Montag, 08. August 2022

Revisited Forum neuer Musik 2013
Was ist das Eigene, was das Fremde?

Zweifellos ist Neue Musik heute nicht mehr das "weiße, westliche Projekt", als dass sie lange Zeit galt. Denn auf allen Kontinenten wird heute avanciert komponiert. Und alle musikalische Urheber und Urheberinnen können sich heute ihre kulturellen Bezüge und Rahmen selbständig komplex konstruieren.

Am Mikrofon: Frank Kämpfer | 28.08.2021

    Ein Bühne mit Musikerinnen und Musikern und ihren Instrumenten.
    Das Ensemble Aventure probt beim Forum 2013 im DLF Kammermusiksaal (Deutschlandradio/ Thomas Kujawinski)
    Liza Lim, als Kind chinesischer Einwanderer in Australien geboren, wuchs im Sultanat Brunei auf der Insel Borneo auf. Sie versteht ihre Herkunft als "pazifisch". Samir Odeh-Tamimi lebt in Berlin, hier hat er zu seinen palästinensisch-israelischen Wurzeln gefunden. Jorge Horst lebt in Argentinien – der deutsche Teil seiner Familie wanderte einst von der Wolga nach Brasilien aus.
    Alle drei eint als Urheber, dass sie die westeuropäischen Kategorien des (vermeintlich) Eigenen und Fremden in Leben und Arbeit in Unordnung bringen. Genau das aber ist das besondere Potenzial der zeitgenössischen Kunst der komponierten Musik: dass sie nämlich – so schrieb Programmbuchautor Thomas Beimel 2013 –"unseren Blick zu erweitern und zu befreien" vermag. Dies in einem Konzert auszudrücken, war eine besondere Aufgabe für das Freiburger Ensemble Aventure.
    Liza Lim
    "Voodoo Child"
    Samir Odeh-Tamimi
    "Li-Um-Kámel"
    Jorge Horst
    "Crisoles" (UA)
    Salome Kammer, Stimme
    Ensemble Aventure
    Dirigent: Alexander Ott
    Aufnahmen vom 21. April 2013 im DLF Kammermusiksaal