Wirtschaftsgespräch 12.11.2019

QuartalszahlenPost profitiert vom Paketboom Von Klemens Kindermann

Beitrag hören Pakete werden am 30.11.2017 auf Transportwagen durch die Halle des DHL-Paketzentrums in Rüdersdorf (Brandenburg) gefahren. Ran an die Päckchen und Pakete: Für die Mitarbeiter von Paketzentren heißt es jetzt wieder Ärmel hochkrempeln. Zum Beispiel am DHL-Standort im brandenburgischen Rüdersdorf (Märkisch-Oderland). Bis zu 400 000 Pakete können hier vor Weihnachten täglich bearbeitet werden, wie es vom Unternehmen heißt. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB | Verwendung weltweit (dpa-Zentralbild)Ein Paketbote trägt in Berlin im Schlosspark Charlottenburg seine Lieferung aus (dpa-Zentralbild)

Bei der Deutschen Post freut man sich dank des boomenden Paketmarkts über wachsende Geschäftszahlen. Im Weihnachtsgeschäft werden teilweise bis zu elf Millionen Pakete an Spitzentagen ausgeliefert. Die Post muss kämpfen, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Die Deutsche Post hat am Dienstag ihre Zahlen für das 3. Quartal bekannt gegeben und die liegen über den Erwartungen: Der Umsatz steigt um fast fünf Prozent, der Gewinn klettert deutlich und dürfte im Gesamtjahr bei über vier Milliarden Euro liegen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Post immer mehr Pakete transportiert.

Wie wird sich das Weihnachtsgeschäft für die Deutsche Post auswirken?

Weihnachten 2019 werden in Deutschland so viele Pakete erwartet wie noch nie. Die Prognose des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik geht in diesem Jahr von 355 Millionen Sendungen aus. Eine Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zu 2018. Das Weihnachtsgeschäft ist für die Paketbranche der Zeitraum von Anfang November bis zum 31. Dezember.

Die höheren Wachstumsraten beim Online-Handel sorgen für eine stetig ansteigende Zahl ein Paketen, da die Kunden ihren Weihnachtseinkauf immer mehr online statt in der Innenstadt durchführen. 

Können die Paketdienste die steigenden Paketmengen bewältigen?

Das ist eine riesige Herausforderung. Viele Paketdienstleister stellen in großem Stil Aushilfen ein, alleine die Deutsche Post wird 2019 vor Weihnachten rund 10.000 Zusatzkräfte beschäftigen, DPD rund 4.000 und Hermes bis zu 6.500.

Die Post schätzt, dass an den arbeitsreichsten Tagen direkt vor Heiligabend mehr als elf Millionen Pakete pro Tag ausgeliefert werden müssen. Kunden werden vor Weihnachten also mit Verzögerungen bei der Zulieferung rechnen müssen. 

Verlangen die Paketdienste mehr Geld für die Pakete vor Weihnachten?

Im Weihnachtsgeschäft werden Zuschläge in der Regel von den Online-Händlern oder anderen gewerblichen Versendern erhoben. DPD verlangt in der Regel rund 75 Cent mehr pro Paket. Hermes verhandelt mit den Unternehmen sogenannte Peak-Zuschläge, und zwar einzeln. UPS macht Pakete teurer, die schwer oder besonders groß sind. Der Vorstandschef der Deutschen Post, Frank Appel, sagte dem Deutschlandfunk dazu:

"Wir haben auch im letzten Weihnachtsgeschäft zwar keinen Zuschlag gehabt für die Geschäftskunden, aber wir haben in der Tat Preise genommen, wenn große Volumensabweichungen zur Prognose stattgefunden haben, weil das dann schwierig für uns ist zu managen. Wir wollen den Privatkunden damit nicht belasten. Es ist am Ende eine Frage, wie die E-Commerce-Händler das weitergeben."

Wer sein Privat-Paket für die Familie vor Weihnachten zur Postfiliale trägt, muss keine zusätzlichen Gebühren zahlen.

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