Sonntag, 29.03.2020
 
Seit 15:05 Uhr Rock et cetera

Programm: Vor- und Rückschau

Samstag, 21.03.2020
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Mitternachtskrimi

Hoffnung ist Gift
Von Iain Levison
Aus dem Englischen von Walter Goidinger
Bearbeitung: Steffen Moratz
Regie: Cordula Dickmeiß
Mit Nico Holonics, Devid Striesow, Stefanie Eidt, Jörg Hartmann, Philipp Engelhardt, Manuel Harder, Ingo Hülsmann, Mirko Böttcher, Anna Grisebach, Cristin König u.a.
Komposition: Andreas Bick
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020
Länge: ca. 54‘

Jeff Sutton, Taxifahrer in Dallas, USA, fährt eine Frau vom Flughafen in eine noble Villengegend. Da sie nicht genug Geld dabei hat, bittet ihn die Dame noch mit ins Haus. Als kurz darauf ihre zwölfjährige Tochter verschwindet, steht für die Polizei fest, dass hier nur einer als Täter in Frage kommt. Angeblich sind Jeffs Fingerabdrücke an einem Fenster des Hauses sichergestellt worden. Jeffs Pflichtverteidiger reißt sich nicht gerade ein Bein für ihn aus, und weil im Bundesstaat Texas auch keine Leiche als Mordbeweis vonnöten ist, wird der unbescholtene Taxifahrer in Untersuchungshaft genommen und im Trakt der Todeskandidaten untergebracht. Dort ist sein einziger Gefährte der gefühlskalte Mehrfach-Mörder Robert. Ausgerechnet er glaubt an Jeffs Unschuld - aber glaubt Jeff selbst noch an Gerechtigkeit? Am Tag der Urteilsverkündung nimmt sein Fall eine überraschende Wendung. Ein Krimi, der auf einer wahren Geschichte beruht.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Deutschlandfunk Radionacht

Jazz

Abschied von einem Giganten
Zum Tode des Pianisten McCoy Tyner

Al Jarreau zum 80. Geburtstag

Bobby McFerrin zum 70. Geburtstag

Am Mikrofon: Jan Tengeler

Am 6. März dieses Jahres starb der große Pianist McCoy Tyner. Mit seinem kraftvollen Spiel hat er dem Klavier im Jazz eine neue Dimension erschlossen. Dabei blieb er stets im Raum von Tonalität und Melodik. Sein Sound war prägend für das klassische Quartett des Saxofonisten John Coltrane.
„Wie ein brüllender Löwe“ habe er geklungen, lautet eine berühmte Kritikeräußerung über McCoy Tyner. Tatsächlich konnte er mit seiner donnernden Linken und den flirrenden Läufen der Rechten auf dem Flügel ungeahnte Energie und Klangfülle freisetzten. Dabei schätzte sein berühmtester Bandchef, John Coltrane, aber vor allem die melodische und harmonische Erfindungsgabe seines Pianisten. Als Bandleader hat McCoy Tyner ab den späten 1960er-Jahren viele inzwischen klassische Alben veröffentlicht, darunter „The Real McCoy“ (1967), „Sahara“ (1972) und „Supertrios“ (1977).

02:00 Nachrichten 

02:05 Sternzeit 

03:00 Nachrichten 

03:55 Kalenderblatt 

04:00 Nachrichten 

05:00 Nachrichten 

05:30 Nachrichten 

05:35 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Kommentar

Das Ende der Komfortzone

06:10 Uhr

Informationen am Morgen

Berichte, Interviews, Reportagen

06:30 Nachrichten 

06:35 Morgenandacht 

Landespfarrerin Petra Schulze, Düsseldorf
Evangelische Kirche

06:50 Interview 

Interview mit Josef Dülling, VDK, Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands zu Corona

07:00 Nachrichten 

07:05 Presseschau 

Aus deutschen Zeitungen

07:15 Interview 

Interview mit Rasmus Beck, Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, zu Corona

