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StartseiteKommentare und Themen der WocheEinzelfälle sagen nichts aus14.01.2021

Risiken der Corona-ImpfungEinzelfälle sagen nichts aus

In Zukunft wird es mit Sicherheit dramatische Berichte über angebliche Impfschäden geben, meint Volkart Wildermuth. So tragisch sie für die Betroffenen seien - Einzelfälle würden hier nichts aussagen. Echte Nebenwirkungen könnten nur über nüchterne Analysen entdeckt werden.

Ein Kommentar von Volkart Wildermuth

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Krankenpflegerin Ilona Küther bereitet den Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Covid-19 im Rahmen der Mitarbeiter-Impfung im Krankenhaus Bethel Berlin vor. Insgesamt werden hier mit der ersten Lieferung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer 66 Mitarbeiter geimpft. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
Corona-Impfung (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
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Die Impfung treibt die Menschen um – mein elektronisches Postfach ist voll von Anfragen und viele sorgen sich um die Nebenwirkungen. Auch weil Unsicherheiten offenbar von interessierter Seite gezielt geschürt werden, die pseudowissenschaftlichen Details will ich hier gar nicht wiederholen.

Gut das die vagen Ängste langsam durch harte Daten ersetzt werden. An den Zulassungsstudien von Biontech und Moderna waren jeweils ungefähr 30.000 Probanden beteiligt. Weltweit haben inzwischen um die 30 Millionen Menschen einen der verschiedenen Impfstoffe erhalten. Es gibt also schon jetzt erheblich mehr Erfahrung. 

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COVID19-Impfung ist heftiger als die Grippeimpfung

Hierzulande sammelt das Paul-Ehrlich-Institut Meldungen über medizinische Probleme nach den Impfungen von Ärzten, Firmen und den Geimpften selbst.

Bis Sonntag sind insgesamt 325 solche Verdachtsmeldungen eingegangen. Meist ging es um kurzfristige Symptome, die auch schon in den Zulassungsstudien aufgefallen waren: Kopfweh, Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber. Diese Impfung ist definitiv heftiger als etwa die Grippeimpfung. In der Auswertung ist von sieben Todesfällen in den Stunden und Tage nach der Impfung die Rede, seit Sonntag ist wohl noch ein weiterer dazugekommen.

Das klingt erschreckend. Aber aktuell werden vor allem sehr alte Menschen geimpft. In dieser Gruppe sind Todesfälle leider zu erwarten und zwar auch in dieser Höhe. Sie haben also nichts mit der Impfung zu tun. Das gilt ähnlich auch für viele der gemeldeten schwerwiegenden Reaktionen. Anders die bislang sechs Fälle von anaphylaktischem Schock. Hier ähneln die Erfahrungen in Deutschland, denen in England und den USA. Dank der guten Überwachung dort ist das Problem schnell aufgefallen. Deshalb sollen geimpfte Personen ja noch 15, 30 Minuten unter Beobachtung bleiben, damit die Ärzte eingreifen können.

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Nur nüchterne Analysen helfen

Das sind die belegbaren Probleme der Impfung. In Zukunft wird es mit Sicherheit dramatische Berichte über angebliche Impfschäden geben. So tragisch sie für die Betroffenen sind, Einzelfälle sagen hier nichts aus. Impfungen werden sehr vielen Menschen gegeben, es ist unvermeidlich, dass rein zufällig Krankheiten aller Art auffallen. Echte Nebenwirkungen können nur über nüchterne Analysen entdeckt werden.

Dafür sind das Paul-Ehrlich-Institut und seine Schwesterbehörden weltweit gut aufgestellt. Theoretisch bleibt immer ein Restrisiko von sehr seltenen Spätfolgen. Das Risiko von COVID-19 und seinen Spätfolgen ist aber nur allzu real. Ich werde mich impfen lassen, sobald ich an der Reihe bin.

Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

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