 

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

05:00 Nachrichten 

05:30 Nachrichten 

05:35 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

SPD und CDU zwischen Basisdemokratie und Führungsschwäche: Letzte Rettung Urwahl

06:10 Uhr

Informationen am Morgen

Berichte, Interviews, Reportagen

06:30 Nachrichten 

06:35 Morgenandacht 

Martin Korden, Köln
Katholische Kirche

06:50 Interview 

Nordkoreas Vize-Außenministerin bezeichnet Trump als senil - Neue Wortgefechte zwischen Pjöngjang und Washington - Interview mit Johannes Pflug, Ex-SPD-MdB und Korea-Kenner

07:00 Nachrichten 

07:05 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

07:15 Interview 

Diesel-Fahrverbote vorerst vom Tisch - Kann das Beispiel Essen landes- oder sogar bundesweit Schule machen? - Interview mit Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe

07:30 Nachrichten 

07:56 Sport am Morgen 

08:00 Nachrichten 

08:10 Interview 

Kultusminister wollen Alternative zum Nationalen Bildungsrat organisieren - Wieviel staatliche Lenkung braucht unser Bildungssystem? - Interview mit Klaus Klemm, emeritierter Professor und Leiter der AG Bildungsforschung an der Uni Duisburg-Essen

08:30 Nachrichten 

08:35 Börse 

08:47 Sport am Morgen 

08:50 Presseschau 

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

Am Mikrofon: Jürgen Zurheide

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 70 Jahren: Bundespräsident Theodor Heuss prägt den Begriff der "Kollektivscham"

09:10 Uhr

Das Wochenendjournal

Ehemalige Zechensiedlung Moers-Meerbeck
Was hält uns noch zusammen?

Am Mikrofon: Jan Tengeler

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Klassik-Pop-et cetera

Am Mikrofon: Die Theologin Margot Käßmann

Das besondere Erlebnis des gemeinsamen Musikmachens und des fröhlichen, zugewandten Miteinanders hat Margot Käßmann schon als Jugendliche im Posaunenchor erfahren. Ob Joan Baez oder Johann Sebastian Bach, Herbert Grönemeyer oder Felix Mendelssohn Bartholdy - mit Musik verbinden sich für die Theologin intensive Eindrücke und Begegnungen. Margot Käßmann wurde 1958 in Marburg geboren. Sie studierte in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg Theologie, wurde 1985 ordiniert und 1989 in Bochum promoviert. Margot Käßmann arbeitete zunächst als Pfarrerin und wurde 1994 Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Von 1999 bis 2010 war sie Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Dann trat sie nach einem Straßenverkehrsdelikt von Bischofsamt und EKD-Ratsvorsitz zurück. Später engagierte sie sich als Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017. Heute schreibt sie Bücher, eines ist gemeinsam mit Konstantin Wecker entstanden, ,Entrüstet Euch!’. Der Dialog der Religionen, das Engagement für ein friedliches, gerechtes Miteinander, das sind Themen, für die sie sich immer wieder intensiv einsetzt.

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Gesichter Europas

Wales - Selbstbewusst im Vereinigten Königreich
Mit Reportagen von Ann-Kathrin Jeske

„We are England’s first and final colony“ - Adam Price, Parteivorsitzender der wallisischen Partei Plaid Cymru, fasst zusammen, wie sich viele Waliserinnen und Waliser fühlen, wenn es um das Verhältnis ihres Landes gegenüber dem Vereinigten Königreich geht: In der Bemerkung schwingt Trotz mit. Denn in der Bevölkerung hält sich hartnäckig dieses Narrativ: „Wir waren die erste Kolonie der Engländer. An uns haben sie die Methoden ausprobiert, mit denen sie später die Welt kolonialisiert haben. Und darunter leiden wir noch heute.“ Dabei liegt die Eroberung und Eingliederung von Wales in das damals Englische Königreich 450 Jahre zurück. Und doch sind Fragen wie diese bis heute aktuell: Was macht die regionale Identität der Waliser aus? In welchem Spannungsfeld steht Wales zu England, Großbritannien und zu Europa?

