Montag, 26. September 2022

Russische Deserteure
Rufe nach erleichterter Aufnahme in Deutschland

Nach der Teilmobilmachung in Russland gibt es parteiübergreifend Forderungen, die Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer in Deutschland zu erleichtern. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Mihalic, sagte der "Rheinischen Post", wer sich als Soldat an dem Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine nicht beteiligen wolle und deshalb aus Russland fliehe, dem müsse in Deutschland Asyl gewährt werden.

23.09.2022

    Russische Soldaten der sogenannten Odessa-Brigade sitzen auf einem Panzer
    Russische Soldaten in der Ukraine: Teilmobilisierung soll den Krieg entscheiden. (picture alliance/dpa/TASS/Sergei Bobylev)
    Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiese verwies auf Strafen für Reservisten, die sich in Russland einer Einberufung entziehen. Er halte diese für einen ausreichenden Asylgrund.
    Auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Wadephul, forderte, humanitäre Visa - Zitat - "großzügig und umfassend" zu erteilen. Das müsse auch für Soldaten gelten, die sich offen gegen das Putin-Regime stellten, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
    Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Melnyk, bezeichnete dies als falschen Ansatz. Junge Russen, die nicht in den Krieg ziehen wollten, sollten Putin und sein Regime stürzen, anstatt zu fliehen, schrieb er auf Twitter.

    Weiterführende Informationen

    In unserem Newsblog zum Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen, den wir laufend aktualisieren.
    Diese Nachricht wurde am 23.09.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.