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Propaganda im Russland-Ukraine-KonfliktWas bezweckt Kiew mit der "Internetarmee"?

Kein Blick - Poroschenko (l.) und Putin bei den Gedenkfeiern zum D-Day in der Normandie (6. Juni 2014)
Liefern sich die Regierungen von Petro Poroschenko und Wladimir Putin - hier beim Weltkriegsgedenken 2014 in der Normandie - nun auch einen "Krieg im Internet"?

Hybride Kriegsführung - das ist eine Mischung aus tatsächlichen Kampfhandlungen, aus Desinformation und Täuschungsmanövern. Das Ziel: Verantwortlichkeiten eines Konfliktes verwischen, die Zuordnung zu einer Seite unmöglich machen. Will die Ukraine es auf diesem Feld nun Russland gleich tun?

Das Informationsministerium in Kiew will eine sogenannte Internetarmee gründen. Nutzer sollen einen "Informationskrieg" für die Ukraine führen und Lügen des Gegners, also Russlands, entlarven. Dafür ist seit kurzem das Portal i-army.org online. Dort kann sich jeder eintragen, der als sogenannter Internetsoldat an "der Informationsfront" kämpfen will.

Kritik kommt auch aus der Ukraine

Die Webseite habe eine martialische Anmutung, sagt DLF-Korrespondentin Sabine Adler. An dem Projekt werde auch in der Ukraine Kritik geäußert, etwa dass man russischer Desinformation nicht eigene Desinformation entgegenstellen solle. Der Regierung werde überdies vorgeworfen, das Informationsministerium sei nur gegründet worden, um einen Freund der Familie des Präsidenten Poroschenko mit einem Posten zu versorgen. Sabine Adler verweist aber auch auf massive russische Propaganda. Da seien lancierte Gerüchte, Präsident Poroschenko fahre eine Dienstlimousine mit US-amerikanischem Hoheitszeichen, noch ein harmloses Beispiel.

Kritik an dem ukrainischen Informationsministerium kommt auch von "Reporter ohne Grenzen": "Es ist nicht Aufgabe der Regierung, Informationen zu kontrollieren", sagte Geschäftsführer Christian Mihr. "Propaganda bekämpft man nicht durch Propaganda, stattdessen sollte man unabhängige Medien und kritische Journalisten ermutigen. Es ist kein guter Start für die neu gewählte Regierung, als erstes eine Art Propagandaministerium ins Leben zu rufen." DLF-Korrespondentin Sabine Adler kommt allerdings zu dem Schluss, im Ganzen könnten Journalisten in der Ukraine freier arbeiten als vor dem Machtwechsel in Kiew.

Das Gespräch von Sabine Adler mit Peter Kapern können Sie über den Audioplayer in diesem Beitrag in voller Länge hören.

 

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