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StartseiteVerbrauchertippEinfach losmähen geht nicht25.04.2018

Rasenroboter im TestEinfach losmähen geht nicht

Wer über die Anschaffung eines Rasenroboters nachdenkt, sollte vorher einiges beachten. Denn vor dem ersten Einsatz muss viel programmiert und eingestellt werden. Und auch während des Betriebes kann es immer wieder zu Problemen kommen. In manchen Fällen kann ein Rasenroboter sogar zu einer echten Gefahr werden.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Rasenmähroboter des Typs Automower 315 der Firma Husqvarna fährt über eine Wiese (dpa)
Fazit der Stiftung Warentest: Zurücklehnen und den Rasenroboter bei der Arbeit zuzusehen, klappt bei vielen Modellen gut (dpa)
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Ein Rasenroboter nimmt dem Gärtner natürlich das Mähen ab. Doch auch die automatisierte Rasenpflege verlangt einiges an Arbeit. Der Roboter sollte schließlich die Grenzen des Grundstücks erkennen können. Deshalb muss vor dem ersten Einsatz vieles programmiert und vorbereitet werden. Damit der Roboter weiß, wie oft, wann, wo und wie er mähen soll, so Warentesterin Christiane Böttcher-Tiedemann:

"Insbesondere die Verlegung des Begrenzungskabels und die Installation der Dockingstation, auch der Stromanschluss muss gewährleistet werden. Also: Einfach mal so losmähen geht nicht."

Gärten mit extremer Hanglage sind im Nachteil

Verwinkelte Gärten mit vielen Hindernissen oder auch solche mit extremer Hanglage eignen sich zudem weniger für einen Rasenroboter. Im Gegensatz zu herkömmlichen Rasenmähern sind die Roboter anschließend deutlich öfter im Einsatz, weil das Gras nicht allzu hoch stehen sollte. Denn die Rasenroboter arbeiten als sogenannte Mulch-Mäher:

"Sie können nur von einer Rasenhöhe ausgehen, die unterhalb oder um die zehn Zentimeter liegt. Der Grasschnitt verbleibt auf dem Rasen und soll dort als Dünger dienen. Weshalb recht hoher Rasen auch nicht gemäht werden sollte. Denn dann müsste man unbedingt mit der Harke hinterher gehen, um den Grasschnitt runterzuholen - das macht der Mäher nicht mit einem Fangkorb, wie bei anderen Mähern."

Insgesamt vier Monate lang hat die Stiftung Warentest Rasenroboter für Flächen von 200 bis 3.000 Quadratmetern untersucht. Sechs von acht mähten gut. Nur die Modelle von "Bosch" und "Robomow" fielen aus der Reihe, bei ihnen gab es auch Störungen während des Betriebs. Christiane Böttcher-Tiedemann:

"Bei uns im Test hat ein Roboter eher gerissen als geschnitten. Sodass man den Eindruck hatte, die Rasenfläche ist etwas bräunlich. Bei einem zweiten Roboter ist es so, dass die erste Ladestation kaputt war - und auch die von uns teuer nachgekaufte Ladestation noch während des Dauertests kaputt ging."

Mögliche Gefahr für kleine Kinder und Haustiere

Doch trotz meist überzeugender Mähergebnisse - in der Gesamtbewertung bekam kein Modell eine gute Note. Der Grund: Gerade wenn kleine Kinder oder Haustiere in der Nähe sind, steige die Verletzungsgefahr, so die Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation ging in ihrer Untersuchung dabei über die vorgeschriebene Sicherheits-Norm hinaus. Demnach müssen stehende Erwachsene und Kinder von den Robotern als Hindernis erkannt werden – was auch bei allen Geräten funktioniert hat. Doch krabbelnden oder liegenden Kleinkindern können die Roboter durchaus gefährlich werden.

"Wir haben auch ein krabbelndes Kleinkind mit einer Attrappe simuliert - wurde von zwei Robotern überfahren. In der Realität wären starke Schnittwunden an dem Kinderfuß entstanden. Das haben wir mit 'mangelhaft' bewertet."

Bei kleineren Flächen bis zu 1.000 Quadratmetern lag das Modell "Gardena smart Sileno" für 1.600 Euro vorn. Bei großen Flächen der Rasenroboter "Husqvarna Automower" für 2.760 Euro.

Fazit der Stiftung Warentest: Zurücklehnen und den Rasenroboter bei der Arbeit zuzusehen, klappt bei vielen Modellen gut. Da sie jedoch dank Programmierung selbsttätig starten, sollte stets geschaut werden, ob nicht doch kleine Kinder in der Nähe sind.

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