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StartseiteVerbrauchertippIm Zweifel für die Preiswertere14.10.2019

Risiko-LebensversicherungenIm Zweifel für die Preiswertere

Wer eine Risiko-Lebensversicherung abschließt, kann wenig falsch machen. Es gibt kaum Qualitätsunterschiede bei den zahlreichen Policen. Sehr wohl gibt es aber große Preisunterschiede. Es lohnt sich also nach dem günstigsten Anbieter zu suchen.

Von Tobias Volke

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Der Schriftzug "Lebensversicherung" ist am 04.12.2014 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) unter einer Lupe auf Unterlagen für Versicherungen zum Teil zu lesen.  (dpa / picture alliance / Jens Büttner/)
Bei Risiko-Lebensversicherungen ist die Auswahl des Versicherers gar nicht so kompliziert (dpa / picture alliance / Jens Büttner/)
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Mit einer Risikolebensversicherung versichert man nichts Geringeres als sein eigenes Leben. Dabei stellt sie im Gegensatz zu der Kapital-Lebensversicherung keine Geldanlage, sondern eine finanzielle Absicherung dar, erklärt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur vom Verbraucher-Ratgeber Finanztip:

"Normal ist, dass man gerne das ökonomische Risiko der Familie oder des Geschäftspartners im Rahmen halten möchte, wenn das potenzielle emotionale Risiko schon da ist. Also, wenn der Papa oder die Mama plötzlich nicht mehr da ist, dass dann nicht auch noch aus dem Haus ausgezogen werden muss. Oder wenn der Compagnon, mit dem man gerade die Firma aufgebaut hat, nicht mehr da ist, dass nicht auch noch die Firma zugemacht werden muss. Und dafür zahlt man dann jedes Jahr einige hundert Euro, womöglich, die man aber im Zweifel nie zurückbekommt."

Drei- bis fünffache des Brutto-Jahreseinkommens

Die Versicherungssumme sollte hoch genug sein. Tenhagen empfiehlt einen Betrag, der dem drei- bis fünffachen Bruttojahreseinkommen entspricht. Er wird im Todesfall auf einen Schlag oder stückweise ausgezahlt. Der oder die Begünstigte muss dabei im Vorhinein vertraglich festgehalten, kann jedoch auch noch nachträglich geändert werden – beispielsweise im Falle einer Scheidung. Für nicht-verheiratete Paare gibt es Spezialkonstellationen, um die Erbschaftssteuer so weit wie möglich zu umgehen.

Die Auswahl des Versicherers ist gar nicht so kompliziert. Qualitätsunterschiede gibt es kaum, denn der Versicherungsfall ist bei einer Risikolebensversicherung relativ eindeutig. Michael Bruns, Versicherungsexperte der Stiftung Warentest, erklärt dazu:

"Was die Leistungen angeht, gibt es keine großen Unterschiede bei den Policen. Da kann man also einfach nach dem Preis gehen. Und da sind die Unterschiede dann doch sehr groß. Wir haben Preisunterschiede gefunden, die durchaus das Doppelte oder auch noch mehr betragen. Es lohnt sich also tatsächlich, nach einem günstigen Anbieter zu suchen."

Allerdings hängt die Beitragshöhe vom persönlichen Lebensstil ab. Für manche wird es dadurch teurer: "Es ist so, dass manche Personengruppen etwas mehr bezahlen, als andere. Zum Beispiel, wenn man Risikoberufe ausübt, wie Dachdecker oder Feuerwehrleute. Ältere Kunden zahlen natürlich auch einen etwas höheren Beitrag, als jüngere. Das Gleiche gilt für Raucher oder für Menschen mit Übergewicht. Oder zum Beispiel für gefährliche Hobbies wie etwa Motorradfahren."

Schummeln gefährdet den Versicherungsschutz

Gehört man einer dieser Risikogruppen an, empfiehlt es sich, einen Makler zwischenzuschalten, der sich unverbindlich über Preise informiert. Auf keinen Fall sollte man dem Versicherer bekannte Risikofaktoren unterschlagen, so Michael Bruns:

"Schummeln ist sehr gefährlich bei diesen Angaben, denn dann gefährdet man den Versicherungsschutz. Das heißt, im Falle eines Falles bekommen die Angehörigen gar nichts. Das will man unter keinen Umständen riskieren."

Weiteren entscheidenden Einfluss auf den Preis hat außerdem die Laufzeit des Vertrages. Man sollte sich ganz genau überlegen, für welchen Zeitraum man den Schutz benötigt. Mit längerer Dauer und höherem Alter wird es erheblich teurer.

"Das heißt es macht schon Sinn zu gucken, wie lange brauche ich diese Absicherung dann wirklich und dann lieber dafür zu sorgen, dass die Absicherung in dem Zeitraum, in dem man sie wirklich braucht, auch auf jeden Fall hoch genug ist", so Herman-Josef Tenhagen. Versichern sollte man sich also beispielsweise bis die Kinder mit der Ausbildung fertig sind, oder ein großer Kredit abbezahlt ist. Dass das Geld, wenn es gebraucht wird, auch wirklich da ist.

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