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Regionalwahlen in FrankreichFront National geht leer aus

Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen ist hier zu sehen. (picture-alliance / dpa / Olivier Hoslet)
Die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen (picture-alliance / dpa / Olivier Hoslet)

Schlappe für den rechtsextremen Front National: Die Partei von Marine Le Pen hat in der zweiten Runde der französischen Regionalwahlen einen Rückschlag hinnehmen müssen. Laut ersten Prognosen hat der FN in keiner Region gewonnen. In der ersten Runde war die Partei noch stärkste Kraft geworden.

In der mit Spannung erwarteten zweiten Runde der französischen Regionalwahlen hat der rechtsextreme Front National (FN) von Parteichefin Marine Le Pen keine Region für sich gewinnen können. Unter anderem unterlag sie in Nordfrankreich mit 42 bis 43 Prozent ihrem konservativen Gegner Xavier Bertrand, wie mehrere Meinungsforschungsinstitute übereinstimmend ermittelten.

Ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen unterlag in Südfrankreich ebenfalls deutlich dem konservativen Kandidaten. Sehr eng war das Rennen aber in der ostfranzösischen Region Burgund-Franche-Comté, wo die FN-Kandidatin den Angaben zufolge nur knapp hinter Sozialisten und Konservativen lag. Das konservativ-bürgerliche Lager um Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy konnte den Hochrechnungen zufolge in mindestens fünf der 13 französischen Regionen gewinnen. Das linke Lager von Präsident Hollande kann nach jetzigem Stand der Auszählung wahrscheinlich vier Regionen für sich verbuchen. In den übrigen Regionen sind die Mehrheiten noch nicht klar genug.

Die Front-National-Vorsitzende Le Pen kündigte an, ihren Kurs unbeirrt fortzusetzen. Der französische Ministerpräsident Manuel Valls sagte in einer ersten Reaktion, zwar habe der FN keine Region gewonnen, die Gefahr, die von den Rechtsextremen ausgehe, sei aber in keinster Weise gebannt. Der frühere Präsident Nicolas Sarkozy erklärte, er sei stolz, dass das konservative Lager so gut abgeschnitten habe.

Front National stärkste Kraft im ersten Wahlgang

Beim ersten Wahlgang der Regionalwahlen war der Front National als stärkste Kraft hervorgegangen und hatte in sechs der 13 Regionen vorn gelegen. Die Partei kam landesweit auf rund 28 Prozent. Auftrieb erhielt der FN zuletzt durch die Debatte über Zuwanderung und die Angst vor islamistischem Terror nach der Pariser Anschlagswelle vom 13. November. Allerdings gab vor einer Woche nur etwa jeder zweite Wahlberechtigte seine Stimme ab. Alle Parteien warben deshalb besonders um Nichtwähler.

Warnungen vor Rechtsruck in Europa

Der deutsch-französische Politikwissenschaftler Alfred Grosser hatte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk den Erfolg des Front National als eine Katastrophe bezeichnet. Der Historiker und Autor Philipp Blom warnte vor einem Rechtsruck in Europa. Autoritäres Denken habe eine viel längere Tradition als Menschenrechte und Demokratie. Diese könnten genau so schnell wieder weg sein, wie sie gekommen seien.

(nch/ach/kr)

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