Sonntag, 08.12.2019
 
Seit 05:05 Uhr Auftakt
StartseiteHintergrundSachsen macht schwanger02.03.2009

Sachsen macht schwanger

Staatliche Hilfe für die künstliche Befruchtung

Der Zeitpunkt der Familiengründung ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter nach hinten gerückt, mit der Folge, dass Paare zunehmend auf Hilfe angewiesen sind, um sich ihren Babywunsch zu erfüllen. Doch die Behandlung ist kostspielig. Der Freistaat Sachsen will nun kinderlosen Paaren unter die Arme greifen und anteilig Kosten für die teure Behandlung erstatten.

Von Alexandra Gerlach

Seit dem Jahr 2004 müssen Paare weitgehend selbst für die Kosten einer künstlichen Befruchtung aufkommen. (AP)
Seit dem Jahr 2004 müssen Paare weitgehend selbst für die Kosten einer künstlichen Befruchtung aufkommen. (AP)

"Wir haben uns erst relativ spät kennengelernt, mein Mann und ich, und jeder hatte davor schon seine anderen Beziehungen gehabt, und es war eben für uns klar, dass aufgrund des Alters, wir eigentlich sofort mit der Verhütung aufhören, und damit beginnen. 2003 haben wir uns kennengelernt, ja und dann ging es eigentlich gleich los."

Katrin Voigt, 38 Jahre alt, Sekretärin von Beruf, stammt aus Bad Muskau, an der sächsisch-polnischen Grenze, knapp zwei Stunden von Dresden entfernt. Sie ist verheiratet und seit fünf Jahren ungewollt kinderlos.

"Aber das ist ja so, man probiert und probiert, und ein Jahr ist ja noch normal, eh man dann etwas unternimmt, und sich mal mit dem Arzt darüber unterhält und dann heißt es oft, ach probieren Sie noch mal und vielleicht klappt es ja, eh man dann erst mal die eigentlichen Ursachen gefunden hat, vergeht eben so eine gewisse Zeit und man wird eben immer älter und es ist dann nicht mehr so einfach."

Zuletzt sei sie selbst erschrocken gewesen, wie schnell die Zeit ins Land ging, ohne, dass sie schwanger wurde, bekennt die 38-Jährige. Seit Herbst 2008 sucht sie gemeinsam mit Ihrem Mann professionelle Hilfe in einer Dresdner Kinderwunschklinik. Ihr ist schmerzhaft bewusst, dass ihre biologische Uhr tickt, dass sie jetzt neben der ärztlichen Kunst der Reproduktionsmediziner auch ein großes Quäntchen Glück braucht. Denn inzwischen weiß sie, dass es ein organischer Defekt ist, der dem Kinderwunsch im Wege steht.

"2005 hatte ich mir noch einmal die Eileiter durchspülen lassen, oder zumindest versucht und das war eben auch die Diagnose, dass bei mir beide Eileiter zu sind. Also das Durchspülen hat schon gar nicht mehr funktioniert, weil sie eben so doll verklebt sind, und daraufhin wurde uns auch gesagt, dass also auf normalem Weg kaum eine Chance besteht."

Der Fall ist symptomatisch für viele unerfüllte Kinderwünsche in Deutschland. Statistisch gesehen bleibt jedes sechste Paar ungewollt ohne den ersehnten Nachwuchs. Die Ursachen dafür sind vielfältig und letztlich noch immer nicht vollends erforscht.

Ein entscheidender Grund aus ärztlicher Sicht ist, dass der Zeitpunkt der Familiengründung in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter nach hinten gerückt ist, mit der Folge, dass Paare zunehmend auf Hilfe angewiesen sind, um sich ihren Babywunsch zu erfüllen. Die Behandlung ist kostspielig. Denn seit dem Jahr 2004 müssen die Paare weitgehend selbst für die Kosten einer künstlichen Befruchtung aufkommen. Im Rahmen der Kostendämpfung beschloss die rot-grüne Bundesregierung damals eine Gesetzesänderung, wonach die gesetzliche Krankenversicherung nur noch 50 Prozent der Kosten einer künstlichen Befruchtung übernimmt. Die andere Hälfte der Medikation müssen die Paare selbst tragen. Pro Behandlungszyklus sind das je nach Aufwand und Behandlungsmethode zwischen 1500 und 2500 Euro.

