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StartseiteVerbrauchertippWas man vor einem Drohnen-Flug beachten muss07.03.2019

Regeln für FluggeräteWas man vor einem Drohnen-Flug beachten muss

Aufnahmen aus der Luft bieten Panoramablick und Miniaturansichten. Drohnen machen diesen Blick für alle möglich. In Deutschland steigt der Absatzmarkt für die Fluggeräte stetig. Vor dem Einsatz in den Lüften sind allerdings einige Regeln zu beachten.

Von Michael Voregger

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Eine zivile Drohne mit Kamera fliegt in weiter Entfernung von einem Flugzeug, das im Anflug auf einen Flughafen ist. (dpa/Julian Stratenschulte)
Eine fliegende zivile Drohne mit Kamera (dpa/Julian Stratenschulte)
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Aktuell sind in Deutschland etwa eine halbe Million Drohnen in Umlauf. Die Preise reichen von 20.000 Euro für professionelle Fluggeräte bis hin zu erschwinglichen Drohnen für den Hobbyflieger für unter 100 Euro. Das Gewicht liegt meisten zwischen 250 Gramm und 2 Kilogramm. Hannes Czerulla ist Redakteur bei der Zeitschrift "c't".

"Das sind so die Wald- und Wiesendrohnen im Prinzip. Da sind welche dabei, mit denen man schon richtig gute Aufnahmen machen kann, die man im Urlaub verwenden kann."

Was viele Piloten nicht bedenken und manche Hersteller schlicht verharmlosen: So ein Drohnenflug kann für Ärger sorgen und ein teures Vergnügen werden. Zum Beispiel, wenn durch eine Bruchlandung Schäden entstehen oder Menschen verletzt werden. Johannes Kassenberg aus Essen ist Kameramann und setzt seine Drohnen professionell ein.

"Es gibt ja seit circa einem Jahr ein ganz neues Gesetz und da ist eine Menge, was man beachten muss. Man darf nicht mehr in Wohngebieten fliegen. Man darf nicht höher als 100 Meter fliegen. Man darf immer nur in Sichtweite des Geräts fliegen. Rund um Flughäfen muss man natürlich aufpassen und es gibt eine Reihe von Flugverbotszonen."

Kennzeichnungspflicht für die Drohne

Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Unfällen und Abstürzen kommt, dann muss der Besitzer des Fluggeräts erkennbar sein.

"Mit dem neuen Gesetz gibt es auch eine Kennzeichnungspflicht. Man muss ein feuerfestes Namensschild mit Adresse und Kontakt an der Drohne befestigen."

Die Schilder können bei einem Schlüsseldienst oder bei einem Onlineshop im Internet günstig gekauft werden. Damit ist es aber nicht getan. Hannes Czerulla:

"Einen Führerschein oder einen Kenntnisnachweis braucht man bei diesen Drohnen noch nicht. Das fängt dann erst bei über 2 Kilogramm an. Da findet man aber auch wenige Modelle, die noch für Privatpersonen geeignet. Das sind dann schon sehr professionelle Geräte. Außerdem kommt dann noch dazu, dass man eine Haftpflichtversicherung braucht und zwar eine, die Drohnenschäden bis zu eine Million Euro Schaden mindestens miteinschließt." 

Vorsicht beim Import

Eine solche Versicherung gibt es für einen Jahresbeitrag zwischen 40 bis 150 Euro. Die Policen unterscheiden sich durch die Höhe der Schadenssumme, die abgedeckten Länder und ob sie auch für gewerbliche Zwecke gelten. Jetzt muss nur geklärt werden, wo man fliegen darf. Eine App von der Deutschen Flugsicherung – der DFS – kann dabei helfen. Hier wird angezeigt, ob der aktuelle Standort geeignet ist und mit welchen Auflagen man fliegen darf. Die genannten Regeln gelten für Deutschland, aber schon im europäischen Ausland sieht es anders aus. Die meisten Piloten nehmen ihre Drohnen mit auf Reisen, um besondere Aufnahmen mit nach Hause zu bringen. An einer guten Vorbereitung kommt man hier nicht vorbei.

"Es gibt allerdings Webseiten. Eine, die ich sehr empfehlen kann ist: my-road.de. Da sind die Regeln für sehr viele Länder, sehr detailliert aufgelistet. Das ist zumindest schon mal ein erster Anhaltspunkt. Wenn man dann weiß, in welches Land man fährt oder fliegt. Das man schon mal nachguckt, wie die Regeln sind. Es gibt sogar Länder auf der Welt, wo selbst der Import der Drohne schon strafbar ist. Also muss man sich unbedingt damit beschäftigen davor."

Neben der Beachtung aller Regeln ist es wichtig, mit seiner Drohne sicher zu fliegen. Die angehenden Piloten sollten sich Zeit lassen und erst auf freiem Feld ohne Hindernisse üben, bis die Flugmanöver wirklich beherrscht werden.

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