Freitag, 22.11.2019
 
Seit 14:10 Uhr Deutschland heute
StartseiteSonntagsspaziergangVom Lachs der Weisheit und der Suche nach dem eisernen Thron20.10.2019

Rundreise durch Irland Vom Lachs der Weisheit und der Suche nach dem eisernen Thron

Irland ist einer der Sehnsuchtsorte deutscher Reisender - trotz des Regens, den die Iren "flüssiger Sonnenschein" nennen. Entschleunigung pur bietet eine Hausboot-Tour auf dem Shannon, dem längsten Fluss der grünen Insel. Hier lässt sich beobachten, wie satt das Gras selbst ohne Sonne leuchten kann.

Daniela Wiesler im Gespräch mit Andreas Stopp

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Spektakulärer Blick auf die Causeway Coastal Route (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)
Urlaub für das Auge: die atemberaubende Causeway Coastal Route in Irland (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)
Mehr zum Thema

Hausboote von Julius Grube Wohnen auf dem Wasser

Mit dem Floß durch Brandenburg Camping auf dem Wasser

Von der Maas zur Mosel Unterwegs mit dem literarischen Hausboot "Ange Gabriel"

Friedliche Landschaft Die Blasket Islands vor der irischen Küste

Daniela Wiesler hat sich auf den Weg gemacht, quer über die grüne Insel: von Dublin nach Belfast über die Causeway Coastal Route in Nordirland, Richtung Süden bis nach Carrick-on-Shannon und die alte Klosteranlage Clonmacnoise in der Republik Irland. Sie erzählt im Gespräch mit Andreas Stopp vom Damm der Riesen, dem Lachs der Weisheit, einer Hausbootfahrt auf dem Shannon und der Suche nach dem eisernen Thron.

Denn viele der Original-Drehorte der sehr erfolgreichen Fernsehserie "Game of Thrones" liegen in Nordirland. "Die Seele der Serie liegt in Nordirland, wird betont", erklärt Wiesler, die an einer Führung mit einem der Schauspieler der Serie teilgenommen hat. 

Der langjährige Game of Thrones-Statist Richard Hodgen hält ein Bild mit einer Szene aus der TV-Serie Game of Thrones hoch an einem der Drehorte (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)Der langjährige Game-of-Thrones-Statist Richard Hodgen führt die Fans zu den Drehorten (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)

"Die Gesundheit eines Lachses"

Wiesler berichtet auch von der Hängebrücke auf die alte Fischerinsel Carrick-a-Rede, 20 Meter lang, 30 Meter hoch, die nie mehr als acht Menschen gleichzeitig begehen dürfen. Übersetzt heißt Carrick-a-Rede "der Fels im Weg des Atlantik-Lachses", erklärt Wiesler. "Fischer haben die Brücke vor über 350 Jahren gebaut, um die Lachse mit Netzen von der Brücke zu fangen. Das waren damals 300 pro Tag, heute wird nicht mehr gefischt." Die Iren sprechen bis heute vom Lachs der Weisheit. "Der Lachs ist in Irland nicht nur lecker, sondern hat eine besondere Bedeutung. Man wünscht sich auf Gällisch immer 'Die Gesundheit eines Lachses'."

Blick von oben auf die Hängebrücke zur Fischerinsel Carrick-a-Rede (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)Per Hängebrücke auf die alte Fischerinsel Carrick-a-Rede - mit maximal acht Menschen gleichzeitig (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)

Das Hausboot als schwimmendes Ferienhaus

Ein weiteres Highlight ist die Fahrt mit dem Hausboot auf dem Shannon, dem längsten Fluss Irlands mit 370 Kilometern. "Viele Deutsche sind Hausboot-Fans." 15 Meter lang, vier Meter breit - das Hausboot sei wie schwimmendes Ferienhaus, sehr komfortabel. Jeder dürfe nach einer kurzen Einführung losschippern, so Wiesler. "Jeder ist der Freizeitkapitän". Man lerne unter anderem, dass im Gegensatz zum Linksverkehr auf den Straßen die Boote rechts passieren müssen.

Die Fahrt sei Entschleunigung pur. "Man kann teure Meditationsseminare buchen -  oder auf dem Shannon Hausboot fahren", so Wiesler. "Die Zeit verlangsamt sich hier komplett. Man sieht rechts und links nichts als grüne Hügel, etwas Schilf, manchmal eine Ortschaft, eine Brücke, ein paar Schafe oder Kühe, die gucken – und dadurch kommt der Geist komplett zur Ruhe."

Ein Hausboot liegt vertäut auf einem Fluss (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)Entschleunigung pur: mit dem Hausboot unterwegs auf dem Fluss Shannon (Deutschlandradio / Daniela Wiesler-Schnalke)

Nach einiger Zeit könne man beobachten, wie viele Grünabstufungen es gebe und "wie satt das Gras selbst ohne Sonne leuchtet." Der Fluss weitet sich ab und an in riesige Seen, die ihre eigenen "Seeungeheuer" haben, dann gibt es Stellen, so schmal, dass man sich genau in der Mitte halten müsse. Dazu regne es permanent. "Und das ist auch gut so. Irland ist so grün und saftig." Es gebe "unglaubliche Regenbögen. In Irland heißt es ja, dass Kobolde einen Topf mit Gold versteckt haben. Regen wird nicht als Regen bezeichnet, sondern als flüssiger Sonnenschein."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk