Samstag, 20. August 2022

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Romitelli-Symposium in der Musikhochschule Lübeck
Klanglabor von Professor Bad Trip

Mit seinen rauschhaften, dystopischen Klangfantasien galt Fausto Romitelli als Shooting-Star. Seine steile Karriere wurde durch den frühen Tod 2004 jäh beendet. An der Musikhochschule Lübeck haben sich im April internationale Experten mit dem Leben und Schaffen des italienischen Komponisten befasst.

Von Sophie Emilie Beha | 07.08.2021

    Schwarzweißaufnahme eines junges Mannes mit kurzen Haaren und einer kleinen, runden Brille im Halbprofil
    Jung hochgejubelt, jung verstorben - der Komponist Fausto Romitelli (Public Domain)
    Wer war Fausto Romitelli? Und was wollte er? Im Jahr 1963 in Norditalien nahe der slowenischen Grenze geboren, studierte er zunächst bei Franco Donatoni und später bei Hugues Dufourt und Gérard Grisey in Frankreich.
    Seine Ausbildung war für ihn nur ein Ausgangspunkt: Immer auf der Suche nach Neuem und Unverbrauchten entwickelte er seine eigene, unverwechselbare Musiksprache. Er selbst nannte sie "obsessiv, repetitiv und visionär". Wie besessen forschte Romitelli nach erweiterten musikalischen Bewusstseinszuständen und wandelte klanglich am Abgrund.
    Das internationale Symposium im April dieses Jahres an der Lübecker Musikhochschule gilt als erste wissenschaftliche Befassung mit Romitelli in Deutschland. Mit einem interdisziplinären Ansatz untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier Romitellis Kritik der Moderne, seine Klangästhetik und Kompositionstechnik. Den musikalischen Bogen spannten dabei zwei Konzerte inklusive der Uraufführung eines Frühwerks.