Die Nachrichten

Die Nachrichten

Die Nachrichten

ReisewarnungenRKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete

Ein Mann im Schutzanzug und Atemmaske in der Corona Ambulanz mit Laboruntersuchungen im Klinikum Stuttgart. (imago / Leif-Hendrik Piechowski)
Coronavirus / COVID-19 (imago / Leif-Hendrik Piechowski)

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für weitere Regionen in Europa ausgesprochen. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt und erklären, was das aktuell für das Reisen bedeutet.

Frankreich

Auf der Risikogebiete-Liste des RKI stehen seit gestern unter anderem weitere Teile Frankreichs: Korsika, sowie die Regionen Occitanie, Nouvelle-Aquitaine und Auvergne-Rhone-Alpes. Zuvor waren bereits die Île-de-France (also der Großraum Paris), Provence-Alpes-Côte d’Azur sowie die Überseegebiete Französisch-Guyana, Guadeloupe und St. Martin als Risikogebiete ausgewiesen worden.

Schweiz, Tschechien und Kroatien

Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Genf und Waadt. Auch die tschechische Hauptstadt Prag steht jetzt auf der Liste, ebenso wie die Regionen Dubrovnik und Pozega-Slavonia in Kroatien. Dort galten zuvor bereits Šibenik-Knin, Split-Dalmatien und Zadar als Regionen, in denen die Ansteckungsgefahr nach Einschätzung der RKI-Fachleute besonders hoch ist.

Risikogebiete im Rest Europas und der Welt

In Europa gelten Reisewarnungen außerdem für Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, die Region Brüssel in Belgien, Bosnien und Herzegowina, der Bezirk Blagoevgrad in Bulgarien, der Kosovo, Montenegro, die zu den Niederlanden gehörenden Inseln Aruba und Sint Maarten, Nordmazedonien, die Republik Moldau, elf Kreise in Rumänien, Serbien, Spanien inklusive der Kanarischen Inseln, das britische Überseegebiet Gibraltar sowie die Ukraine.

Eine pauschale Reisewarnung gilt für rund 160 außereuropäische Länder, sie soll aber nur noch bis Ende September verlängert werden. Nach einer Entscheidung des Bundeskabinetts wird die Corona-Infektionslage ab Oktober für jedes Land einzeln bewertet. Ab dann gilt für vom RKI ausgewiesene Risikogebiete automatisch eine Reisewarnung.

Risikogebiete und Reisewarnungen

Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mit Hilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Dabei spielen unter anderem die Testkapazitäten und durchgeführten Tests, Eindämmungsmaßnahmen und die Verlässlichkeit der Informationen für bestimmte Staaten eine Rolle.

Quarantäne und Testpflicht

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Quarantäne begeben und das jeweils zuständige Gesundheitsamt informieren. Zudem müssen Einreisende aus Risikogebieten aktuell einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alternativ kann man sich innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft auf eine Corona-Infektion testen lassen, etwa in Testzentren an Flughäfen.

Bei einem negativen Testergebnis kann die Quarantäne aufgehoben werden. Ab dem 1. Oktober soll die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen mit einem Negativtest aufgehoben werden können. 

Für Fluggäste und Schiffspassagiere besteht laut dem Auswärtigen Amt die Pflicht, ihre Identität, Reiseroute und Kontaktdaten weiterzugeben. Die jeweiligen Beförderer müssen diese – zum Beispiel über eine Aussteigekarte - sammeln und an die zuständigen Behörden übermitteln. 

Kostenlose Tests vollumfänglich nur noch bis Mitte September

Bislang kann sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassen – ungeachtet ob die Einreise aus einem Risikogebiet erfolgt oder nicht. Das soll sich ab dem 15. September ändern – ab dann endet die kostenfreie Test-Möglichkeit für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten.

(Stand: 10.09.)

Weiterführende Artikel zum Coronavirus

Wir haben ein Nachrichtenblog angelegt. Das bietet angesichts der zahlreichen Informationen einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen.

Zahlen und Daten

+ Aktuelle Entwicklungen: Zahlen zum Coronavirus in Deutschland (Stand: 11.09.)
+ Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum (Stand: 22.08.)
+ Unentdeckte Infizierte: Wie hoch die Dunkelziffer bei den Coronavirus-Infektionen ist (Stand: 02.09.)
+ Neue Entwicklung: Warum die Corona-Sterberate so niedrig und die Infektionszahl so hoch ist (Stand: 04.09.)
+ Chronologie: Ein halbes Jahr Corona-Pandemie (Stand: 11.09.)

Test und Schutz

+ Behandlung: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus (Stand: 08.09.)
+ Infektion: Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß (Stand: 25.08.)
+ Gesichtsmasken: Was man zu Schutzmasken wissen sollte (Stand: 27.08.)
+ Tests: Wo man sich testen lassen kann (Stand: 27.08.)

Urlaub und Freizeit

+ Reise-Rückkehrer und Party-Gänger: Wer die deutschen Infektionszahlen derzeit in die Höhe treibt (Stand: 27.8.)
+ Reisen: Die aktuellen Regelungen in Deutschland (Stand: 16.08.)
+ Reiseplanung: Wie ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern? (Stand 05.09.)
+ Reisewarnung: Die aktuelle Liste der Risikogebiete (Stand 10.09.)
+ Reisekosten: Volle Erstattung auch ohne Reisewarnung (Stand: 06.09.)
+ Party und Feiern: Wie es um Diskotheken und Clubs in der Coronakrise steht (Stand: 27.8.)

Ansteckung und Übertragung

+ Kinder und das Coronavirus: Wie es um die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung steht (Stand: 07.09.)
+ Übertragung: Welche Rolle spielen Aerosol-Partikel bei der Übertragung? (Stand: 12.08.)
+ Prävention: Wie es derzeit um eine Zweite Welle beim Coronavirus steht (Stand: 27.08.)
+ Herbst: Was zu tun ist, wenn Corona und Grippewelle aufeinandertreffen (Stand: 03.09.)
+ Superspreader-Events": Wann können Demonstrationen, Feiern und Veranstaltungen zum Problem werden? (Stand 07.08.)
+ Übersterblichkeit: Wie tödlich ist das Coronavirus? (Stand: 16.08)
+ Spätfolgen: Wie sehen die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion aus? (Stand: 08.08.)
+ Einkaufswagen und Co: Wie lange sich das Coronavirus auf Oberflächen hält (Stand: 08.08.)

Die Dlf-Nachrichten finden Sie auch bei Twitter unter: @DLFNachrichten.

Diese Nachricht wurde am 13.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.