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StartseiteCampus & KarriereZwischen Uni und Politik15.10.2018

Ring Christlich-Demokratischer StudentenZwischen Uni und Politik

Digitalisierung, Lehre, bezahlbarer Wohnraum - das sind Themen, für die sich der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) einsetzt. Im Gegensatz zur Jungen Union sehen sich die Mitglieder nicht als Repräsentanten der CDU. Man sei gut vernetzt, heißt es nur, die parteipolitische Positionierung stehe nicht im Vordergrund.

Von Anja Nehls

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Der Eingang zur Humboldt-Universität in der Straße Unter den Linden, aufgenommen am 18.07.2006.  (dpa / Jens Kalaene)
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten engagiert sich in unterschiedlichen Bereichen des universitären Lebens. (dpa / Jens Kalaene)
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"Wir als RCDS sind ja keine direkten Repräsentanten der CDU und natürlich trifft uns das immer wieder im Alltag, dass wir mit der CDU direkt in Verbindung gebracht werden. – Also wir positionieren uns meistens nur intern, wir sind gut in die CDU vernetzt und deshalb haben wir damit auch ein gewisses Wörtchen mitzureden, vor allem was die Bildungspolitik angeht, aber hängen es nicht unbedingt nach außen an die große Glocke."

Keine parteipolitische Positionierung

Betonen die Delegierten Jana Böhmer aus Oldenburg und Jurastudentin Mira Schlüter aus Hamburg. Die aktuellen Entwicklungen in der Partei und die große Politik werden lediglich hinter vorgehaltener Hand diskutiert. Äußerungen zur aktuellen Lage der Union lassen sich niemandem hier entlocken. Koalitionen mit der AfD oder der Linken sind für die meisten hier unvorstellbar und Merkel sei für diese Legislaturperiode demokratisch gewählt worden. Punkt. Auch die CDU-Bildungsministerin Anja Karlicek beschränkt sich in ihrer Rede auf Bildungsthemen, die den 62 RCDS-Delegierten wichtig sind, zum Beispiel Digitalisierung in den Hochschulen:

"Ich habe eine eigene Hochschulabteilung, die sich mit dem Thema Digitalisierung an den Hochschulen immer wieder beschäftigen wird und wenn die nicht schnell genug voran gehen, dann wird das so sein, dass wir da versuchen, ein wenig Druck auch aufzubauen, damit es schneller geht, dann legen wir Programme auf, wo man sich um Geld bewerben kann und Geld zieht immer noch."

Keine parteipolitische Positionierung – das unterscheidet den RCDS etwa von der Jungen Union. Allerdings: Viele RCDSler sind zusätzlich auch in der Jungen Union engagiert. Der als Vorsitzende mit fast 100 Prozent wiedergewählte Henrik Wärner studiert Agrarwissenschaften in Göttingen. Zurzeit ist er aber hauptsächlich mit seiner Arbeit für den RCDS beschäftigt:

"Wir sind der Auffassung, wenn ich das Klima retten will und wenn ich für den Weltfrieden einstehe, dann sind das legitime Ziele, aber die bringe ich bei einer Partei ein oder bei einer Jugendorganisation einer Partei und wir wollen vor allem erst mal die Bildung verbessern. Wir denken darüber nach, und das ist für mich konservativ, was ist realistisch umsetzbar, wo können wir wirklich was ändern und wo müssen wir was ändern. Und dann haben wir eine andere Herangehensweise. Wir gucken, was passt uns nicht, wo können wir besser werden und wir gucken nicht, was haben unsere Eltern gemacht und all das ist schlecht, weil die es gemacht haben."

Mehr Wohnraum und bessere Lehre

Wichtig sei die Schaffung von mehr Wohnraum für die Studierenden und mehr Fokus auf der Lehre, statt auf der Forschung. Darin sind sie sich mit anderen politischen Hochschulgruppen einig. Matthias Bohlmann, Vorsitzender des RCDS Leipzig (*) wünscht sich außerdem, dass sich mehr Menschen an den Hochschulen für Politik begeistern:

"Wir nehmen es oft so wahr, dass viele Leute dann ignorant sind oder sagen, ja, wir können eh nichts daran ändern, das ist so eine Spielwiese für eher linke Hochschulgruppen."

Wie fast alle Delegierten hier kann Agrarstudent Henrik Wärner hervorragend reden, bringt die Dinge auf den Punkt, wirkt sympathisch, zugewandt und beherrscht die gängigen politischen Floskeln – dass man sich mehr um Themen, als um Personen kümmern sollte, dass man seine Zukunft selber in der Hand habe. Alles klar. Kein Widerspruch. Was wäre also, wenn Deutschland irgendwann vielleicht einen neuen Landwirtschaftsminister braucht?

"Auch schönes Amt, mit Sicherheit, einerseits ist es schön, Verantwortung zu übernehmen, andererseits gehört dazu auch eine 80/90 Stunden Woche, das heißt, dass man wenig in seiner Heimat, bei seiner Familie ist. Klar, vielleicht ruft irgendwann die Politik, aber wenn sie nicht ruft, bin ich auch nicht der Allertraurigste der Welt."

(*) Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version wurde an dieser Stelle Bruno Felgentreu als Ziat-Geber genannt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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