Der Freistaat Sachsen will nun als erstes Bundesland überhaupt ungewollt kinderlosen Paaren unter die Arme greifen und anteilig Kosten für die teure Behandlung erstatten. Sachsens Sozialministerin Christine Clauss, CDU:

"Ja, wir freuen uns über jedes Kind und seit 2004 nach dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz sind die Behandlungszahlen bei Kinderwunschbehandlung zu 50 Prozent gesunken und daraus resultierend leider auch viel zu wenig Kinder geboren."

In Sachsen sank die Zahl der künstlichen Befruchtungen in der Zeit nach dem Bekanntwerden der neuen Regelung zwischen 2003 und 2007 um rund 1700, von 2848 auf nur noch 1154 Behandlungen. Bundesweit war die Entwicklung ähnlich. Im Dresdner Sozialministerium ist man der Auffassung, dass man sich diesen Trend nicht mehr länger leisten kann. Eine "soziale Auslese" sei das, beklagt die Ministerin.

Sachsen ist, wie andere ostdeutsche Bundesländer auch, stark von der negativ verlaufenden demographischen Entwicklung betroffen. Die Überalterung der Bevölkerung gepaart mit der anhaltenden Abwanderung junger Menschen in Richtung Westen oder Ausland, wo es mehr und besser bezahlte Arbeitsplätze gibt, macht sich in Teilen des Landes bereits eklatant bemerkbar. Dem versucht die Staatsregierung mit einem Bündel von Maßnahmen entgegensteuern. Dazu gehört auch die neueste Initiative zur Förderung der künstlichen Befruchtung, die dem auf natürlichem Wege unerfüllbaren Kinderwunsch auf die Sprünge helfen soll. Unterstützt wird der zweite und dritte Versuch mit je 600 beziehungsweise 800 Euro sowie der vierte Versuch mit 1000 bis 1900 Euro.

"Wir versprechen uns zum einen, dass halt auch die Ehepaare jetzt wieder zur Kinderwunschbehandlung gehen, die vorher finanziell außerordentlich belastet waren. Wir werden nicht im Vorfeld sagen können, dieser Versuch wird ein Kind das Licht der Welt erblicken lassen, aber jeder Versuch ist es wert, dass wir ihn unterstützen."

Denn mit zunehmendem Alter lässt die Fertilitätsrate der weiblichen Eizellen deutlich nach, mit der Folge, dass es immer schwieriger wird, schwanger zu werden. Der Dresdner Gynäkologe Hans-Jürgen Held beobachtet diesen Trend mit Sorge:

"Da liegt viel Aufklärungsarbeit auch bei den Kollegen, die die Patienten täglich betreuen und auch die Pille verschreiben. Ich denke, spätestens mit 35 muss ich mich um dieses Problem kümmern, wenn es denn ein Problem ist. Und wir haben natürlich Patienten, die kommen mit 41, 42 an, haben einen neuen Partner und dann wird es manchmal problematisch - also wird es häufig problematisch, das muss man wirklich sagen, also da sind die Zahlen ziemlich deutlich, da tickt die biologische Uhr."

Schon im weiblichen Embryo sind die Eizellen angelegt. Sie werden nicht erneuert, sondern altern im Laufe der Jahre im Gleichschritt mit der Frau. Dabei ermüden sie. Während bei einer 33-Jährigen noch zwei von drei Eizellen befruchtungsfähig sind, sinken die Chancen auf eine Schwangerschaft ab dem 40.Lebensjahr dramatisch:

"Man sagt bei einer 45-jährigen Frau eignet sich nur noch jede 20. Zelle etwa. Es ist nicht die Frau als austragende Schwangere, sondern es ist wirklich nur die Eizelle, die die Probleme mit sich bringt."

Seit über 30 Jahren ist Hans-Jürgen Held in der Reproduktionsmedizin tätig, seit gut zehn Jahren unterhält er eine eigene Kinderwunschklinik im Herzen von Dresden. Sachsenweit gibt es sieben solcher Zentren.