12:00 Uhr

Nachrichten

12:10 Uhr

Informationen am Mittag

Berichte, Interviews, Musik

Sozialstaat und Klima - SPD setzt Parteitag in Berlin fort

Interview mit Christoph Butterwegge, Armutsforscher, zu: SPD-Sozialpolitik

Großbritannien - Nach zweitem TV-Duell zwischen Johnson und Corbyn

Nach Großdemo mit Rede von Greta Thunberg - UN-Klimakonferenz in Madrid

Impeachment - Weißes Haus will sich an Verfahren nicht beteiligen

Impeachment und kein Weg zurück - wie denkt die demokratische Basis?

Nach landesweiter Debatte - Vergewaltigte Inderin stirbt an ihren Verletzungen

Hongkong - Händler und Restaurants beklagen Einbußen durch Proteste

EU verschärft Ton gegenüber Mitgliedsland Malta

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Äthiopien

Sport

Am Mikrofon: Petra Ensminger

12:50 Internationale Presseschau 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:10 Uhr

Themen der Woche

SPD und CDU zwischen Basisdemokratie und Führungsschwäche: Letzte Rettung Urwahl

Asche und Gedenken: Im Kern hat das Zentrum für Politische Schönheit Recht

Streik in Frankreich: Die rechts-linke Allianz wird den Schwächeren nicht helfen

Ausweisung russischer Diplomaten: Deutschland kann auch anders

Am Mikrofon: Ulrike Winkelmann

13:30 Uhr

Eine Welt

Dealer im weißen Kittel - Opioid-Skandale in den USA

Die Ungewollten - Aung San Suu Ky und der Krieg gegen die Rohingyas

Nachholbedarf - Der Kampf für Gleichberechtigung in Saudi-Arabien

Am Mikrofon: Andreas Noll

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Campus & Karriere

Das Bildungsmagazin

Dreier-Kandidat Deutschland 
Was sich nach der PISA-Studie ändern muss

In ,Campus & Karriere' gehen wir diesen Fragen nach: Was muss sich bei der Leseförderung ändern? Was tun gegen die wachsende Bildungs-Ungleichheit? Und was machen andere Länder in diesem Bereich anders und besser? Und wer ist schuld am Pisa-Desaster?

Gesprächsgäste:
Alexander Lorz, hessischer Kultusminister und amtierender Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK)
Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen
Kristina Reiss, Koordinatorin der PISA-Studie für Deutschland
Am Mikrofon: Manfred Götzke

Hörertel.: 00800 - 4464 4464
campus@deutschlandfunk.de

Deutschlands Schüler mal wieder nur Mittelmaß: Die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie fallen ernüchternd aus. Bei genauerem Hinsehen sogar katastrophal: Jeder fünfte Schüler hat große Mühe, Texte zu lesen und zu verstehen. Dabei ist der Anteil der sehr guten Leser gestiegen. Die Schere zwischen starken und schwachen Schülern ist weiter aufgerissen. Die Unterschiede sind bei der Lesestärke so groß wie in kaum einem anderen Land. Mal wieder macht eine wichtige Bildungsstudie außerdem deutlich: Wie gut Jugendliche lesen, schreiben und auch rechnen können, hängt stark von der sozialen Herkunft ab.

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Corso - Kunst & Pop

Das Musikmagazin

Hip-Hop in Marokko - Mit einem Bein im Knast?
Der marokkanische Rapper Gnawi ist dafür berühmt, Klartext zu rappen. In seinen Texten geht er mit den Zuständen im Königreich hart ins Gericht. Nun ist er zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Rapper in Marokko hinter Gitter kommt. Steckt ein System dahinter?

Schlagloch-Rap mit voller Absicht - Blueface aus Los Angeles
Den Takt nicht treffen ist im Rap eigentlich eine Todsünde. Johnathan Porter alias Blueface ignoriert das. Das macht ihn zur momentan umstrittensten Figur im US-amerikanischen Rap. Für die einen ist er der große Innovator, für die anderen ein Amateur, der sich zum Erfolg hochgestolpert hat.

