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StartseiteVerbrauchertippEin bisschen Fett muss sein11.06.2019

Richtig grillenEin bisschen Fett muss sein

Gegrilltes Fleisch steht vor allem im Sommer bei vielen hoch im Kurs, gern mit Fettrand - das ist saftiger. Mariniertes Fleisch ist dabei nicht besser als naturbelassene Ware, sagen Verbraucherschützer. Auf gepökeltes Fleisch sollte man verzichten. Und auch von einer Bierdusche raten Experten ab.

Von Magret Bielenberg

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Lendensteak, Rindersteak, Tomaten und Kartoffelspalten auf einem Grill (picture alliance / imageBROKER / Paul Williams)
Ob Rumpsteak, Hähnchenfilet oder Nackenkotelett, das ist Geschmacksache. Sind Kohle oder Briketts mit einer dünnen, weißen Ascheschicht bedeckt, kann das Fleisch auf den Grill (picture alliance / imageBROKER / Paul Williams)
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Ein bisschen Fett muss sein - denn Fett ist Geschmacksträger und sorgt dafür, dass Fleisch beim Grillen saftig bleibt. Ob Rumpsteak, Hähnchenfilet oder Nackenkotelett, das ist Geschmacksache. Auf gepökeltes Fleisch sollten Verbraucher allerdings verzichten, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"In diesen Lebensmitteln werden Nitritpökelsalze eingesetzt, die beim Grillen dann die krebserregenden Nitrosamine letztendlich freisetzen können. Und da muss der Verbraucher beim Einkauf genau drauf achten. Wer sie verpackt einkauft, seine Fleischwaren, der kann an der Zutatenliste erkennen, ob dieses Nitritpökelsalz drin ist, wird auch unter der Nummer E 250 dann auf der Zutatenliste zu lesen sein."

Sind Kohle oder Briketts mit einer dünnen, weißen Ascheschicht bedeckt, kann das Fleisch auf den Grill. Tropft allerdings Fett oder Fleischsaft in die Glut und verbrennt, bilden sich Krebs erregende Stoffe, die sich mit dem aufsteigenden Rauch am Grillgut ablagern können.

Deswegen sollte man mariniertes Fleisch abtupfen, bevor es auf den Grill kommt, sagt Armin Valet. Ob Fett auf Holzkohle tropft oder direkt auf die Heizspirale eines Elektrogrills, spiele dabei keine Rolle. In den meisten Haushalten kümmern sich die Männer ums Grillen.

Frische des Fleisches bei Marinade schwer zu erkennen

Der Tipp von Grillfan Michael Hansen ist auch für den Ernährungsexperten einleuchtend. "Also ich teile den Grill in zwei Hälften auf, wobei auf der einen Seite die Kohle liegt und auf der anderen Seite ein Stück Aluminiumfolie. Dann wird das Fleisch stark angegrillt über der Kohle – von beiden Seiten und anschließend wird es rüber gezogen über die Aluminiumfolie, so dass kein Fleischfett in die Kohle tropfen kann."

Mariniertes Fleisch ist nicht besser als naturbelassene Ware, sagt der Verbraucherschützer. Im Gegenteil: Marinaden können unnötig viele Zusatzstoffe enthalten, um die Produkte zum Beispiel länger haltbar zu machen. Wie frisch mariniertes Fleisch ist, kann der Kunde da nur schwer erkennen.

"Es kommt immer wieder vor, dass altes Fleisch noch einmal mariniert wird und quasi so aufgepeppt wird. Also wer das selbst zu Hause macht, der kann da auf der sicheren Seite sein."

Beim Würzen ist einiges zu bedenken, sagt Armin Valet. Salzen sollte man immer erst hinterher, denn Salz entzieht dem Fleisch auf dem Grill Wasser und trocknet es aus. Wer glaubt, dem Grillgut erst die richtige Würze zu geben, wenn er es mit Bier ablöscht, der irrt. "Also das ist Blödsinn und auch unter dem gesundheitlichen Aspekt nicht zu empfehlen. Man kann Asche damit aufwirbeln."

Fleisch unbedingt kühlen

Damit nichts in die Glut tropft, kann man Aluschalen verwenden. Geflügel sollte man besonders gut durchbraten. "Sonst werden Salmonellen oder sogenannte Campolybacter, das ist eine andere krank machende Bakterienart, die in Hähnchenfleisch oftmals vorkommen können, nicht sicher abgetötet und können Lebensmittelvergiftungen auslösen: Übelkeit, Erbrechen und so weiter."

Damit Keime nicht schon vor dem Grillen in den Salat kommen, sollte man immer getrennte Teller verwenden und mit dem Fleischmesser kein Gemüse schneiden. Dann steht gesundem Grillen nichts mehr im Wege. Und wer nicht im heimischen Garten oder auf dem Balkon bleibt, sondern zum Grillen lieber in die Natur fährt, sollte nicht nur mit dem Picknickkorb unterwegs sein, sondern auch mit der Kühltasche, denn Fleisch kann bei Hitze in wenigen Stunden verderben.

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