07:30 Nachrichten 

07:56 Sport am Morgen 

08:00 Nachrichten 

08:10 Interview 

Interview mit Peer Steinbrück, SPD, ehemaliger Bundesfinanzminister, zu Corona

08:30 Nachrichten 

08:47 Sport am Morgen 

08:50 Presseschau 

Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

Am Mikrofon: Jürgen Zurheide

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kalenderblatt

Vor 100 Jahren: Der französische Filmregisseur Eric Rohmer geboren

09:10 Uhr

Das Wochenendjournal

Ein Land steht still - Wie das Coronavirus das Leben verändert

Am Mikrofon: Henning Hübert

Deutschland stellt nach und nach seinen Betrieb ein: Schulen und Kitas sind geschlossen, ebenso ein Großteil der Geschäfte. Sport- und Kulturevents sind abgesagt, erste Großunternehmen stellen die Produktion ein. Die Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus ist groß. Es sind „Maßnahmen, die es so in unserem Lande noch nicht gegeben hat“ - so sagte es die Kanzlerin in dieser Woche. Die Menschen in Deutschland müssen jetzt ihren Alltag neu organisieren: Zum Teil ohne Arbeitsstelle und Kinderbetreuung, mit Besuchsbeschränkungen für Alte und Kranke. Ohne Kultur- und Freizeitangebote, ohne Kirchgang oder Reisemöglichkeiten. Henning Hübert berichtet für das „Wochenendjournal" über den Wandel in den vergangenen Tagen, seit die ersten staatlichen Erlasse das öffentliche Leben wegen des neuartigen Virus einschränken mussten.

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Klassik-Pop-et cetera

Am Mikrofon: Die Schauspielerin Dorka Gryllus

Mit ihrer natürlichen, ausdrucksstarken Art und einer präzisen, intuitiven Darstellung unterschiedlichster Charaktere besticht Dorka Gryllus. Die Schauspielerin wurde 1972 in Budapest geboren. In der ungarischen Hauptstadt studierte sie Schauspiel und wurde noch während der Ausbildung für die Hauptrolle in der Verfilmung von Péter Esterházys Bestseller ,Siebzehn Schwäne’ engagiert - eine Rolle, die sie in ihrem Heimatland berühmt machte. Anfang der 2000er zog Dorka Gryllus nach Berlin, wo sie als Leadsängerin der Band RotFront auftrat und die internationale Filmszene bei der Berlinale auf sich aufmerksam machte. Für ihre Rolle in ,Dallas Pashamende’, eine Filmtragödie über ein Roma-Camp, wurde sie 2003 als ,European Shooting Star’ der Berlinale ausgezeichnet. Seitdem wirbelt Dorka Gryllus in der europäischen Theater- und Filmlandschaft umher, lernt ihre Texte im Auto, stets unterwegs, vor allem zwischen Budapest, Berlin und Wien, wo sie zwischen Proben am Volkstheater ein Zeitfenster für ,Klassik-Pop-et cetera’ eingeschoben hat.

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Gesichter Europas

Englischer Patient - Der Gesundheitsdienst NHS und der Brexit
Von Marten Hahn

Der National Health Service - kurz NHS - ist eine ur-britische Institution. Der öffentliche Gesundheitsdienst Großbritanniens ist seit seiner Gründung für alle Bürger kostenlos. Oder besser gesagt: Er wird aus Steuereinnahmen finanziert. Darauf sind die Briten sehr stolz. Doch von dem einstigen Glanz ist wenig übrig. Es fehlt an Personal, Geld und Betten. Brexiteers wie Boris Johnson verkündeten vor dem Referendum deswegen, ein Austritt aus der EU würde Millionen in die Kassen des NHS spülen. Doch Experten warnen: Der Brexit stellt den angeschlagenen Gesundheitsdienst vor neue Probleme.

