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StartseiteVerbrauchertippKübelpflanzen fit für die neue Saison machen02.05.2018

Richtig umtopfenKübelpflanzen fit für die neue Saison machen

Kübelpflanzen sollte man circa alle drei bis fünf Jahre umtopfen, damit Rhododendron, Oliven-Bäumchen und Co. erfolgreich gedeihen. Denn anders als viele glauben, bedeutet Umtopfen für Pflanzen keinen Stress. Neben der Vermeidung von Staunässe sollten Pflanzenfreunde auch noch weitere Tipps beachten.

Von Claudia Ullrich-Schiwon

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Olivenbaeumchen im Blumentopf  (imago)
Wer billige Blumenerde kauft, spart am falschen Ende, warnen Garten-Experten (imago)
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"Der braucht jetzt einen neuen Topf. Da sieht man schon, die Pflanze ist viel größer als unten der Topf…"

Begutachtet Gärtnermeisterin Erika Madsack den Oleander, der in ihrem Betrieb in einem Terrakotta Gefäß überwintert hat und jetzt in einen größeren Kunststoffkübel umgetopft werden soll. Ob Ton- oder Kunststoffgefäß spielt für die Pflanzen keine Rolle, erfahre ich dabei. Wichtig ist vor allem, dass die Proportionen stimmen. Aber auch wenn der Wurzelballen sich nach oben drückt oder die Wurzeln unten aus den Abflusslöchern wuchern, sollten Pflanzen dringend umgetopft werden, erklärt die Fachfrau. Dann hat die Pflanze nicht mehr genügend Platz und braucht definitiv einen größeren Topf oder Kübel. Wie oft durchschnittlich umgetopft werden muss, ist dabei unterschiedlich:

"Also man geht so von drei bis fünf Jahren aus je nach Pflanze."

Umtopfen bedeutet kein Stress für Pflanzen

Das Umtopfen, so man alles richtig macht, bedeute für die Pflanzen keinen Stress, sagt die Gärtnermeisterin. Dabei spielt auch eine neue optimale nährstoffreiche Erde eine Rolle:

"Also wir raten zu Kübelerde weil die sehr lange auch schön locker bleibt. Die ist für Gehölze, für Gräser, für Rosen, die können sie für fast alles nehmen, außer für Kamelien, da sollte man einen saueren Boden nehmen."

Für Kamelien empfiehlt die Expertin deshalb Rhododendron Erde. Ähnlich anspruchsvoll sind beispielsweise auch Zitruspflanzen, erklärt Mathias Evels, Gärtnermeister des Botanischen Gartens in Münster. In seiner Orangerie stehen unter anderem Zitronen-, Orangen-, Limetten- sowie Plumquatbäume. Diese brauchen zum Wachsen und Gedeihen eine spezielle Erde:

"Bei den Zitruspflanzen ist in der fertigen Zitrus-Erde Eisendünger mit angereichert, weil diese Pflanzen sehr gerne zu Chlorosen neigen, das heißt, die Blätter werden gelb, obwohl man eigentlich genügend düngt. Aber die brauchen einen etwas niedrigeren pH-Wert und dann eben diesen Eisendünger da mit drin. Da sollte man wirklich nicht am falschen Ende sparen."

Nicht zu billige Blumenerde kaufen

Apropos sparen: Die Gärtner warnen beim Kauf vor billigen Blumenerden. Der Preis ist hier meist ein Indiz für Güte. So kann ein Sack guter Kübelpflanzenerde  - je nach Menge - zwischen 8.- und 15 Euro. kosten.

Bevor der Hobbygärtner seine Pflanze jedoch umtopft, sollte er sie noch einmal gut wässern. Denn dadurch löst sie sich leichter aus dem alten Gefäß, und man vermeidet, dass der empfindliche Wurzelballen dabei verletzt wird.

In den neuen größeren Topf  sollte man gegen Staunässe zunächst eine einfache Tonscherbe über das Abzugsloch legen. Bei größeren Kunststoffgefäßen ist es sinnvoll,  zusätzliche Löcher in den Boden zu bohren, empfehlen die Gärtner. Dann vor der Befüllung mit Erde eine Schicht groben Kies in den Topf oder Kübel geben. Auch das verhindert Staunässe und gibt den Kübelpflanzen bei Gewitter und Sturm zudem eine höhere Standfestigkeit.

Noch ein Tipp von Gärtnermeister Mathias Evels: Vor dem Eintopfen vorsichtig mit den Händen etwas alte Erde vom Wurzelballen entfernen. Dann den Ballen auf mögliche Schädlinge untersuchen und abgestorbene Wurzeln abschneiden. Denn:

 "Ein gesunder Wurzelballen im Frühjahr sieht so aus, dass er eine Vielzahl neuer, weißer, frischer Wurzeln hat, dann ist im Prinzip alles okay."

Zum Schluss die Pflanze ausreichend wässern und zunächst im Schatten oder Halbschatten in Ruhe lassen, damit sie sich akklimatisieren kann. Erst dann sollte sie an ihren endgültigen Standort kommen.

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