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RhetorikDie Reden von Politikern werden immer simpler

US-Präsident Donald Trump hält vor dem Kongress eine Rede zur Lage der Nation. (AP Photo/Andrew Harnik)
Viel Selbstsicherheit, wenig Analyse: US-Präsident Donald Trump redet vor dem Kongress (AP Photo/Andrew Harnik)

Die Äußerungen von Politikern haben in den vergangenen hundert Jahren an Niveau eingebüßt.

Das ist das Ergebnis der Studie eines US-Psychologenteams aus Princeton und Austin, die im Fachblatt PNAS veröffentlicht wurde. Ausgewertet wurden mehr als 33.000 Reden, Debatten, Radioansprachen, Bücher und Texte in großen Zeitungen von US-Präsidenten und anderen Politikern wie zum Beispiel britischen Premierministern. Dabei legten die Forscher besonderes Augenmerk auf das analytische Denken und die Selbstsicherheit des Redners.

Das analytische Denken hat demnach bei allen Formen der präsidialen Sprache systematisch abgenommen. Gleichzeitig zeigten viele Redebeiträge von heute ein höheres Maß an Selbstsicherheit des Sprechers, was auf Kosten der Analyse gehe. Insofern entspreche der amtierende US-Präsident Trump, der sich durch besonders wenig Analyse und besonders viel Selbstsicherheit auszeichne, einem lang anhaltenden Trend.

PNAS (10.1073/pnas.1811987116)