RusslandProzess gegen russische Menschenrechtsorganisation Memorial hat begonnen

In Moskau hat der Prozess gegen Memorial begonnen.

25.11.2021

Teilnehmer und Journalisten stehen vor einem Gerichtsgebäude in Moskau.
In Moskau beginnt der Prozess gegen die Menschenrechtsorganisation Memorial. (picture alliance/dpa/TASS | Artyom Geodakyan)
Die Staatsanwaltschaft hat die Auflösung der russischen Menschenrechtsorganisation und ihres Zentrums in der Hauptstadt beantragt. Sie wirft Memorial vor, gegen das Gesetz zur ausländischen Finanzierung von Organisationen verstoßen zu haben. Das Zentrum wird zudem beschuldigt, Extremismus und Terrorismus zu verherrlichen.
Der Prozess hat sowohl in Russland als auch im Ausland starke Kritik ausgelöst. Unter anderem Vertreter aus den USA, Großbritannien und Frankreich sind als Beobachter anwesend. Bundespräsident Steinmeier hatte gestern von einer Kriminalisierung wertvoller Versöhnungsarbeit gesprochen. Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich hunderte Menschen und demonstrierten gegen ein Verbot von Memorial. Die Organisation setzt sich für politische Gefangene ein, aber auch für die Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen in der Sowjetunion sowie in ihrem Arbeitslagersystem Gulag.
Diese Nachricht wurde am 25.11.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.