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StartseiteVerbrauchertippDas richtige Wohnmobil finden08.10.2019

ReisenDas richtige Wohnmobil finden

Doppelbett oder Einzelbett? Küchen-Komplettausstattung oder nicht? Das Wohnmobil zu finden, das perfekt zu den eigenen Bedürfnissen passt, ist nicht einfach. Auf jeden Fall ist es ratsam, erst einmal zu leihen, anstatt gleich ein Fahrzeug zu kaufen.

Von Bernd Debus

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Wohnmobil in Südisland (picture alliance / Bildagentur-online/Scholz-McPhot)
Beim Wohnmobilkauf kommt es auf viele Faktoren an (picture alliance / Bildagentur-online/Scholz-McPhot)
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"Wie viel Wohnmobil? - Ich brauche ein kleines. Ich schätze mal so 5,50 Meter, allerhöchstens 6 Meter, mit Alkoven, dass ich oben schlafen kann."
"Also eine Toilette ist ein unbedingtes Muss. Dusche wäre schön. Und ein bequemes Bett."

Thomas und Christiane campen seit ihrer Jugend. Erst im Zelt, dann mit einem Wohnwagen und inzwischen träumen beide von einem Wohnmobil:

"…weil man einfach flexibler, schneller, unabhängiger ist."

Was man einbaut, kostet Geld

Allerdings treffen ihre Ausstattungswünsche auf Dutzende Fahrzeuge zu. Das Wohnmobil zu finden, das perfekt zu den eigenen Bedürfnissen passt, ist also gar nicht so einfach. Peter Meintz ist langjähriger Wohnmobilfahrer und seit kurzem Rentner. Auch in seinem früheren Beruf als ADAC-Sprecher hatte er ein besonderes Faible für Reisemobile:

"Will man ein Doppelbett, Einzelbetten? Wie muss der Schlafkomfort sein? Dann, was Verpflegung betrifft, kochen, will man da richtig kochen drin oder ist das mehr so eine Frühstücks-Lounge, die man da betreibt? Es gibt Wohnmobile, die haben sogar einen Backofen. Man muss nur im Klaren sein, jedes Zubehör, was man einbaut, kostet Geld."

Und nicht nur das. Backofen, Mikrowelle, der 100-Liter-Kühlschrank, Dunstabzugshaube, Klimaanlage oder ein Warmwasserboiler machen so ein Wohnmobil auch immer schwerer:

"Sicherlich ist diese Gewichtsproblematik heute eine zentrale. Viele Wohnmobile, das kann man schon an äußeren Hinweisen sehen, sind überladen."

Viele Wohnmobile sind überladen

Besonders schnell überladen sind manche Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen.
3,5 Tonnen, das ist die Gewichtsgrenze für alle, die ihre Prüfung für den Pkw-Führerschein nach dem 31. Dezember 1998 abgelegt haben. Allerdings bringt das leere Wohnmobil, so wie es im Ausstellungsraum des Händlers steht, manchmal schon mehr als drei Tonnen auf die Waage. Das heißt…

"So ein dreieinhalb Tonnen Wohnmobil hat häufig nur eine Zuladung von 300,400 Kilo."

Für Singles oder Paare ohne Kinder, die sich mit wenig Reisegepäck begnügen und kein schweres Sportgerät einpacken, mag das gerade noch ausreichen. Wenn Kinder oder Freunde mitkommen, wird es eng. Manchmal zu eng:

"Ich sehe das immer wieder, dass es doch Leute gibt auf den Plätzen, die sehr unglücklich aussehen. Entweder haben sie die falsche Form von Urlaub, oder sie haben, ich sage das mal vorsichtig, das falsche Wohnmobil."

Erstmal leihen anstatt gleich zu kaufen

Die Rechnung ist einfach: Ein leichteres Wohnmobil vergrößert den Spielraum beim Gepäck. Peter Meintz rät Anfängern: Erstmal leihen, anstatt gleich zu kaufen. So lässt sich mit überschaubarem finanziellen Risiko testen, wie sich ein Wohnmobil-Urlaub überhaupt anfühlt und welches Wohnmobil zu einem passt:

"Ein Mittelklasse-Wohnmobil liegen sie so in der Größenordnung so ab 45-, 50-tausend, da geht das los. Und nach oben gibt es eigentlich keine Grenze. Mieten, das fängt so bei 75 Euro pro Tag an und das kann auch auf zwei-, dreihundert hochgehen."

Aber für das, was das Reisen im Wohnmobil eigentlich ausmacht, braucht es gar keine teure Luxusausstattung:

"Abzuschalten, nicht im Alltag zu sein, tun und lassen können was ich möchte, Länder kennenlernen, Menschen kennenlernen, flexibel sein, einfach ungezwungen leben zu können."

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