12:00 Uhr

Nachrichten

12:10 Uhr

Informationen am Mittag

Berichte, Interviews, Musik

Corona - Bund zu stattlicher Neuverschuldung und Klinik-Soforthilfe bereit

Interview mit Andrew Ullmann, FDP-Obmann im Bundestags-Gesundheitsausschuss

Corona-Ausgangssperre in Bayern - Bilanz der ersten Nacht

Unterwegs mit der Corona-Streife in Berlin

Über 600 Corona-Tote an einem Tag - Italien verschärft Ausgangssperren

Iraner feiern Neujahr überschattet von Corona

Nordkorea führt offenbar neue Raketentests durch

Nach Selbstauflösungs-Forderung - Treffen des AfD-"Flügels" abgesagt

Totenstille in Antalya - Türkischer Tourismus in der nächsten Krise

Sporttelegramm

Am Mikrofon: Jörg Münchenberg

12:50 Internationale Presseschau 

13:00 Uhr

Nachrichten

13:10 Uhr

Themen der Woche

Flüchtlingsabkommen mit der Türkei - Kein Rückzug ins europäische Schneckenhaus

Folgen der Corona-Krise - Vorteil China

Corona in Deutschland - Das Ende der Komfortzone

Krisenmanager und Königsmacher - Markus Söder und das Kanzleramt

am Mikrofon: Christoph Schäfer

13:30 Uhr

Eine Welt

WHO in Zeiten von Corona: Wie sich die Weltgesundheitsorganisation schützt

Schwaches Gesundheitssystem, schwache Währungen: Lateinamerika und Corona

Im Schatten des großen Nachbarn: Corona-Management Taiwan

Hieroglyphisches Hupen: Die Sprache ägyptischer Autofahrer

Moderation: Britta Fecke

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Campus & Karriere

Das Bildungsmagazin

Staatshilfen? Überbrückungsgeld? Kredite? Was hilft Selbstständigen und Freiberuflern in der Corona-Krise?
"Campus & Karriere" fragt:
Hat der Staat die kleinen Unternehmer und Freiberufler überhaupt im Blick? Welche Soforthilfen sollte der Staat ermöglichen? Wäre die Übernahme von Gewerbemieten eine Lösung? Wie sinnvoll sind Liquiditätshilfen und unkomplizierte Staatskredite?

Gesprächsgäste:
Veronika Mirschel, Verdi, Referat Selbstständige
Kerstin Tack, MdB, Sprecherin für Arbeit und Soziales der SPD
Andreas Lutz, Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschlands
Am Mikrofon: Manfred Götzke

Hörertel.: 00800 - 4464 4464
campus@deutschlandfunk.de

Selbstständige Dozenten, Fotografen, Betreiber kleiner Geschäfte: Sie sind von der Corona-Krise besonders schwer betroffen. Die Gewerbemieten laufen weiter, die Einnahmen, gleich null. Viele Selbstständige, wissen nicht,  wie sie die nächsten Tage überbrücken sollen. Es geht um die pure Existenz. Wie kann der Staat helfen?

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Corso - Kunst & Pop

The Weeknd mit „After Hours“: Einsamkeit und Buße
Anfang der 00er-Jahre setzte Abel Tesfaye alias The Weeknd mit seinen Mixtapes neue Maßstäbe im R&B. Seine düsteren Songs handelten von den dunklen Seiten des Lebens zwischen Drogenmissbrauch und existentiellen Grenzgängen. Auch auf seinem neuen Album geht es wieder um menschliche Abgründe.

Italo-Kitsch gegen die Corona-Krise: Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys
Rotwein, Sakko, Dolce Vita - die Kitschband Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys spielt mit Schlagerklischees und nimmt so die Sehnsucht nach dem Süden aufs Korn. Das ist wohltuender Quatsch zu Corona-Zeiten und tiefgründige Popkritik gleichermaßen.

Neues aus der Clubkultur: Techno in Corona-Zeiten
Die Corona-Krise sorgt nicht nur für leere Cafés und Restaurants, auch die Clubs sind von ihr betroffen. Alles ist geschlossen, abgesagt oder verschoben worden. Aber dann eben doch nicht alles - die Szene zeigt sich in der Not erfinderisch.

Zeit zur Entschleunigung:Die österreichische Musikerin AVECüber ihr Album „Homesick“
Miriam Hufnagl alias AVEC aus Oberösterreich sieht den Ernst der Lage in Zeiten der virusbedingten Ausgangssperre. Ihre Tour wurde verschoben, und auch sie denkt über Möglichkeiten von Streaming nach: „Dafür braucht man gutes Internet, was hier auf dem Land etwas schwierig ist,“ sagte sie im Dlf.