Das Duo Globus - Retro-Optimismus im Kassettenformat
Immer mehr Popkünstlerinnen und Popkünstler setzen sich für den Klimaschutz ein. Das geschieht meistens medienwirksam und in ernster, mahnender Weise. Auf ihrem Debüt vermittelt das Duo Globus aus Berlin dagegen eine andere Botschaft - und setzt auf die kleine Geste.

„Eine eiskalte Atmosphäre“ - ,Data-Verse' von Ryoji Ikeda
Mit der audiovisuellen Arbeit ,Data-Verse' im Museum Wolfsburg strebt der japanische Medienkünstler Ryoji Ikeda an, die Menschheit zu vermessen. Ein ambitioniertes Projekt aus Datenströmen, Sounds und Bildern, das erstmal eine komplette Überforderung darstelle, sagte Kurator Andreas Beitin im Dlf.

Am Mikrofon: Sascha Ziehn

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Büchermarkt

Bücher für junge Leser

Die besten 7
Das Ergebnis der Deutschlandfunk-Bestenliste im Monat Dezember
Vorgestellt von Caroline Roeder

Kenn Nesbitt und Christoph Niemann (Ill): „Jetzt noch ein Gedicht und dann aus das Licht“
Aus dem Englischen von 116 ÜbersetzerInnen
(Hanser Verlag, München)

Warja Lavater: „Tell“
(NordSüdVerlag, Zürich)

Rébecca Dautremer: „Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough“
Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer
(Insel Verlag, Berlin)

Susan Kreller: „Elektrische Fische“
(Carlsen Verlag, Hamburg)

Matthias Brandt: „Blackbird“
(Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln)

Reinhard Ehgartner und Linda Wolfsgruber (Ill): „Sternenbote. Eine Weihnachtsgeschichte“
(Tyrolia Verlag, Innsbruck)

Arne Rautenberg und Katrin Stangl (Illustration): „vier kerzen, drei könige, zwei augen, ein stern“
(Peter Hammer Verlag, Wuppertal)

Am Mikrofon: Ute Wegmann

16:30 Uhr

Forschung aktuell

Gebrochene Herzschrittmacher
Hackerangriffe auf Implantate

TÜV für Insulinpumpen
EU verschärft Zulassungsbedingungen für Medizinprodukte

Info-Update

Sternzeit 7. Dezember 2019
Kanadische Exoplaneten-Tragödie

Am Mikrofon: Maximilian Schönherr

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Streitkultur

Verbaut offener Unterricht Schulkindern die Zukunft?
Der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff und der Grundschul-Leiter Heinrich Brinker im Gespräch
Am Mikrofon: Thekla Jahn

17:30 Uhr

Kultur heute

Berichte, Meinungen, Rezensionen

Pop Shop - Die Keith-Haring-Retrospektive im Brüsseler Bozar

Graues Zeitalter? Niederländische Museen distanzieren sich von der Kolonialzeit

"Translocations" - Zum Abschluss der Internationalen Konferenz zu Kulturgutverlagerungen in Berlin

Die Semperoper tanzt Pina Bausch - "Iphigenie auf Tauris" in Dresden

Am Mikrofon: Beatrix Novy

18:00 Uhr

Nachrichten

18:10 Uhr

Informationen am Abend

18:40 Uhr

Hintergrund

Generationenwechsel im Mittelstand - Nachfolger dringend gesucht.

