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StartseiteVerbrauchertippVorteile ambulanter und stationärer Therapie22.11.2018

RehabiliationVorteile ambulanter und stationärer Therapie

Wer nach einer Erkrankung eine Rehabilitationsmaßnahme benötigt, kann dies bei Sozialversicherungsträgern beantragen. Für Rentner sind die Krankenkassen zuständig, für Berufstätige sind es Renten- oder Unfallversicherung. Ein Vorteil für Patienten: Sie können zwischen ambulanter oder stationärer Reha wählen.

Von Suanne Kuhlmann

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Muskelaufbautraining an verschiedenen Kraftmaschinen im Trainingsraum, gymnastische Übungen mit Therapieball, Krankengymnastik, Physiotherapie in einem neurologischen Rehabilitationszentrum, Bonn, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. (dpa / picture alliance /Jochen Tack)
Muskelaufbautraining an Kraftmaschinen oder gymnastische Übungen mit Therapieball: In vielen Einrichtungen können Reha-Patienten auch ambulant behandelt werden (dpa / picture alliance /Jochen Tack)
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Andreas Weber trainiert auf dem Laufband der ambulanten Rehaklinik in Leverkusen. Er hat Knieprobleme und Schwierigkeiten mit dem Rücken und absolvierte dort vor kurzem eine ganztägig ambulante Rehabilitation.

"Aus meiner Situation war es so, dass ich gesagt habe, in meinem Umfeld, sprich meiner Familie kann ich mich sicher besser auf die Reha konzentrieren, als wenn ich weg bin von Zuhause."

Rentenversicherung und Krankenversicherung schreiben - je nach Diagnose - die Eckpunkte des Trainingsprogramms vor. Die Ärzte der ambulanten Rehaklinik untersuchen die Patienten zu Beginn ihres Aufenthalts und legen dann die Details fest.

Im Prinzip laufen Training, Einzelbehandlungen und Gruppenkurse in der ganztägig ambulanten Rehaeinrichtung genauso ab, wie in einer stationären Rehaklinik weg von Zuhause. Einen stationären Rehaaufenthalt hat Andreas Weber vor einigen Jahren absolviert.

"Man fühlt sich einfach in diesen drei Wochen krank. Von morgens bis abends: Es dreht sich immer nur um die Gebrechen, die man hat, statt die positiven Dinge zu sehen."

Abstand von Zuhause kann auch ein Vorteil sein

Für die ambulante Reha entscheiden sich häufig Patienten, die mobil genug sind, um täglich hin und her zu fahren. Ein Fahrdienst, den die Einrichtungen anbieten, erleichtert das. In manchen Fällen wäre es allerdings von Vorteil, eine Weile Abstand vom Alltag Zuhause zu bekommen, gibt Verena Querling zu bedenken. Sie ist Referentin für Pflegerecht bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

"Da kommen die Kinder nach Hause oder man hat einen kranken Angehörigen, und man begibt sich in dieses Problem, was man eventuell Zuhause hat wieder hinein. Das heißt, man geht am besten dann in eine stationäre Reha, wenn man genau diesen Strukturen entkommen muss, um gegen seine Krankheit etwas zu tun, weil man da ganz andere Strukturen hat."

Das könnte zum Beispiel bei Depressionserkrankungen wichtig sein oder bei ADHS, der Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern. 

Die unterschiedlichen Träger haben eigene Beratungsstellen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Rehabilitationsmaßnahme zu beantragen. Für Rentner sind die Krankenkassen zuständig, und in diesem Fall führt der Weg über die Arztpraxis. Für Berufstätige sind Rentenversicherung oder Unfallversicherung die Träger der Maßnahme. 

"Das heißt, man muss zunächst überlegen: Welchen Grund habe ich für die Reha? Dementsprechend sind unterschiedliche Träger zuständig."

Wer sich im Vorfeld bei den Beratungsstellen der Träger informiert, kann sicher sein, sofort den richtigen Ansprechpartner zu finden. Der weiß dann auch, welche Unterlagen vorzulegen sind. So kommen Versicherte am schnellsten zum Ziel. Aber manchmal deckt sich die folgende Rehazusage nicht mit dem eingereichten Wunsch, sagt Verena Querling.

Dann bleibt die Möglichkeit des Widerspruchs: "Zum Beispiel man möchte gerne eine ambulante Reha machen und hat eine stationäre genehmigt bekommen oder einen anderen Zeitraum, dann kann man Widerspruch einlegen. Das sollte man unbedingt wahrnehmen, weil es recht oft vorkommt, dass im zweiten Schritt Anträge genehmigt werden, wie es im Sinne des Betroffenen richtig gewesen wäre."

Für Andreas Weber war es diesmal richtig, eine ambulante Rehabilitation zu machen, denn:

"Man fühlt sich gesund, wenn man morgens hierhin geht. Man merkt zwar im Laufe des Tages, dass man noch Dinge verbessern kann, aber der Gesundungsprozess ist um ein Vielfaches besser."

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