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StartseiteInterview"Die Grünen haben die Gesellschaft verändert"12.01.2020

Ralf Fücks zu 40 Jahre Die Grünen"Die Grünen haben die Gesellschaft verändert"

Die Grünen feiern ihr 40-jähriges Bestehen und hätten es in dieser Zeit vom Rand ins Zentrum der Gesellschaft geschafft, sagte Ralf Fücks, eines der Gründungsmitglieder der Partei, im Dlf. Ihre Inhalte, die damals vor allem in konservativen Kreisen als Zumutung galten, seien heute politische Top-Themen.

Ralf Fücks im Gespräch mit Änne Seidel

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Annalena Baerbock macht ein Selfie mit Parteikollegen (imago images / Metodi Popow)
Grund zum Feiern: Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen mit Partei-Urgestein und anderen Kollegen auf der Jubiläumsfeier in Berlin (imago images / Metodi Popow)
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Im Januar 1980 gründete sich aus den damaligen Umwelt-, Friedens- und Frauenbewegungen heraus in Karlsruhe die Bundespartei der Grünen. Drei ahre nach der Parteigründung im Jahr 1980 zogen die Grünen bereits in den Bundestag ein. "Das war schon Euphorie, das Gefühl eines historischen Moments als Außenseiter den Sprung in den Bundestag zu schaffen", sagte Ralf Fücks mit Blick zurück. Gleichzeitig habe es ganz unterschiedliche Vorstellungen innerhalb der Partei gegeben, was man in diesem Parlament machen sollte.

Ralf Fücks, scheidender Vorstand der grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung, am 25. Juni 2017 in der Bremer Kulturkirche St. Stephani bei einer Feier zum 65. Geburtstag seiner Ehefrau, der grünen Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck, die damit zugleich ihren bevorstehenden Abschied aus dem Bundestag im September 2017 feierte.  war von 1985 bis 1989 Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft, saß im Bundesvorstand der Grünen und amtierte von 1991 bis 1995 als Bremer Umweltsenator in einer rot-gelb-grünen Ampelkoalition.  (Imago images /  Eckhard Stengel)Ralf Fücks, früher Senator in Bremen: "Gefühl von einem historischen Moment, als Außenseiter den Sprung in den Bundestag zu schaffen" (Imago images / Eckhard Stengel)

"Die Grünen verstanden sich als außerparlamentarische Opposition, als Protestpartei, das Parlament zu nutzen als Tribüne für Kritik und ihre eigenen Forderungen. Erst im Laufe vieler Jahre entwickelte sich daraus ein Verständnis von parlamentarischer Gestaltung", sagte Füchs.

Ökologie - nach wie vor die große historische Mission

Dass die Grünen angekommen seien in der Mitte der Gesellschaft, klingt für ihn allerdings zu sehr nach Anpassung und Bequemlichkeit. "Tatsächlich haben die Grünen in dieser langen Zeit nicht nur sich selbst, sondern sie haben auch die Gesellschaft verändert. Sie haben neue Themen auf die Tagesordnung gesetzt, vor allem natürlich die Ökologie. Diese sehe ich nach wie vor als die große historische Mission der Grünen", sagte der frühere Bremer Umweltsenator.

Karl Kerschgens (l) und Dietrich Wilhelm Plagemann in Karlsruhe auf dem Podium beim Kongress der "SPV - Die Grünen". Die grünen, alternativen und bunten Gruppierungen in der Bundesrepublik haben am 13.01.1980 eine Bundespartei mit dem Namen "Die Grünen" gegründet.  (dpa)Gründungsparteitag der Grünen 1980: Karl Kerschgens (l) und Dietrich Wilhelm Plagemann am 12.01.1980 in Karlsruhe auf dem 3. Kongress der "SPV - Die Grünen". (dpa)

Frauenfrage, Gleichberechtigung von Homosexuellen, multikulturelle Gesellschaft - diese Ideen der Grünen seien inzwischen tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. "Die Grünen haben eine Reise gemacht zusammen mit ihrem politischen Programm vom Rand ins Zentrum der Gesellschaft", sagte Ralf Füchs.

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