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RusslandTeam von Nawalny sieht Hinweise auf Vergiftung im Hotelzimmer

Das unscharfe Bild zeigt die zwei Wasserflaschen auf einer Anrichte. Zwei rote Kreise darum wurden in den Film kopiert.
Standbild aus dem geposteten Film mit zwei Wasserflaschen.

Neue Hinweise im Fall Nawalny: Der russische Regimekritiker wurde nach Angaben seines Teams nicht wie bislang vermutet am Flughafen der Stadt Tomsk vergiftet. Vielmehr soll die Tat bereits vorher in einem Hotelzimmer erfolgt sein - und zwar mit einer vergifteten Wasserflasche.

Das Team teilte seine Erkenntnisse in einem auf Instagram geposteten Video mit. Darin ist das Hotelzimmer mit mehreren Wasserflaschen zu sehen. In einer von ihnen soll später das Gift nachgewiesen worden sein. Der Film enstand demnach kurz nach dem Zusammenbruch Nawalnys in einem Flugzeug.

Verwicklung höchster russischer Stellen?

Der Regierungskritiker wurde nach übereinstimmenden Expertisen von Speziallabors aus Deutschland, Frankreich und Schweden mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Dies wird allgemein als Indiz für eine Verwicklung höchster russischer Stellen gewertet. Der Kreml bestreitet jedoch jegliche Verwicklung in den Fall und argumentiert, dass Nawalny auch in Deutschland vergiftet worden sein könnte. Er wird derzeit in der Berliner Charité behandelt und ist kürzlich aus dem Koma erwacht.

OPCW untersucht Nawalny-Proben

Inzwischen erhält Deutschland bei der Untersuchung des Falls Hilfe von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen. Das teilte die OPCW heute in Den Haag mit. Dabei gehe es um technische Unterstützung. Experten der Organisation hätten bei Nawalny Proben genommen, die nun in Laboren untersucht würden.

Diese Nachricht wurde am 17.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.