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PsychologinWarum es so schwer ist, mit dem Fleisch essen aufzuhören

Verschiedene Würste hängen an Stangen im in einem Laden. (imago / Daniel Schvarcz)
Verschiedene Wurstsorten (imago / Daniel Schvarcz)

In der Debatte über weniger Fleischkonsum sollte nach Ansicht der Psychologin Tamara Pfeiler besser über die Vorteile einer fleischarmen oder -losen Ernährung aufgeklärt werden. Bislang stehe bei der Entscheidung, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, häufig der Verzicht im Vordergrund, sagte Pfeiler im Deutschlandfunk. Damit bei den Deutschen flächendeckend ein Umdenken stattfinde, bedürfe es jedoch starker Motivationen.

Die Regierung müsse die Vorteile einer fleischfreien Ernährung für die individuelle Gesundheit und im Kampf gegen den Klimawandel hervorheben, forderte Pfeiler (Audio-Link). Auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in Schlachthöfen sollten verstärkt thematisiert werden – wie jetzt durch den Corona-Ausbruch in mehreren Betrieben geschehen.

Häufig besteht nach Ansicht der Psychologin von der Universität Mainz noch viel Unwissenheit und Angst, dass es für die Gesundheit schädlich sei, wenn man tierische Produkte bei der Ernährung weglässt. Wissenschaftliche Studien zeigten jedoch das Gegenteil: So litten Vegatierer seltener an Bluthochdruck, ihre Cholesterinwerte seien besser und sie hätten weniger Gewichtsprobleme.

Widerspruch im Umgang mit Tieren

Die Psychologin stieß bei ihren Forschungen zum Fleischkonsum immer wieder auf den Widerspruch, dass viele Menschen grundsätzlich empathisch im Umgang mit Tieren sind, aber gleichzeitig deren Tötung für den Fleischkonsum akzeptieren. Dies führt Pfeiler darauf zurück, dass das Töten ausgelagert und für viele nicht sichtbar sei. Außerdem würden Nutztiere im Gegensatz zu Haustieren abgewertet, indem man ihnen weniger geistige Fähigkeiten wie Schmerzempfinden oder Bewusstsein zuspräche.

Gestern hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner bei einem Treffen mit Vertretern aus der Schlachtbranche und dem Handel sowie Tierschützern angekündigt, gegen Missstände in der Fleischproduktion und Preisdumping vorzugehen.