Es herrscht starker Andrang in der hellen, weitläufigen Praxis, die für viele junge Paare die letzte Instanz auf dem Weg zu einem eigenen Kind ist. Etwas beklommen stehen junge Frauen und Männer geduldig in einer Warteschlange, ehe sie an der mit hellem Holz getäfelten Rezeption aufgenommen werden.

Im Quartal, so schätzt Held, komme es zu 1800 bis 2000 Konsultationen wegen ungewollter Kinderlosigkeit. Nicht immer münde dies in eine künstliche Befruchtung, häufig reichten schon eine einfache Hormonbehandlung oder andere leichtere Eingriffe als Nachhilfe für die Natur aus, und das werde auch von den Krankenkassen bezahlt, sagt Hans-Jürgen Held. Doch wenn das alles nichts nützt, dann wird es teuer für die Paare.

In der Regel klappt es nicht gleich beim ersten Mal. Erst nach drei, manchmal vier Versuchen kommt es zum ersehnten Erfolg bei der extra-korporalen Befruchtung und selbst dann werden nur 60 bis 70 Prozent der behandelten Frauen tatsächlich schwanger. Alles in allem ein teures Unterfangen und seit 2004 zu teuer für zahlreiche Paare. Die Zahl der künstlichen Befruchtungen ist auch bundesweit dramatisch eingebrochen. Nach Angaben des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren in Deutschland - kurz BRZ - ist die Zahl der mit Hilfe der Fortpflanzungsmedizin gezeugten und geborenen Kinder seit 2004 von 19.000 auf 7500 zurückgegangen, hat sich also mehr als halbiert.

Die neue sächsische Bezuschussung der Therapie zur künstlichen Befruchtung ist an klar definierte Bedingungen geknüpft. Die Frau muss mindestens 25 und darf nicht älter als 40 sein, der Mann nicht älter als 50 Jahre. Weitere Voraussetzungen kommen hinzu. Die Staatsministerin Christine Clauss betont:

"Dass die Paare verheiratet sein müssen und bei unserer finanziellen Unterstützung müssen sie ihren Wohnsitz in Sachsen haben und sie müssen gesetzlich krankenversichert sein."

Die sächsische Initiative hat unterschiedliches Echo ausgelöst. So prüfen Nordrhein-Westfalen und Hessen inzwischen ähnliche Schritte. Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz von der CDU hingegen schließt für ihr Land solche Zuschüsse zur Künstlichen Befruchtung ab. "Aufgabe der Politik" sei es, so Stolz in einem Zeitungsinterview, "die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich Frauen und Männer für Kinder entscheiden und die Lebensbedingungen für Familien und Kinder zu verbessern."

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen nennt den sächsischen Ansatz "bemerkenswert" und fordert eine breite Diskussion. Niemand solle von vornherein seine Tür zuschlagen. In Sachsen nimmt man diese Haltung wohlwollend zur Kenntnis, den Bund will man gleichwohl hier nicht aus der Zuständigkeit für die Familienpolitik entlassen, aber man will auch nicht mehr warten, wie Christine Clauss dezidiert erklärt:

"Wir haben für uns jetzt diesen Weg gewählt und warten nicht ab!"

1,1 Millionen Euro stellt der Freistaat zunächst an Mitteln zur Förderung der künstlichen Befruchtung in Sachsen pro Jahr zur Verfügung. Sollte das Geld nicht reichen, werde man weiter sehen, heißt es im Sozialministerium. Kritik erntet die Ministerin sowohl von den Bündnisgrünen als auch von der katholischen Kirche.

Elke Herrmann, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, kritisiert die sächsische Initiative als reine "Förderung der Reproduktion." Als Manko nennt sie auch die fehlende Unterstützung für die psychologische Betreuung der ungewollt kinderlosen Paare. Empört ist Hermann auch darüber, dass weiterhin ausschließlich Ehepaare gefördert werden. "Das Mitgefühl für Kinderlose, die nicht verheiratet sind, scheint sich deutlich in Grenzen zu halten", kritisiert Herrmann.

