Dienstag, 02.06.2020
 
Seit 17:35 Uhr Kultur heute
StartseiteKultur heute"Wir sagen weiter, was wir glauben, was gesagt werden muss"13.01.2020

Rechter Angriff auf Kabarettbühne"Wir sagen weiter, was wir glauben, was gesagt werden muss"

Bei einem Kabarettabend in Dresden flog ein Bierglas auf die Bühne. Eine Gruppe versuchte gezielt, den Abend zu boykottieren. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. "Der Widerspruch nimmt zu, aber auch der Widerspruch der Zuschauer gegen die Störer", sagte Kabarettleiter Philipp Schaller im Dlf.

Philipp Schaller im Gespräch mit Doris Schäfer-Noske

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Kabarettist Philipp Schaller (Vivian Breithardt)
Der Kabarettist Philipp Schaller lässt sich nicht einschüchtern (Vivian Breithardt)
Mehr zum Thema

Themensendung Künstlerdynastien im Kabarett

Vor 90 Jahren eröffnet Das kurze Leben des Berliner Kabaretts "Die Katakombe"

Einfluss von rechts? Wutbürger im Kabarett

Umgang mit Rechtspopulismus am Theater Miteinander reden als Kern der Demokratie

In der "Herkuleskeule" in Dresden flog am Samstagabend ein Bierglas auf die Bühne. Was genau den Unmut der Unruhestifter erregte, weiß der Leiter der Kabarettbühne Philipp Schaller bis heute nicht. "Wir äußern uns zu vielen Dingen, die uns in der Gesellschaft auffallen, es ging auch um die Flüchtlingsfrage", sagte er im Dlf.

"Sie sind gezielt angereist, um zu stören", so Schaller. "Dass Menschen sich lautstark äußern, zwischenrufen, das kennen wir, und das ist auch in Ordnung. Wir gehen auf die Bühne und müssen das auch aushalten, wenn jemand eine andere Meinung hat. Es wäre aber besser, nach der Vorstellung zu diskutieren", erklärte Philipp Schaller.

Störer und Unterstützer

Fliegende Biergläser, Gewalt in der Form, habe er so noch nicht erlebt. "Es ist ein Glück, dass der Kollege unverletzt blieb und keinen weiteren Schaden nahm."

"Der Widerspruch ist stärker geworden, aber auch der Widerspruch aus dem Publikum gegen die Störer. Am Samstag hat sich das Publikum mit den Schauspielern solidarisiert", sagte der Kabarettchef. "Wir sagen weiter, was wir glauben, was gesagt werden muss", er werde auch keine Sicherheitsvorkehrungen treffen. "Wir wollen keine Zustände wie am Flughafen, die Leute sollen sich hier wohlfühlen."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk