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Startseite@mediasresDer Sprachcheck15.02.2021

Sagen & MeinenDer Sprachcheck

Viel zu oft setzen sich fragwürdige Begriffe und Euphemismen in Medien fest, zum Beispiel das "Gute-Kita-Gesetz", das "Familiendrama" oder der "Lockdown". Solche Formulierungen hinterfragen wir in der Reihe "Sagen & Meinen – der Sprachcheck".

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Ein Verkehrsschild mit der durchgestrichenen Aufschrift "BlaBla Ende" (dpa / Britta Pedersen )
Mit der Reihe "Sagen & Meinen" wollen wir auf unpassende Formulierungen aufmerksam machen (dpa / Britta Pedersen )
Mehr zum Thema

Aus der Nachrichtenredaktion Warum wir nicht vom "Gute-Kita-Gesetz" sprechen

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"Hart aber fair" Streit um Thema und Framing

Political Framing Die Macht der politischen Sprachbilder

Ein "Familiendrama" ist höchstens ein Streit über den Hausputz, aber keinesfalls ein Dreifachmord an Frau und Kindern.

Für einen angeblichen "Friedensplan",  wie ihn US-Präsident Donald Trump für Israel angekündigt hat, müssten zumindest alle befragt worden sein, die Frieden schließen sollen.

Und kann man wirklich noch verharmlosend von einem "Klimawandel" sprechen, wenn wir – wissenschaftlich untermauert - eher auf eine Klimakatastrophe zusteuern?

Oder: Die Frage, warum das unpassende Wort "Kinderpornographie" noch immer benutzt wird:

Botschaften hinter den Begriffen offenlegen

Wie wir über die Dinge reden, prägt oft auch, wie wir die Dinge behandeln. Und wie wir sie behandeln, zeigt sich oft auch in der Sprache. Deswegen ist es so wichtig, darauf zu schauen, wie wir beides tun. Politikerinnen und Politiker, Medienschaffende und alle, die mit beidem zu tun haben. Oft sagen sie das eine, meinen aber in Wirklichkeit etwas ganz anderes.

Die neue Rubrik bei @mediasres hinterfragt solche Begriffe. Wir erklären, welche Absicht damit verbunden sein kann und welche sprachlichen Alternativen es gibt. Kurz und knapp zeigen wir auf, worin der Unterschied zwischen Sagen und Meinen besteht.

Alle Folgen in der Übersicht

Ein Mann läuft am 17. März mit einer Schutzmaske vor dem Pariser Centre Pompidou über die Straße. (imago images / Le Pictorum / Chloe Sharrock) (imago images / Le Pictorum / Chloe Sharrock)Folge 1: Warum Ausgangs-beschränkungen kein Lockdown sind 
Während der Coronakrise werden in den Medien viele Begriffe für die Einschränkungen im öffentlichen Leben verwendet. Besonders oft ist dabei die Rede vom Shut- oder vom Lockdown. Dabei sind diese Bezeichnungen für die Situation in Deutschland unpassend.

Symbolbild Spardose in Autoform, gefüllt mit Eurostücken. Mit einer Kaufprämie soll der Absatz von Neufahrzeugen angekurbelt werden. (dpa / picture alliance / Nikky / VisualEyze) (dpa / picture alliance / Nikky / VisualEyze)Folge 2: Warum die Autoprämie gar keine Prämie ist 
Die Bundesregierung will bis Anfang Juni entscheiden, ob und wie sie die Autoindustrie finanziell unterstützt. In den Berichten zum Thema ist dabei oft von einer Kaufprämie die Rede. Es gibt allerdings gute Gründe, diesen Begriff nicht zu benutzen.

  (Christian Mang/POOL reuters/dpa) (Christian Mang/POOL reuters/dpa)Folge 3: Warum Infizierte nicht immer Erkrankte sind
In Berichten über die Ausbreitung der Corona-Pandemie ist häufig von "Neuinfizierten" innerhalb eines Tages die Rede. Dabei geben die Zahlen das gar nicht her. Richtig kompliziert wird es, wenn nicht zwischen Infizierten und Erkrankten unterschieden wird.

  (dpa/Sebastian Gollnow) (dpa/Sebastian Gollnow)Folge 4: Warum es nicht "Verschwörungstheorie" heißen sollte
Sogenannte "Verschwörungstheorien" haben im Zuge der Coronakrise Hochkonjunktur und werden so auch in den Medien bezeichnet. Dabei trifft "Theorie" auf die Erzählungen, Ideologien und Mythen gar nicht zu.

  (dpa / Ulrich Baumgarten) (dpa / Ulrich Baumgarten)Folge 5: Warum es neben Coronavirus so viele andere Begriffe gibt
Zunächst war in Medien vor allem vom Cornavirus die Rede, dann von Covid-19 – und inzwischen kursieren noch mehr Fachbegriffe. Dabei ist es auch hier wichtig, ganz präzise zu berichten.

Protestierende halten Plakate mit der Aufschrift "Black Lives Matter" in die Höhe.  (Consolidated News Photos/Amanda Andrade-Rhoades) (Consolidated News Photos/Amanda Andrade-Rhoades)Folge 6: "Rassenunruhen" - ein "grundfalscher" Begriff
Seit Wochen demonstrieren vor allem in den USA zehntausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Wenn dabei von "Rassenunruhen" gesprochen wird, ist das nicht wirklich treffend.

