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StartseiteSternzeitDie Frau mit den jungen Quasaren 09.01.2021

Promotionspreis für Anna-Christina Eilers Die Frau mit den jungen Quasaren

In den Tiefen des Kosmos leuchten viele Quasare, aktive Kerne von Galaxien. Dort stürzt Materie in ein riesiges Schwarzes Loch – durch das grelle Aufleuchten der Materie kurz vor dem Verschwinden sind Quasare aber noch über Milliarden Lichtjahre Entfernung zu sehen. Eine deutsche Forscherin untersucht sie.

Von Dirk Lorenzen

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Künstlerische Darstellung eines Quasars – so ein Objekt heizt mit seiner intensiven Strahlung oft weite Gebiete in der Umgebung auf  (J. Neidel / MPIA)
Künstlerische Darstellung eines Quasars – so ein Objekt heizt mit seiner intensiven Strahlung oft weite Gebiete in der Umgebung auf (J. Neidel / MPIA)

Die Astronomin Anna-Christina Eilers tüftelt am renommierten MIT in den USA an einem Quasar-Rätsel, das sie im Rahmen ihrer Doktorarbeit in Heidelberg entdeckt hat. Sie untersuchte über 30 Quasare. Dabei interessierte sie vor allem, wie lange diese Objekte schon Materie verschlingen.

Das Alter der Quasare lässt sich indirekt bestimmen. Denn wenn so ein Objekt intensive Strahlung aussendet, heizt es die Umgebung stark auf. Faustregel: Je größer das aufgeheizte Gebiet ist, desto länger strahlt der Quasar. Zur Überraschung der Forscherin haben einige Quasare zwar eine Masse von mehr als einer Milliarde Sonnenmassen, zugleich aber erst einen sehr kleinen Bereich aufgeheizt – sie leuchten noch nicht einmal hunderttausend Jahre.

Ende des Jahres soll das James-Webb-Teleskop (Animation) ins All starten, das auch bei der Erforschung der Quasare zum Einsatz kommen wird (NASA)Ende des Jahres soll das James-Webb-Teleskop (Animation) ins All starten, das auch bei der Erforschung der Quasare zum Einsatz kommen wird (NASA)

Bisher ging man davon aus, dass ein Quasar mindestens hundert Millionen Jahre lang Materie verschlingen muss, um zu enormer Größe anzuwachsen. In der Zeit hätte er aber auch die gesamte Umgebung "aufgekocht". Dass manche Quasare zwar extrem massereich, zugleich aber sehr jung sind, lässt sich mit den heutigen Modellen zur Entstehung von Schwarzen Löchern und Galaxien nicht erklären.

Ende des Jahres soll das James-Webb-Weltraumteleskop starten – von ihm erhofft sich Anna-Christina Eilers Hinweise zur Lösung des Quasar-Rätsels.

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