Am Mikrofon: Anja Buchmann

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Büchermarkt

Bücher für junge Leser

Carolina Celas: „Bis zum Horizont“
Aus dem Portugiesischen von Claudia Stein
(Verlag Kleine Gestalten, Berlin)
Beitrag von Änne Seidel

Tahereh Mafi: „Wie du mich siehst“
Aus dem Englischen von Katarina Ganslandt
(Verlag S. Fischer, Frankfurt a. M.)
Ein Beitrag von Katja Lückert

Der Kinderbuchautor Oliver Scherz - ein Porträt
Oliver Scherz und Barbara Scholz (Ill.): „Ein Freund wie kein anderer“ und „Ein Freund wie kein anderer. Im Tal der Wölfe“
(Thienemann Verlag, Stuttgart)
Oliver Scherz: „Ein Freund wie kein anderer. Im Tal der Wölfe“
Gelesen von Oliver Scherz
(Silberfisch Verlag, Hamburg)
Ein Beitrag von Ute Wegmann

Am Mikrofon: Dina Netz

16:30 Uhr

Forschung aktuell

Computer und Kommunikation

Viren-Tracking
Wie das Coronavirus mit digitalen Mitteln gebremst werden soll

Stresstest
Das Internet und die zusätzliche Belastung durch die Corona-Krise

Prozess-Bremse
68 Milliarden MidiFiles sollen Urheberrechtsklagen verhindern

Sternzeit 21. März 2020
Venus ganz links außen


Am Mikrofon: Manfred Kloiber

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Streitkultur

Geht Streit auch kultiviert?
Der Publizist Hasnain Kazim und der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen im Gespräch

Moderation: Monika Dittrich

17:30 Uhr

Kultur heute

Berichte, Meinungen, Rezensionen

Liebe per Stream - Für das “Theater an der Wien” inszeniert Christoph Waltz Beethovens „Fidelio

Pest und Corona - Von der plötzlichen Aktualität einer Ausstellung in Herne. Der Direktor des
Archäologischen Museums, Stefan Leenen, im Gespräch

"SPECTYOU" - Deutschlands erste Streaming-Plattform für Theater geht online

Lesemittelversorgung - Wie der stationäre Buchhandel Corona trotzt. Iris Hunscheid, Sprecherin der
Interessengruppe Unabhängige Sortimenter des Börsenvereins, im Gespräch

Reihe „Endlich mal erklärt“: Was ist der "White Cube"?

Am Mikrofon: Mascha Drost

18:00 Uhr

Nachrichten

18:10 Uhr

Informationen am Abend

18:40 Uhr

Hintergrund

Plötzlich nicht mehr die passende Pille: Lieferengpässe bei Medikamenten

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Kommentar

19:10 Uhr

Sport am Samstag

20:00 Uhr

Nachrichten

20:05 Uhr

Hörspiel

Hörspiel Hölle
Von Michael Lentz
Realisation: der Autor
Komposition: Gunnar Geisse
Mit Sophia Siebert, Uli Winters, Michael Lentz, Gunnar Geisse
Sopran-, Alt- und Baritonsaxofon: Michael Lentz
Produktion: BR 2019
Länge: 62'


Hörspielmagazin Extra
“Panik in Surabaya” - Neue Töne aus Frankreich und Italien
von Karl Lippegaus

,Hörspiel Hölle’ ist das Protokoll eines Verhörs und ein Prozess, der kurz wäre, könnte man sich nur auf die richtige Beschreibung der Hölle einigen und müssten, weil man es nicht kann, nicht immer Teile des Prozesses wiederholt werden. Die Prozessbeteiligten sitzen inmitten der Bilder, die sie von der Hölle haben und deren Teil sie sind, als vom Sohn ins Hörspiel Hölle geholt und als Stimmen auf uns losgelassen. Der Sohn sagt: „Durch einen krötenbesetzten Torbogen schreitet eine unansehnliche Gestalt, mehr Tier als Mensch, mit rotglühenden Augen und einem vergitterten Hochofen mit glühenden Kohlen als Bauch, den ihr mit einem Reißverschluss versehenes schwarzes Gewand als dreieckiges Auge Gottes erscheinen lässt. Ihr Maul hat sie weit aufgerissen, es zeigt vier spitze Eckzähne vor dem feuerflammenden Schlund. Als Zeremonienmeister trägt sie eine vierfache Sense, mit der sie mir vierfach das Wort im Mund herumdrehen wird.“ Sie sagen: „Die Schuld des Delinquenten ist erwiesen durch den Umstand, dass der Prozess stattfindet. Eine Anhörung des Delinquenten ist nicht vorgesehen, er meldet sich trotzdem.“ Der Sohn ist verurteilt, soviel steht fest. Von wem? Vom Vater. Diesen Vater, der in seiner Freizeit Gott ist, lässt der Sohn im Äther verschwinden. Dort ist die Hölle. Und der Himmel ist in die Hölle gefahren. Also findet die Kreuzigung in der Hölle statt, im Bild der Kindheit, als Golgotha eine Muschel war, auf der das Kruzifix stand, beide aus grün phosphorizierendem Perlmutt. Dessen verblassendes Nachleuchten gab einen ersten Begriff vom Sterben. In der Dunkelkammer der Kindheit auf ewig die Kreuzigung zu vollziehen, so lautet die Strafe. Wie ist der Mann vom schulpsychologischen Dienst in das Hörspiel namens ,Hörspiel Hölle’ geraten? Er sagt: „Ihr Sohn ist ein Verschwörer. Er hat Sie verschwinden gemacht, gelöscht.“ Nach welchen Regeln funktioniert das ,Hörspiel Hölle’? Wiederholung. Zerstörung. Und Wiederaufbau.

22:00 Uhr

Nachrichten

22:05 Uhr

Atelier neuer Musik

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal
Werke von Coriún Aharonián, eingespielt vom Ensemble Aventure
Am Mikrofon: Yvonne Petitpierre

Auf der Suche nach einem lateinamerikanischen Selbstverständnis des Komponierens greift Coriún Aharonián (1940- 2017) immer wieder auf historische Ereignisse seiner Heimat zurück. Gesellschaftliche Verantwortung und künstlerischer Anspruch gehen bei ihm Hand in Hand. Seine musikalische Sprache ist in der Kultur des Widerstandes verwurzelt und in der Ablösung von Modellen europäischer Kompositionstradition. Ungeachtet weitgehender klanglicher Kargheit charakterisiert seine Musik vor allem eine physische Kraft und Präsenz. Das Freiburger Ensemble Aventure hat kammermusikalische Werke des Komponisten neu eingespielt - im Rahmen seiner mit dem Deutschlandfunk und dem Label Wergo begonnenen Lateinamerika-Reihe.

22:50 Uhr

Sport aktuell

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Lange Nacht

Beim Erbfeind auf der Bühne
Die Lange Nacht über deutsche Unterhaltungskünstler im Pariser Exil
Von Peter Mayer
Regie: Claudia Mützelfeldt

So etwas hatten die Nachtschwärmer im Pariser Cabaret ‚Le Boeuf sur le Toit‘ noch nicht gehört: Eine deutsche Chansonsängerin trug Bert Brechts Ballade vom Gauner Sourabaya-Johnny vor. Marianne Oswald hieß die unbekannte Künstlerin. Aus Furcht vor den Nazis hatte sie sich schon Anfang der 30er-Jahre aus Berlin abgesetzt und Zuflucht in Paris gefunden, das für sie Exil und Sehnsuchtsort zugleich war. Marianne Oswald machte Karriere, was nur wenigen vor den Nazis geflohenen deutschen Bühnenkünstlern gelang. Die meisten lebten von Almosen sozialer Hilfsorganisationen, mussten sich von der Pariser Ausländerbehörde schikanieren lassen und präsentierten auf Kleinkunstbühnen für Exilanten wehmutsvolle Erinnerungsprogramme an Wien oder Berlin. Deutschen Komponisten machten zum Teil militant fremdenfeindliche französische Kollegen das Leben schwer. Dennoch hatten auch einige andere Erfolg wie Ralph Erwin, der Schönberg-Schüler Rudolph Goehr, Norbert Glanzberg oder das Duo Bert Reisfeld und Rolf Marbot. Als die Deutschen Frankreich besetzt hatten, flohen viele Künstler aus ihrem Emigrationsland Frankreich, tauchten unter oder verloren ihr Leben wie Ralph Erwin. Marianne Oswald war Anfang 1939 in die USA gegangen und erst 1946 zurückgekehrt. Nur noch selten stand sie danach auf der Bühne. Sie schrieb Drehbücher, war Filmproduzentin und engagierte sich für die Versöhnung zwischen Franzosen und Deutschen. Am 25. Februar 1985 ist sie gestorben.

23:57 Uhr

National- und Europahymne

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Ein Sportler spannt seine Rückenmuskulatur an  (imago/Ikon Images)
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Freistil 29.03.2020 | 20:05 Uhr

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