Mittwoch, 16.01.2019
 
Seit 14:35 Uhr Campus & Karriere
StartseiteStreitkulturGibt es ein Grundrecht auf Wohnen?15.12.2018

Rouzbeh Taheri vs. Michael VoigtländerGibt es ein Grundrecht auf Wohnen?

Horst Seehofer bezeichnete kürzlich bezahlbares Wohnen als "soziale Frage unserer Zeit". Gibt es ein Grundrecht auf Wohnen? Ein Grundrecht, das der Staat durchsetzen muss - vielleicht sogar gegen das Grundrecht auf Eigentum? Darüber streiten Rouzbeh Taheri und Michael Voigtländer.

Moderation: Manfred Götzke

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Familie steht in Neubauhaus und spricht mit einem Makler. (imago)
Selbst Besserverdienende können sich in Großstädten besonders beliebte Viertel kaum noch leisten (imago)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Wohnungsmangel in Berlin Kleingärtner gegen Investoren

Grundstücksverkäufe und Wohnungsmangel Wie der Bund an steigenden Mieten mitverdient

Parteien zur Wohnungsfrage Die Mietpreisbremse - ein Rohrkrepierer?

München, Düsseldorf, Berlin: In manchen Großstädten können sich inzwischen auch Menschen mit mittlerem Einkommen keine Wohnung mehr leisten. Die Politik hat zwar in den vergangenen Monaten auf das Problem reagiert, die Mietpreisbremse verschärft, die Modernisierungsumlage gesenkt. Doch reicht das aus? Gebietet ein Grundrecht auf Wohnen – in manchen Landesverfassungen verankert – nicht radikalere Maßnahmen? Zum Beispiel Enteignungen?

lange Schlange von Wartenden im Treppenhaus (Deutschlandradio / Sarah Stern)Wohnungssuchende in Berlin (Deutschlandradio / Sarah Stern)

Pro: Rouzbeh Taheri, Gründer von "Deutsche Wohnen enteignen"

"Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Ein Bedürfnis, das einer staatlichen Garantie unterliegen muss. Der Staat muss mit allen Mitteln dafür sorgen, dass alle Menschen in diesem Land eine bezahlbare Wohnung haben und menschenwürdig leben können. Und wir kämpfen dafür, dass das Grundrecht auf Wohnen anerkannt und auch verbrieft wird."

Kontra: Professor Michael Voigtländer, Immobilienexperte beim Institut der Deutschen Wirtschaft

"Es gibt ein Grundrecht auf Wohnen, aber es kann kein Anrecht geben, im Zentrum Berlins zu wohnen. Das Eigentum ist das Fundament der sozialen Marktwirtschaft und deswegen sind die Hürden für Enteignungen sehr hochgesetzt. Es muss weitreichende allgemeingesellschaftliche Gründe dafür geben – und die sehe ich bei dem Thema nicht. Die Enteignung würde das Grundproblem in Berlin und anderen Großstädten nicht lösen: Es gibt zu wenig Wohnungen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk