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StartseiteVerbrauchertippWenn der Abfluss leise gurgelt...18.01.2019

RohrverstopfungenWenn der Abfluss leise gurgelt...

Bei verstopften Rohren kommen auch geübte Heimwerker oft nicht mehr weiter. Da helfen auch nicht die gängigen Rohrreiniger oder die oft beschworenen Hausmittel. Man braucht einen teuren Rohrreinigungstermin. Aber es gibt sinnvolle Maßnahmen, um dem vorzubeugen.

Von Detlev Karg

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Ein Handwerker steht mit Werkzeug in der Hand über ein Waschbecken gebeugt. Foto Thomas Frey/dpa | Verwendung weltweit (dpa)
Ein Rohrreinigungstermin kann an Feiertagen bis zu 800 Euro kosten. (dpa)
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Wenn ein leises Gurgeln aus der Spüle oder dem Waschbecken ertönt, ist es oft schon zu spät. Viele scheuen das unappetitliche Etwas, das ihnen das Rohr verstopft und versuchen es mit der chemischen Keule. Die aber bringe meist gar nichts, sagt Roger Schick, Geschäftsführer der Kölner Rokis Rohrreinigung GmbH:

"In der Regel entsteht durch die chemische Reaktion eine unheimliche Hitze. Dadurch werden Kunststoffrohre so hart und sie verspröden, dass wenn ein professioneller Rohrreiniger da ran geht, die Rohre auseinanderplatzen."

Der Syphon als Sisyphos-Aufgabe

Als erste Hilfe rät der Kölner Geschäftsführer hingegen zu kochendem Wasser mit Spülmittel. Allein die 15 Mitarbeiter seines Unternehmens rücken im Jahr über 6.000 mal aus, um in Köln verstopfte Abflüsse zu säubern. Zwar ist es oft auch möglich, unterhalb eines Waschbeckens den Siphon abzuschrauben und Verstopfungen zu beseitigen. Moderne Installationen machen das aber eventuell zur Sisyphos-Aufgabe: 

"Bei den modernen Küchen, wo eine Spülmaschine angeschlossen ist, das ist schon eine Wissenschaft für sich."

Mit der Spirale ins WC

Professionelle Handwerker spülen die Rohre entweder mit hohem Druck, oder sie verwenden elektromechanische Spiralen. Solche Spiralen gibt es auch für Heimwerker. Doch Vorsicht ist geboten, so der Fachmann: 

"Da bekommt man im Baumarkt Bohrmaschinenaufsätze. Das ist schon problematisch. Da werden wir dann gerufen, weil die Dinger dann im Kanal drinhängen, oder man hat ein Loch damit reingebohrt, weil sie einfach zu dünn sind." 

Besser ist es hier, es zunächst mit einer handbetriebenen Spirale zu versuchen. Richtig unschön wird es, wenn das WC verstopft ist. Hauptursache: Feuchttücher und Damenhygieneartikel. Der Grund: anders als Toilettenpapier lösen sie sich nicht auf, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. 

"Da haben wir dann die Ferkelei!"

Der Abfluss in einer Küchenspüle.  (dpa / picture-alliance / M. C. Hurek)Auch Wassersparen kann zu Verstopfungen führen! (dpa / picture-alliance / M. C. Hurek)

Was viele nicht wissen: Sparen am falschen Ende kann ebenfalls zum verstopften WC führen. Gerade im wasserreichen Deutschland ist es oft üblich, so wenig Wasser wie möglich einzusetzen. Verstopfungen sind so programmiert, wie dies etwa der Hausbesitzerin Kathrin Hoffmann widerfahren ist: 

"Wir hatten zwei, dreimal die Verstopfung und dann haben wir uns an den Installateur gewendet und der gab uns den Rat, einen größeren Spülkasten einzubauen."

Problematisch: Wassersparen am falschen Ende

Denn bei dem in den 80er-Jahren erbauten Einfamilienhaus gab es vorher keine Verstopfung im WC-Rohr. Der Grund: Es war einfach mehr Wasser im alten Spülkasten und es gab keine Spartaste. Pech zunächst einmal für die Lübeckerin und ihre Familie: 

"Das, was bei uns hinten rauskam, stand total unten im Keller bei der Rohrleitung, das war total ekelhaft!" - so der neunjährige Sohn. 

Das Resultat: da nun regelmäßig acht Liter Wassser durch das Lübecker WC rauschen, hat sich das Problem seit drei Jahren erledigt. 

Dem kann auch der Kölner Fachmann Roger Schick nur zustimmen: 

"Im Zuge des Sparens mit der Wasserspartaste bei den WCs ist das wirklich ein Problem. Ich brauche ja Wasser um das Zeug abzutransportieren. Wasserknappheit kann hier kein Thema sein."

Denn selbst im sogenannten Dürrejahr 2018 war Wassermangel in den deutschen Netzen kein Problem. Ordentlich spülen für ein paar Cent spart im Zweifel also hunderte Euro: Ein normaler Rohrreingungstermin schlägt bereits mit 150 bis 200 Euro zu Buche. An Feiertagen können daraus schnell 700 bis 800 Euro werden.  

Fazit: Mitdenken hilft, wenn man nicht selber schuld an verstopften Rohren sein will. In Regionen mit hartem Wasser hingegen lagern sich Kalkverbindungen in den Rohren über Jahrzehnte ab. Hier hilft ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch der komplette Austausch.

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