Mittwoch, 27.01.2021
 
Seit 09:10 Uhr Europa heute
StartseiteSternzeitDas erste Schwarze Loch im Schwan03.12.2020

Röntgenquelle Cygnus X-1Das erste Schwarze Loch im Schwan

Nach Einbruch der Dunkelheit zeigt sich das Sternbild Schwan hoch im Südwesten. Im Hals des Schwans befindet sich die starke Röntgenquelle Cygnus X-1 – ein schwarzes Loch.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Das Schwarze Loch Cygnus X-1 und sein Begleitstern (Animation) (NASA)
Das Schwarze Loch Cygnus X-1 und sein Begleitstern (Animation) (NASA)

Dieses Objekt ist ein Doppelstern, bei dem der eine Partner eine extrem kompakte Sternleiche ist. "Es könnte ein Schwarzes Loch sein", schrieben die australische Astronomin Louise Webster und ihr britischer Kollege Paul Murdin 1971 vorsichtig in der Fachzeitschrift "Nature".

Inzwischen gilt Cygnus X-1 als Paradebeispiel für ein Schwarzes Loch. Dort gibt es einen blauen Riesenstern mit etwa 30-facher Sonnenmasse. Von ihm strömt Materie zum Schwarzen Loch, das rund 15-mal schwerer als die Sonne ist, und erstrahlt dort im Röntgenlicht.

Einst haben die Physiker Stephen Hawking und Kip Thorne gewettet, ob Cygnus X-Eins ein Schwarzes Loch ist. Hawking hielt dagegen und räumte später seine Niederlage ein.

Nach Einbruch der Dunkelheit steht der Schwanz mit Cygnus X-1 (Stellarium)Nach Einbruch der Dunkelheit steht der Schwanz mit Cygnus X-1 (Stellarium)

Manchmal dauert das Röntgenflackern am Schwarzen Loch nur 1/1000stel-Sekunde. In dieser Zeit legt das Licht nur 300 Kilometer zurück. Somit muss das Objekt sehr kompakt sein. Wäre es so groß wie die Sonne, würde jeder Blitz auf mehrere Sekunden ausgedehnt.

Dem Nobelkomitee galt dies aber nicht als Nachweis eines Schwarzen Lochs. Der Physikpreis geht in diesem Jahr an Beobachtungen des viel massereicheren Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.

Louise Webster hätte man ohnehin nicht mehr auszeichnen können. Sie ist vor 30 Jahren gestorben. Die Entdeckerin des ersten Schwarzen Lochs im All wurde nur 49 Jahre alt.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk