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StartseiteVerbrauchertippGeldabheben kann teuer werden13.05.2019

Reisen ins AuslandGeldabheben kann teuer werden

Hotelrechnungen, Mietwagen, Restaurantbesuche: Fast immer kommt dabei im Ausland die Kreditkarte zum Einsatz. Die Stiftung Warentest kritisiert jedoch einem Wildwuchs an Geldautomaten- und Wechselkursgebühren. Gleichzeitig warnt sie vor einer Masche, die Kreditkartennutzer teuer zu stehen kommen kann.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Mann hebt am 05.08.2013 in Budapest in Ungarn an einem Geldautomaten der ungarischen OTP Bank Geld ab. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Oft sieht man erst auf der Kreditkartenabrechnung, welche Gebühren während einer Reise beim Bezahlen angefallen sind (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
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Für die meisten Reisenden ist die Kreditkarte ein unverzichtbarer Begleiter. Das hat seinen Grund: Nicht überall auf der Welt wird beispielsweise eine Girocard akzeptiert und beim Bezahlen von Hotels oder Mietwagen wird der Besitz einer Kreditkarte ohnehin vorausgesetzt. Was die Karten letztlich kosten, ist allerdings schwer durchschaubar. Einige Banken geben sie kostenlos heraus, bei anderen fallen Jahresgebühren an. Und der Einsatz der Karten im Ausland kann teuer werden, sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest.          

"Es gibt Banken, die geben zum Girokonto eine Kreditkarte heraus, mit denen kann man dann kostenlos am Automaten abheben. Aber die Umrechnungsgebühr in Fremdwährung kommt trotzdem zum Tragen. Dann gibt es Banken, die nur eine Abhebegebühr nehmen und keine Umrechnungsgebühren. Da muss man sich vorher wirklich informieren."

Eine Mastercard und eine Visakarte liegen nebeneinander. (imago images / Dean Pictures)Niemals im Ausland am Geldautomaten den Betrag in die Heimatwährung umrechnen lassen, denn das kann teuer werden (imago images / Dean Pictures)

Auch Automatenbetreiber können Gebühren erheben

Hinzu kommt: Auch Automatenbetreiber können Gebühren verlangen, auf die die kartenherausgebende Bank keinen Einfluss hat.
Für die Warentest-Untersuchung wurde in knapp 30 Ländern Geld am Automaten abgehoben, die meisten davon standen in Nicht-Euro-Ländern. Und gerade dort fiel ein Trick auf, der die Kreditkartennutzung verteuern kann. Auf den ersten Blick sieht alles ganz harmlos aus, sagt Kerstin Backofen. Der Kunde gibt wie gewohnt den Auszahlungswunsch auf dem Display des Geldautomaten an:  

"Und dann erscheint schon das Angebot: Wir rechnen Ihren Abhebebetrag in Ihre Heimatwährung um, in diesem Fall Euro. Das suggeriert in der Regel, dass man da besser fährt, weil man ja gleich weiß, was los ist. Da müssen Sie sich dann entscheiden, ob Sie diese Umrechnung machen wollen oder ob sie diese verweigern. So wird das dann in der Bildschirmanzeige auch dargestellt."

Reisende sollten die Sofortumrechnung auf jeden Fall durch Drücken des entsprechenden Buttons auf dem Bildschirm verweigern, auch wenn das Automatenprogramm danach nochmal nachhakt. Denn mit Transparenz oder Fairness habe das Ganze nichts zu tun.

"In den meisten Untersuchungsfällen war es tatsächlich so, dass der Kurs schlecht war, den dieser Geldautomatenbetreiber dann gewählt hat. Der hat einfach - ähnlich wie in einer Wechselstube - festgelegt, was für ihn der Kurs ist. Manchmal waren sogar noch Gebühren in den Kurs eingerechnet, die beim ersten Blick auf das Display nicht ersichtlich waren. Erst zu Hause oder vielleicht auf dem Abrechnungsbeleg aus dem Automaten wird dann klar, dass doch noch zusätzlich eine Gebühr enthalten war."

Teils unverschämte Gebühren

Je nach Land und Automatenbetreiber wurden teils unverschämt hohe Gebühren für die Sofortumrechnung in Euro berechnet. In den meisten Fällen waren es rund fünf Prozent des Abhebebetrags. Eine Bank in Tschechien verlangte sogar 13,7 Prozent. Geldautomaten von "Euronet" fielen generell mit schlechten Umrechnungskursen und hohen Gebühren auf.

Diese teure Euro-Umrechnungsfalle ist übrigens nicht allein auf ausländische Banken beschränkt, auch Automaten deutscher Bank vor Ort langen zu, sagt Warentesterin Kerstin Backofen.    

"Egal, ob mir jetzt die Bank bekannt ist oder nicht, ob sie einen großen Namen hat oder eine kleine Bank ist - darauf kann man sich nicht verlassen. Denn beispielsweise war die Commerzbank  in der Untersuchung eine der schlechtesten. Da gab es durch diese Sofortumrechnung mit den höchsten Verlust für den Kunden."

Gratis-Kreditkarte punktet im Test

Positiv hingegen fiel allein die Gratis-Kreditkarte der DKB auf. Geldabheben und Bezahlen im Ausland ist hier wirklich kostenlos, solange die Automaten-Nutzer nicht auf den Trick der Sofortumrechnung in Euro hereinfallen.    

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