Skeptisch - aber aus einem anderen Grund - zeigt sich auch die katholische Kirche. Der Bischof des Bistums Meissen-Dresden, Joachim Reinelt wendet ein:

"Ich bin fest davon überzeugt, dass hinter dieser Absicht ein guter Wille steckt, man will Eltern helfen, das Glück eines Kindes zu erfahren. Wir sind etwas zurückhaltend an dieser Stelle, weil wir sagen, ist es nicht wichtig, das ein Kind gezeugt wird durch die gegenseitige Liebe der Eltern, und das hängt natürlich sehr mit der Würde des Menschseins zusammen und da legen wir sehr, sehr großen Wert drauf. Mir geht es um die prinzipielle Frage, ist es wirklich richtig, den natürlichen Weg zu umgehen, das ist hier die Frage!"

Mit Romantik hat die künstliche Befruchtung in der Tat wenig gemein. Im Labor der Dresdner Kinderwunschklinik von Dr. Held steht der Biologe Dr. Bernd Junkersdorf vor einem sogenannten Brutschrank und zeigt auf die darin abgestellten kleinen viereckigen und flachen Schalen mit einer rosefarbenen Lösung. Die darin enthaltenen Zellen sind schon aufbereitet und harren einer weiteren Verwendung. Zwei Methoden sind gängig. Bei der sogenannten In-Vitro-Fertilisation - kurz IVF - werden ausgewählte Eizellen der Frau mit gleichfalls ausgesuchten Spermien des Mannes in einer Petrischale zusammengeführt.

"Es sind vier Löcher drin, da ist das Kulturmedium drin, und bei der IVF geben wir dann meist zwei in ein Loch hinein, das sind dann 500 Mikroliter und wenn wir wissen 100.000 Spermien sind 3,2 Mikroliter, dann geben wir halt 6,4 dazu."

Doch das klappt nicht immer, denn auch Ei- und Samenzellen kennen "Bindungsängste", wie der Gynäkologe und Klinikinhaber Hans-Jürgen Held erklärt:

"Ein ganz typisches Beispiel ist, wir haben gute Spermien, wir haben schöne Eizellen, wir haben vorher Insemination gemacht, die Frau wurde nicht schwanger. Wir machen die erste extra-korporale Befruchtung, In-Vitro-Fertilisation, und sehen dann, es ist ein so genanntes Bindungsproblem, das heißt, die Spermien finden die Eizelle nicht. Es gibt ja Mechanismen, die sagen den Spermien im Dunkeln, wo die Einzelle ist, ja, also die Botenstoffe sind wahrscheinlich solche Duftstoffe. Und wenn solche Mechanismen gestört sind, dann ist am nächsten Tag keine einzige Eizelle befruchtet."

In so einem Fall muss der Arzt ganz tief in die Trickkiste greifen, um der Natur doch noch ein Schnippchen zu schlagen. Dann bleibt nur die so genannte ICSI-Methode.

"Und da nehmen wir selektiv ein einzelnes Spermium und injizieren das in die Eizelle, und das geschieht hier an dem Mikroskop mit dem Mikromanipulator. Die Eizellen kommen also in ein spezielles Gefäß hinein, das sind so kleine Schalen, da sind Tropfen von sechs Mikrolitern hinein, da kommt jeweils eine Eizelle hinein. Unter dem Mikroskop wird die Eizelle festgehalten mit dieser Nadel hier, die liegt mit Unterdruck an und wird über Handbetrieb gesteuert, da wird sie festgehalten, das ist das, was man im Fernsehen so oft sieht. Und von der anderen Seite kommt die Injektionsnadel, an der Spitze fünf Mikrometer. Mit dieser Nadel wird vorher ein Spermium aufgenommen, ein einzelnes und das wird dann in die Eizelle injiziert."

