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StartseiteSprechstundeErgotherapie bei Rheuma08.09.2015

Reportage Ergotherapie bei Rheuma

Den Schmerz in den Griff zu bekommen, das ist das wichtigste Ziel jeder Rheumatherapie. Medikamente sind dabei eine Möglichkeit, aber nicht die einzige. Bewegungstherapien, Physiotherapie und auch Ergotherapie können ebenfalls helfen, die Schmerzen zu lindern. Was aber genau bewirkt eine Ergotherapie?

Von Thomas Liesen

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"Wir wärmen jetzt erst mal die Hände ein bisschen auf, damit die Muskulatur wieder ein bisschen weicher wird und dass ich hinterher die Sehnen aufdehnen kann. Genau, die Uhr ausziehen."

Die Ergotherapeutin Susanne Heller bittet ihre Patientin neben einem besonderen Gefäß Platz zu nehmen. Es ist eine große Schale aus Metall, gefüllt mit kleinen Steinen.

" Die Hände einfach mal rein in die Steine. Es ist ein bisschen warm heute, aber es ist trotzdem gut."

"Wir haben hier Steinchen, das sind Nordseesteinchen, die sind immer durch ein beheizbare Platte auf einer bestimmten Temperatur. Das ermöglicht, dass eben durch die Körner die Hände massiert werden, dass man greifen kann, dass man den Faustschluss üben kann."

Die 56-jährige Karin Höck leidet schon seit Jahrzehnten unter Rheuma, am schlimmsten hat es ihre Handgelenke getroffen, aber auch die Finger schmerzen häufig und sind dann kaum beweglich. Viele ganz alltägliche Dinge werden daher zum Problem.

"Eine Scheibe Brot abschneiden ist fast unmöglich oder eine Flasche Wasser aufdrehen, also alltägliche Sachen. Oder vor lauter Schmerzen kriegt man die eigene Haustür nicht mehr aufgeschlossen."

Jetzt wird Susanne Heller die in den Steinen durchgewärmten Finger massieren und auch die Handgelenke. Denn kürzlich wurde Karin Höck dort operiert, die Handgelenke waren durch das Rheuma so zerstört, dass sie durch Kunstgelenke ersetzt werden mussten.

"Ich bewege das Gewebe im Narbenbereich, damit das nicht verklebt. Eine Narbe kann sehr viel Bewegungseinschränkung machen, kann auch sehr viel Schmerzen bereiten, wenn es anwächst an die Platte zum Beispiel, deswegen gehe ich ganz gerne durch die Sehnenfächer und bewege alles einmal kurz durch."

Karin Höck besucht schon seit Jahren regelmäßig die Ergotherapie im Eduardus-Krankenhaus.

" Wenn Hände oder die Finger vorher steif waren oder auch schmerzhaft und Frau Heller hat dann alle Gelenke durchgearbeitet, sind die einfach lockerer, weicher, man kann wieder eher zufassen."

"Die Schmerzmittel kann man sehr gut reduzieren, wenn man die Muskulatur an den betroffenen Gelenken gut stabil hält oder aufbaut, weil eine gute Muskulatur kann auch einen schlechten Knochen oder ein schlechtes Gelenk halten."

Am Ende der Therapiesitzung verabreicht Susanne Heller noch eine besondere Massage, diesmal mit einem elektrischen Gerät. Das ist etwa so groß wie ein Rasierapparat und hat an einer Seite zwei vibrierende Höcker.

"Zum Abschluss habe ich hier noch ein Mini-Massagerät, so ein Vibrationsgerät, da sind zwei magnetische Pole, die fördern auch wiederum die Durchblutung, und die lockern jetzt die angespannte Muskulatur, damit es nicht bösen Muskelkater gibt."

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