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StartseiteAus Kultur- und SozialwissenschaftenRehabilitierung im Bundestag?20.08.2009

Rehabilitierung im Bundestag?

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse über sogenannte NS-Kriegsverräter

Sie wurden als "Kriegsverräter" zum Tode verurteilt und sie gelten bis heute als vorbestraft. Ehemalige Wehrmachtssoldaten, die Hitlers Feldzug und Morden nicht länger mitmachen wollten. Anders als Wehrkraftzersetzer und Deserteure, deren Urteile der Bundestag 1998 und 2002 aufgehoben hatte, warten sie bis heute auf ihre Rehabilitierung.

Von Dörte Hinrichs und Hans Rubinich

Ein Gesetzesantrag auf Rehabilitierung der "Kriegsverräter" wurde schon 2006 gestellt.  (AP Archiv)
Ein Gesetzesantrag auf Rehabilitierung der "Kriegsverräter" wurde schon 2006 gestellt. (AP Archiv)

Historiker haben Urteile von Kriegsverrätern untersucht: Auf Verräter von militärischen Geheimnissen oder Soldaten, die ihre Truppe gefährdet haben, sind sie nicht gestoßen. Ein erster Gesetzesantrag auf pauschale Rehabilitierung der Kriegsverräter wurde schon 2006 im Bundestag gestellt. Doch erst nach weiteren Studien und vielen Diskussionen plant nun die Mehrheit des Bundestages, 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, die Urteile gegen Kriegsverräter in einer Sondersitzung am 26. August aufzuheben.

Ein langer Prozess, der zeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entscheidend dazu beigetragen haben, das Bild über sogenannte Kriegsverräter zu revidieren.

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