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StartseiteVerbrauchertippWas bei kaltem Winterwetter wirklich hilft13.12.2018

Raue Lippen, rissige HändeWas bei kaltem Winterwetter wirklich hilft

Es fühlt sich an, als würde die Haut reißen: Spröde Hände, rissige Lippen plagen viele Menschen im Winter. Handcremes und Lippenstifte können helfen - vorausgesetzt, sie haben die richtigen Inhaltsstoffe.

Von Astrid Wulf

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Eine junge Frau trägt am 05.01.2017 in einer Straße in Hamburg einen Pflegestift auf die Lippen auf (dpa / Christin Klose)
Lippenpflegestifte sind gerade im Winter im Dauereinsatz (dpa / Christin Klose)
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Heizungsluft im Schlafzimmer, Fahrtwind auf dem Weg zur Arbeit, Regen, Nässe, trockene Büroluft - der Winter ist für unsere Haut eine echte Herausforderung. Und das macht vielen zu schaffen:

"Ich merke das, wenn ich morgens rausgehe, und so ein kalter Wind kommt, dass meine Lippen gleich anfangen, spröde zu werden. Und das fühlt sich an, als würde meine Haut reißen." - "Ja, mit den trockenen Lippen: Kommt vor. Bei meiner Schwester ist das extrem, vielleicht auch entzündet ein bisschen." - "...und je kälter es ist, desto trockener werden die Haut und die Lippen."

Gerade im Winter nimmt der natürliche Fettfilm der Haut ab, sagt der Lübecker Hautarzt Sven Christian Jantschek. Darunter leiden die Lippen und die Hände dann besonders.

"Bei den Lippen ist das so, dass praktisch keine Talg- und Schweißdrüsen vorhanden sind, auch am Handrücken hat man eine ähnliche Situation, und das führt dazu, dass diese beiden Bereiche, abgesehen davon, dass sie der Natur sehr ausgesetzt sind, dass man die besonders pflegen muss."

Eincremen hilft

Wie, das ist einerseits ganz klar: Eincremen hilft. Die große Frage ist nur: Womit? Die einen experimentieren jeden Winter aufs Neue mit unterschiedlichen Cremes, Salben und Lippenpflege - andere haben ihr Patentrezept gefunden.

"Ich habe im Winter meistens so einen Fettstift dabei, mit dem ich mir die Lippen, bevor es zu rau wird, eincreme - und vielleicht mal ne Handcreme einstecken." - "Ich benutze eine Kindercreme, eine Wind- und Wettercreme, die mache ich mir auf die Lippen, aufs Gesicht." - "Meine Mutter hat so eine Creme. Ich weiß nicht genau, was das ist, aber die hilft ganz gut."

Hautarzt Sven Christian Jantschek empfiehlt, bei Pflegeprodukten auf die Inhaltsstoffe zu achten. Bei rauen, rissigen Lippen hilft zum Beispiel der Wirkstoff Dexpanthenol.

"Das hat auch einen hautberuhigenden Effekt. Wenn man natürliche Varianten nehmen möchte, hat man eine große Auswahl an natürlichen Ölen, die man auftragen kann. Sheabutter, auf Mandelöl basierte Sachen."

Auch Honig tut gut

Viele dieser natürlichen Öle wirken zudem antibakteriell, sagt Jantschek. Viele Menschen schwören auch darauf, sich Honig auf die Lippen zu schmieren. Das schmeckt nicht nur gut - Hautarzt Jantschek zufolge hilft das tatsächlich auch.

"Honig ist tatsächlich eine Substanz, die natürliche Öle enthält, der schneidet gar nicht so schlecht ab."

Bei trockenen Händen empfiehlt der Hautarzt Cremes und Salben mit Inhaltsstoffen, von denen einer auf den ersten Blick etwas unappetitlich wirken könnte.

"Das eine ist Urea, oder Harnstoff, oder Karbamid, und das andere sind sogenannte Glycerine. Das sind zwei Substanzen, die jeweils auch in Kombination mit anderen Fetten einen rückfettenden und feuchtigkeitserhaltenden Effekt der Hände erreichen können. Da hilft dann eindeutig die Regel: Viel hilft viel. Je öfter man sich die Hände eincremt, desto besser wird der Effekt auch."

Machen Lippenpflegestifte süchtig?

Auch Lippenpflegestifte sind gerade jetzt im Winter im Dauereinsatz. Manche Menschen behaupten gar, dass die süchtig machen würden. Das sei aber Quatsch, sagt Hautarzt Jantschek. In den Stiften stecke kein Stoff, der körperlich oder psychisch wirklich abhängig machen könnte.

"Es ist eher so, dass man gewohnheitsmäßig sich die Lippen eincremt, weil man sonst das Gefühl hat, dass die Lippen trocken sind, obwohl sie es vielleicht noch gar nicht sind."

Trotzdem gilt auch hier: Viel hilft viel - lieber auch die Lippen einmal mehr eincremen als zu wenig. Deswegen ist gerade jetzt im Winter der wohl wichtigste Tipp: Einerseits zu wissen, welche Handcreme und welches Lippenbalsam einem am besten hilft - und davon dann auch immer genug dabeizuhaben.

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