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Kommentar

19:10 Uhr

Sport am Samstagaufnehmen

1. Fußball-Bundesliga, 14. Spieltag:
Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München
RB Leipzig - TSG Hoffenheim
Borussia Dortmund - Fortuna Düsseldorf
SC Freiburg - VfL Wolfsburg
FC Augsburg - 1. FSV Mainz 05
Bayer 04 Leverkusen - FC Schalke 04

2. Fußball-Bundesliga, 16. Spieltag:
Hannover 96 - Erzgebirge Aue
Holstein Kiel - VfL Osnabrück
SpVgg Greuther Fürth - VfL Bochum

DOSB - 16. Mitgliederversammlung in Frankfurt
Homophobie im Sport - Interview mit Birgit Braumüller, DSHS Köln

Biathlon - Weltcup in Östersund: Staffel Männer

Fußball - Innenministerkonferenz: Weitere Länder wollen Rechnungen stellen

Schwimmen Kurzbahn-EM in Glasgow (offtube)
Radsport - Team Bora will "Nummer 1 der Welt" werden
Sportpolitik - Bewerbungen um Großereignisse als Friedensbringer in Korea?

Am Mikrofon: Raphael Späth

20:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

20:05 Uhr

Hörspielaufnehmen

Hörspiel des Monats
Baader Panik
Von Oliver Kluck
Regie: Leonhard Koppelmann
Komposition: zeitblom
Mit Jan Bluthardt, Katharina-Marie Schubert, William Cohn, Wolfgang Pregler u.v.a.
Produktion: SWR 2019
Länge: 81’19‘'

Oliver Kluck wirft kurze Schlaglichter auf die deutsche Gegenwart und Vergangenheit, zornig, komisch, gnadenlos. ,Baader Panik' handelt von der Kultur des ICE-Fahrens und Mobil-Telefonierens, von Kritik und Zensur, von der ostdeutschen Provinz, von Skandalen im und auf dem Theater, von Skandalen in der deutschen Automobilindustrie, von Gerhart Hauptmann und Joseph Goebbels, von Frauenbefreiung, Kunst und Profit und vom Unternehmen Deutsche Bahn.

Die Begründung der Jury: „Was passiert eigentlich in Deutschlands ICE-Trieb-Köpfen? Müssen preiswürdige Hörspielmacher dort ihr Dasein fristen, um für außergewöhnliche Produktionen Stoff zu sammeln? Oliver Klucks ,Baader Panik’ (SWR 2019) gibt die kompromisslose Antwort: Ja! Kluck, von der Erstausbildung Lokführer, provoziert und irritiert als Hörspiel- und Theatermacher: Wie die ICEs der Deutschen Bahn gefühlt niemals pünktlich sind, verweigert seine Hörgroteske jegliche rationale Einordnung. Er beschießt sprunghaft, situativ, improvisierend, respektlos und beißend sein einstiges Berufsfeld mit skurrilen Metaphern über die Dinge des außerfahrplanmäßigen Lebens, die den absurden Alltag sprichwörtlich auf das Abstellgleis rangieren und die Hörer aus der Bahn werfen - oder besser: aus der Lebensbahn provozieren! Gestützt auf einen hohen Anteil an scharfer Satire bis hin zum Absurden, die auch vor Gerhart Hauptmanns tropfender Leiche nicht Halt macht, stehen in ,Baader Panik’ keinerlei Signale auf Rot: Nein, freie Fahrt für die unflätige Humoreske bzw. den pubertären Humor. Dieses dreiste Spiel mit der Postdramatik überzeugt genauso wie die heillos verschachtelten Sätze, die etwa das logische Potenzial von Telefonansagen ad absurdum führen - Sequenzen zum Lachen oder zum Fürchten oder gar zum Spaßgruseln? Das Spiel mit den Metaebenen erinnert an das Warten im finsteren Bahntunnel - oder an Platons Höhlengleichnis, lange bevor die Selbstentfesselung beginnt. Faktenwissen ist absolut überflüssig, die Sammlung hochamüsanter Fake-News schmeckt so süffig wie der überraschend köstliche Milchkaffee im Bordbistro bei leckeren 250 Stundenkilometern. Oliver Klucks ,Baader Panik’ ist eine Satire auf höchstem Niveau, die Snobismus mit Borniertheitskritik paart und damit ein Symbol für die Verunsicherung der Postmoderne ist.“

Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das HÖRSPIEL DES MONATS trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den 12 Hörspielen des Monats das HÖRSPIEL DES JAHRES.

22:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

22:05 Uhr

Atelier neuer Musikaufnehmen

Vom Fluchen und Lächeln
Die Salzburger Taschenoper 2019
Von Egbert Hiller

„Wie viel Realität braucht und verträgt das Musiktheater?” Dieser Frage stellt sich das Salzburger Taschenopernfestival alle zwei Jahre aufs Neue. Es läuft seit 2005 unter Federführung des Regisseurs Thierry Bruehl. Das diesjährige Motto lautet ,Salzburg liegt am Meer’. Zur Inspiration wurden Stücke William Shakespeares vorgeschlagen - z.B. ,Othello’, ,Was ihr wollt’ und ,Ein Sommernachtstraum’. Für die ausgewählten Komponistinnen und Komponisten Sarah Nemtsov, Stephan Winkler, Sara Glojnariæ, Gordon Kampe und Gerald Resch galt allerdings, nicht historische Szenen zu komponieren, sondern - ganz in der Tradition des Festivals - aus verschiedensten Perspektiven auch aktuelle kulturelle Phänomene und gesellschaftliche Zustände zu reflektieren. Inszeniert wurden die fünf neuen Kurzopern in Form eines in sich geschlossenen Musiktheater-Abends. Das Österreichische Ensemble für Neue Musik (oenm) interpretierte sie unter Leitung von Peter Rundel.

22:50 Uhr

Sport aktuellaufnehmen

23:00 Uhr

Nachrichtenaufnehmen

23:05 Uhr

Lange Nachtaufnehmen

Songs von Menschen im Straßengraben
Eine Lange Nacht über Tom Waits
Von Knut Benzner
Regie: der Autor

Die Szene spielt in Australien 1979. Tom Waits ist zu Gast in einer Talkshow, die damals anders liefen als heute. Der Gastgeber in feinem Zwirn, Zweireiher, Weste, Krawatte, sieht sehr englisch aus. Dann kommt Waits. Ausgebeulte Hose, schwarzes Hemd, ebenso ausgebeult, schwarze Cordjacke, der Kragen hoch gestellt, zerknautschter Hut. Plötzlich will Waits rauchen, aber es ist kein Aschenbecher zur Hand, der Talkmaster reicht ihm ein Gefäß, es ist ein gefülltes Wasserglas, Waits fällt die Kippe aus der Hand. „Wie lange singen Sie schon”, fragt der Moderator. „Wie lange was?”, fragt Waits zurück. 30 Jahre später schreibt jemand, der sich diesen Ausschnitt angesehen hat: „Es geht nicht ums Rauchen. Es geht um eine Botschaft. Alles raucht.” Tom Waits, tiefe Stimme, Texter, Sänger, Schauspieler, Klavierspieler, Kurt-Weill-Interpret, 19 LPs/CDs, zwei Soundtracks, 42 Filme. Schon lange kein Hobo mehr, kein Nachtschwärmer, kein Hund, der im Regen steht, sondern seriöser Familienvater. Am 7. Dezember wird der Mann 70.

23:57 Uhr

National- und Europahymneaufnehmen

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Programmtipps

Ein ICE der Deutschen Bahn aus München fährt in den Hauptbahnhof ein. (Annette Riedl/dpa)
Hörspiel des MonatsBaader Panik
Hörspiel 07.12.2019 | 20:05 Uhr

Oliver Kluck wirft kurze Schlaglichter auf die deutsche Gegenwart und Vergangenheit, zornig, komisch, gnadenlos. "Baader Panik" handelt von der Kultur des ICE-Fahrens und Mobil-Telefonierens, von Kritik und Zensur, von der ostdeutschen Provinz, von Skandalen im und auf dem Theater, von Skandalen in der deutschen Automobilindustrie, von Gerhart Hauptmann und Joseph Goebbels, von Frauenbefreiung, Kunst und Profit und vom Unternehmen Deutsche Bahn.

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