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StartseiteVerbrauchertippPatronen und Toner-Kartuschen richtig entsorgen14.11.2018

RecyclingPatronen und Toner-Kartuschen richtig entsorgen

Günstige Drucker werden häufig über den Kauf von Toner-Kartuschen oder Tintenpatronen subventioniert. Sind die aufgebraucht, wird es teuer - und es stellt sich die Frage: wohin damit? Denn bei der Entsorgung der Verbrauchsmaterialien gibt es einiges zu beachten.

Von Ursula Reinsch

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Das Symbol eines durchgestrichenen Tropfens auf einer Druckerpatrone in einem Tintenstrahldrucker, aufgenommen am 21.03.2015 in Berlin. (picture alliance / Franziska Gabbert)
Der neue Drucker ist ein Multitalent - doch schon nach 200 Druckseiten ist der Toner aufgebraucht (picture alliance / Franziska Gabbert)
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"Mit den leeren Druckerpatronen weiß ich - ehrlich gesagt - nicht ganz genau, was damit passiert. Auf jeden Fall werden sie nach der Verwertung erst mal im Büro gelagert, und was dann danach damit passiert, entzieht sich leider meiner Kenntnis."

So geht es den meisten Verbrauchern. Die Folge, sagt Rudolf Opitz, Fachredakteur beim ct-Magazin/Heise:

"Es stimmt schon, dass bei den Patronen auch eine ganze Menge Müll anfällt. Plastikmüll."

Im Müll entsorgen ist illegal

90 Prozent aller Druckerpatronen oder -kartuschen landen im Hausmüll. Dabei ist das nur in manchen Fällen erlaubt. Und wer beim illegalen Entsorgen verwischt wird, muss laut Bußgeldkatalog je nach Bundesland 100 Euro - bei giftigen Materialien - bis mehrere Tausend Euro blechen. Doch die Recyclingbedingungen und Recyclingwege für Patronen und Kartuschen kennen die wenigsten Verbraucher.

Tonerkartuschen für Laserdrucker gehören beispielsweise auf keinen Fall in den Hausmüll. Sie enthalten unter anderem feine Nanopartikel, die im Verdacht stehen, gesundheitsschädlich zu sein. Tintenpatronen sind in dieser Hinsicht weitgehend unbedenklich: Sie bringen Texte und Fotos schließlich mit wasserlöslicher und Tinte aufs Papier.

Bei Tintenpatronen sollte man wissen:

"Es gibt Geräte, wo nur einfache Plastikkästchen eingesetzt werden. Das kann man auch im Plastikmüll entsorgen."

Aber es gibt auch andere:

"Wenn Elektronik dabei im Spiel ist, dann ist das schon wieder eine andere Sache. Dann könnte das eben als Elektroschrott gelten. Und Elektroschrott gehört halt nicht in den Hausmüll."

Aufgepasst: wertvolle Elektronikteile

Findet man auf der Unterseite der Patrone Elektronikteile, wie beispielsweise einen Druckerkopf, ist das ein Fall für den Elektromüll. Eigentlich sind leere Tintenpatronen aber viel zu schade zum Wegschmeißen.

"Meine Empfehlung wäre, solche Patronen zu sammeln und im Zweifelsfall zu schauen, ob man in der Nähe ein Tintengeschäft hat, die solche Patronen wieder befüllen. Denen kann man diese Tinten geben, und die freuen sich darüber, weil sie die dann nicht nur recyceln, also dann schreddern, wie die Hersteller, sondern sie die befüllen sie wieder und verkaufen sie dann wieder."

Auch einzelne Internet-Händler bieten an, leere Patronen aufzukaufen und übernehmen dafür sogar das Porto für die Rücksendung. Reich werden kann man damit aber nicht. Es gibt bestenfalls ein paar Cent oder Euro. Das gleiche gilt für Tonerkartuschen, die auch gerne zurückgenommen, wieder befüllt oder recycelt werden.

"So was sollte man nicht wegschmeißen, zumal es eben auch Kartuschen gibt, wo eine ganze Menge Elektronik noch mit drin ist auch hochwertiges Material mit, was man gut recyceln kann."

Verschiedene Recyclingwege

Abgeben kann man seine Drucker-Verbrauchsmaterialien bei kommunalen Recyclinghöfen. Und Dank dem Elektro- und dem Kreislaufwirtschaftsgesetz sind auch große Elektromärkte wie Mediamarkt, Saturn und Co. zur Rücknahme verpflichtet. Ganz generell: alle Händler, Hersteller und Onlinehändler. Bei kleineren Tintenpatronen und Tonerkartuschen - soweit ungiftig - kann man außerdem den kostenlosen Recyclingservice "Electroreturn" der Post nutzen.

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