Wenn das auch nicht klappt, dann sind auch die Ärzte am Ende ihrer Kunst. Dann spielen sich in der Dresdner Praxis manchmal Dramen ab. Denn statistisch gesehen gelingt bei zwei Dritteln aller Frauen die künstliche Befruchtung erst beim dritten Versuch. Und je älter sie werden, um so seltener klappt es überhaupt noch. Und jede Behandlung ist teuer. Da überlegen sich die Paare sehr genau, ob sie sich das noch leisten können, sagt der Gynäkologe Hans-Jürgen Held, der die neue sächsische Unterstützung für kinderlose Paare begrüßt.

Das tut auch der evangelische Landesbischof in Sachsen, Jochen Bohl. Die finanzielle Unterstützung sei ein guter Ansatz, um dem Massenphänomen der Kinderlosigkeit trotz Babywunschs zu begegnen. Ethische Bedenken hegt der Landesbischof bei dieser Bezuschussung der künstlichen Befruchtung durch den Freistaat nicht. Das Argument einiger Kritiker, die hinter der Finanzspritze ein rein bevölkerungspolitisches Ansinnen vermuten, hält Bohl nicht für stichhaltig:

"Überhaupt nicht! Also wir reden seit Jahren davon, dass wir in Deutschland in einer Situation sind, dass viel zu wenig Kinder geboren werden und wir wissen schon heute welche Auswirkungen das heute schon hat und haben wird. Der Alterungsprozess in der Bevölkerung wird es uns in vielerlei Hinsicht schwer machen, und nicht zuletzt, dass die Wirtschaftsleistung dadurch reduziert werden wird und jetzt zu tun, was man kann, um den Menschen zur Freude am Kind zu verhelfen, das halte ich für richtig und ich halte es eben auch für richtig, Menschen zu helfen, die Probleme haben, auf natürlichem Wege Kinder zu zeugen."

Die Bischöfe der katholischen und evangelischen Kirche beklagen gleichermaßen, dass die Entscheidung junger Paare zur Familiengründung insgesamt zu spät fällt: Ein gesamtgesellschaftliches Problem, für das es momentan keine Lösung gibt. Allerdings meint der evangelische Landesbischof Bohl, bereits einen leichten Wandel im Bewusstsein junger Paare festzustellen:

"Ich glaube, dass wir so intensiv über Familie, Bevölkerungsfragen, Kinderarmut, Überalterung, Unterjüngung gesprochen haben, hat eben auch dazu geführt, dass viele Menschen darüber nachgedacht haben und sich für ein Leben mit Kindern entschieden haben und das ist ja auch sehr erfreulich."

Das trifft zumindest für die sächsischen Ballungszentren zu, Dresden und Leipzig konnten zuletzt erfreuliche Zuwächse bei den Geburtenraten verzeichnen und auch bundesweit wurden erstmalig seit vielen Jahren wieder mehr Babys geboren.

Sein katholischer Amtskollege, Bischof Joachim Reinelt rät den jungen Paaren:

"Geht nicht nur mit dem Hund spazieren, sondern verliebt euch und denkt an euer Glück, Familie mit Kindern ist etwas Wunderschönes."

Für die 38-jährige Katrin Voigt liegen die Dinge da schon komplizierter. Sie hat seit Jahren alles versucht, um endlich schwanger zu werden. Dabei hat sie enormen Druck von außen verspürt:

"Wir haben eine große Verwandtschaft von Seiten meines Mannes und da kommt ein Nachwuchs nach dem anderen, und es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man selber nichts dazu beitragen kann, und man ist auch immer ein bisschen traurig."

Der Druck wird mit der Behandlung noch etwas zunehmen. Katrin Voigt und ihr Mann hätten sich auch ohne die neue sächsische Unterstützung für eine künstliche Befruchtung entschieden. Beide sind nun dennoch froh, dass sie von der neuen Regelung profitieren und finanziell entlastet werden, obwohl sie schon für das Wunschbaby etwas gespart haben. Den Stress während der Behandlung wird ihnen dennoch niemand nehmen können, Hoffen und Bangen liegen eng beieinander und auch die biologische Uhr tickt weiter, unerbittlich. Dennoch versucht die 38-jährige Sekretärin aus Bad Muskau locker zu bleiben:

"Und jetzt habe ich gerade den ersten Versuch hinter mir, die Übertragung war jetzt am letzten Montag und jetzt bin ich am Warten."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk