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StartseiteEssay und DiskursRituale (2/2)25.04.2011

Rituale (2/2)

2. Das Verschwinden des alltäglichen Heiligen

Rituale sind für den Menschen fundamental. Jahrtausende alte Kulturgeschichte findet sich in ihnen abgelagert, durch ihre festen Formen und Rhythmen geben sie Halt, sie sind konstitutiv für die Verbindung des Einzelnen mit der Gemeinschaft, erleichtern Phasenübergänge, geben Anlass zu Muße, Besinnung und ekstatischem Genießen.

Der Philosoph Robert Pfaller im Gespräch mit Svenja Flaßpöhler

Heilige im Alltag (AP)
Heilige im Alltag (AP)

Aber in welcher Form werden Rituale heute, in Zeiten zunehmender Individualisierung und Rationalisierung, gelebt? Wird das Ritual immer mehr zur Privatreligion, womöglich gar zum zwangsneurotischen Zeremoniell?

Sind Individualsportart, Vorabendserie und zwanghaftes E-Mail-Checken längst an die Stelle gemeinschaftlicher Kollektiverfahrungen getreten?
Und was wird eigentlich aus dem Osterlamm, dem rituellen Tieropfer, wenn wir nach der Lektüre von Safran Foers "Tiere essen" jetzt alle zu Vegetariern werden?

Svenja Flaßpöhler führt darüber Gespräche mit dem Anthropologen Christoph Wulf von der FU Berlin und dem Philosophen Robert Pfaller aus Wien.

Gesprächspartner heute ist der Philosoph Robert Pfaller. Robert Pfaller lehrt seit 2009 an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Bekannt wurde er durch Buchveröffentlichung "Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft." Gerade erschien von ihm "Wofür es sich zu leben lohnt. Elemente materialistischer Philosophie" im S. Fischer Verlag.

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