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Protest gegen FemizideFrauen in Mexiko besetzen Büro der staatlichen Menschenrechtskommission

Eine Demonstrantin führt einen Tanz mit Feuer vor. (dpa/ El Universal)
Frauen-Proteste vor dem Unabhängigkeitstag in Mexiko (dpa/ El Universal)

In Mexiko halten Aktivistinnen seit mehr als 10 Tagen das Hauptbüro der staatlichen Menschenrechtskommission in Mexiko-Stadt besetzt.

Sie wollen mit der Aktion auf Gewalt gegen Frauen in ihrem Land hinweisen. Anlässlich des mexikanischen Unabhängigkeitstags am 16. September begingen sie in der Nacht auf Dienstag eine "Anti-Feier", bei der hunderte Frauen tanzten, in Sprechchören Gerechtigkeit für Frauen forderten und eine Figur des Präsidenten López Obrador in Form einer Piñata verbrannten. Die Aktivistinnen betonten, dass es für Frauen in diesem Jahr am Nationalfeiertag nichts zu feiern gebe.

Jeden Tag knapp zehn Morde an Frauen

Jeden Tag werden in dem nordamerikanischen Land im Schnitt zehn Frauen ermordet. Rund 1.000 Taten im vergangenen Jahr wurden als Femizide eingestuft - also als Morde an Frauen aufgrund ihres Geschlechts. In der ersten Hälfte dieses Jahres stiegen diese Zahlen im Vergleich zum Vorjahr nach offiziellen Statistiken erneut. Die meisten Morde werden nicht aufgeklärt. Hinzu kommen Zehntausende weitere Gewalttaten gegen Frauen.

Präsident López Obrador wird vorgeworfen, das Problem der Gewalt gegen Frauen nicht ernst genug zu nehmen. Zum Internationalen Frauentag am 8. März waren in diesem Jahr in Mexiko-Stadt nach Polizeiangaben rund 80.000 Frauen auf die Straße gegangen.

Diese Nachricht wurde am 16.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.