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Rassismus-VorwurfRBB reagiert auf Kritik an Dieter Nuhr wegen Äußerungen zu Buch von Alice Hasters

Dieter Nuhr spricht in ein Mikrofon, live im Kulturgarten mit seinem Programm 'Kein Scherz!' in der Bonner Rheinaue, am 4. August 2020. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)
Dieter Nuhrs Äußerungen über die Autorin Alice Hasters brachten ihm in Social Media-Kanälen viel Ärger ein. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)

Die Intendantin des RBB, Patricia Schlesinger, hat sich für Teile einer Sendung des Kabarettisten Dieter Nuhr in der vergangenen Woche entschuldigt.

Das geht aus einem Schreiben an die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner eines Protestbriefs hervor, über das der "Tagesspiegel" berichtet. Auslöser war die Kritik Nuhrs am Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" der schwarzen Autorin Alice Hasters. Der Kabarettist nannte den Titel "reißerisch" und "rassistisch", weil er weißen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe Rassismus unterstelle. Gelesen hatte er das Buch aber nicht. Zudem behauptete er fälschlicherweise, das Werk sei ein "Riesenrenner" in den USA gewesen. Dort ist es aber nie erschienen. Schlesinger betonte nun, der sachliche Fehler von Dieter Nuhr hätte nicht passieren dürfen. "Unsere Entschuldigung dafür richtet sich zuerst an Alice Hasters." Sie stellte auch klar, dass man nicht über ein Buch sprechen dürfe, das man nicht gelesen habe. Allerdings schrieb die Intendantin auch, dass sie die Äußerungen Nuhrs zum Titel von der Kunstfreiheit gedeckt sehe. Man schätze Nuhr, weil er an Grenzen gehe.

Nuhr selbst wehrt sich dagegen, als Rassist bezeichnet zu werden. Er sagte im Interview des Magazins "Focus": "Wenn mir vorgeworfen wird, rechts, Corona- oder Klima-Leugner zu sein, muss ich mich wehren. Da wird ja gezielt versucht, durch Diffamierung meine künstlerische Existenz zu vernichten." In den Sozialen Medien werde nicht mehr argumentiert, sondern etikettiert, Argumente würden fast vollständig durch Diffamierungen ersetzt.

Auf Twitter hatte der Kabarettist bereits vor einigen Tagen reagiert und eingeräumt, sich bei seiner Kritik nur auf den Titel des Buches bezogen zu haben, da er es nicht gelesen habe.

Diese Nachricht wurde am 21.11.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.