Montag, 26. September 2022

"Mawjoudin"
Queeres Filmfestival in Tunesien startet - Organisatoren in Sorge wegen Anfeindungen

Vor Beginn des dritten "Mawjoudin Queer Film Festival" in Tunesien sorgen sich die Organisatoren vor Anfeindungen.

20.09.2022

    "Mawjoudin Queer Film Festival" in Tunesien.
    "Mawjoudin Queer Film Festival" in Tunesien (imago images / NurPhoto / Chedly Ben Ibrahim via www.imago-images.de)
    Auch 2022 könne man sich als LGBT-Festival noch nicht der großen Öffentlichkeit zugänglich machen, sagte der künstlerische Leiter, Karam Aouini, dem Evangelischen Pressedienst. Ein Festival, das sich vorrangig an lesbische, schwule, bisexuelle und Transmenschen und andere sexuelle Minderheiten richte, in Tunesien zu organisieren sei eine Gratwanderung. Einerseits wolle man die Öffentlichkeit sensibilisieren, andererseits fürchte man sich vor Übergriffen. Man habe zwar in der Vergangenheit keine Probleme gehabt. Aber wegen der Gewalt und Diskriminierungen, denen man allein in den Sozialen Netzwerken ausgesetzt sei, werde man Vorsichtsmaßnahmen treffen.
    Das queere Festival findet zum dritten Mal in der tunesischen Hauptstadt Tunis statt. Es beginnt am Donnerstag und dauert vier Tage. "Mawjoudin" heißt im Arabischen: "Wir sind da/Wir existieren". In Tunesien wird Homosexualität kriminalisiert. Homosexuelle Handlungen können mit drei Jahren Haft bestraft werden. Zudem gibt es keine Gesetze, die Menschen vor Diskriminierung wegen ihrer sexuellen Orientierung schützen. Insgesamt 32 Spiel- und Dokumentarfilme sind zu sehen. Hinzu kommen Kunstausstellungen, Workshops und Podiumsdiskussionen. Die Filme stammen vorrangig aus dem globalen Süden und zeigen die queere Gemeinschaft in Tunesien und der Region. Westliche Produktionen, so Aouini, hätten oft wenig mit dem Leben hier zu tun.
    Diese Nachricht wurde am 20.09.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.