Ein Datenträger mit dem Schriftzug "Kinderpornographie" im CD-Laufwerk eines Laptops. (dpa / Uwe Zucchi) (dpa / Uwe Zucchi)Folge 7: "Kinderpornographie" – kein Porno, sondern Missbrauch
Immer wieder berichten Medien über Kindesmissbrauchsfälle. Oft ist dann auch die Rede von "Kinderpornographie". Doch der Begriff ist unpassend und verharmlost Gewalt gegen Kinder.

  (dpa/Guido Kirchner) (dpa/Guido Kirchner)Folge 8: "Pädophilie": Keine Straftat
In der Berichterstattung über Kindesmissbrauchsfälle ist auch oft die Rede von Pädophilie. Der Begriff wird allerdings oft nicht richtig eingeordnet, denn bei weitem nicht alle Pädophile vergehen sich an Kindern. Pädophilie ist auch keine Straftat.

 Folge 9: "*Innen" - Es gibt auch Rechtspopulistinnen
Manche sagen Politiker, meinen aber auch Politikerinnen. Frauen sollen sich natürlich auch angesprochen fühlen - das ändert sich. Trotzdem reden wir oft nur von Terroristen. Konsequent?

  (Imago Images/Future Image) (Imago Images/Future Image)Folge 10: Die selbsterklärten "Sparsamen Vier"
In der EU-Haushaltspolitik sprechen viele Medien derzeit von den "Sparsamen Vier" – ein Titel, den Österreich, die Niederlande, Schweden und Dänemark selbst mitgeprägt haben. Es wäre besser, darauf zu verzichten.

  (imago stock&people) (imago stock&people)Folge 11: Die Last mit Steuerbegriffen
Wenn Medien über Steuern berichten, dann häufig mit Wortkonstruktionen, die das Thema als etwas Negatives erscheinen lassen: Steuerbelastung zum Beispiel. Neutral ist das nicht – denn die positiven Seiten des Themas bleiben so auf der Strecke.

  (picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa) (picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa)Folge 12: Kindesmissbrauch: Treffender Begriff?
Beim Begriff "Kindesmissbrauch" meinen einige, dass daran etwas nicht stimmt. Wenn es möglich ist, Kinder zu missbrauchen – müsste es dann nicht auch möglich sein, sie zu gebrauchen? Eine verständliche Schlussfolgerung. Das sehen aber nicht alle so.

Nahaufnahme von Münzen, die in einer Hand liegen. (Eyeem / Westend61) (Eyeem / Westend61)Folge 13: Wer ist wirklich "sozial schwach"?
Menschen, die wenig Geld haben, werden in den Medien oft als "sozial schwach" bezeichnet. Dabei ist eine soziale Schwäche etwas völlig anderes. Deshalb wäre es deutlich sinnvoller, auf andere Begriffe zurückzugreifen.

Flagge von Belarus (Weißrussland), 3-D-Illustration *** Flag of Belarus, 3 D illustration Copyright: imageBROKER/CarstenxReisinger ibxcrs05777319.jpg Bitte beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen des deutschen Urheberrechtes hinsichtlich der Namensnennung des Fotografen im direkten Umfeld der Veröffentlichung! (www.imago-images.de) (www.imago-images.de)Folge 14: Weißrussland oder Belarus? Wenige Tage vor den Parlamentswahlen in Belarus sind sich viele Menschen hierzulande unsicher, wie das Land nun wirklich heißt. Noch bei den Olympischen Spielen hieß es Weißrussland – nun taucht immer öfter die Bezeichnung Belarus auf.

  (dpa) (dpa)Folge 15: Über Armut sagen die Zahlen wenig aus
Regelmäßig veröffentlicht das Statistische Bundesamt seine Zahlen zur Armutsgefährdung, manchmal wird auch von "Armutsrisiko" gesprochen. Aber: Was wird da eigentlich gemessen? Die Gefährdung? Oder eigentlich nur Armut? Und welche Armut genau?

Zwei Bundespolizisten in der Rückansicht  (picture alliance / Andreas Gora) (picture alliance / Andreas Gora)Folge 16: Über Polizeigewalt reden – aber präzise
Der Begriff "Polizeigewalt" wird meist im Zusammenhang mit unrechtmäßiger Gewalt verwendet – ist aber nicht ganz zutreffend. Denn Polizistinnen und Polizisten dürfen laut Gesetz Gewalt anwenden.

Ein Schild mit der Aufschrift "Stopp! Ab hier ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht!" steht in einer Fußgängerzone. (dpa / Hauke-Christian Dittrich) (dpa / Hauke-Christian Dittrich)Folge 17: Wer sagt Nein zur Maske?
An vielen Orten – etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften – müssen während der Corona-Pandemie Masken getragen werden. Manche Menschen widersetzen sich dieser Pflicht. Der Begriff Maskenmuffel passt für sie aber nicht.

"Bitte Mundschutz tragen" steht am Eingang zu einer Grundschule in Berlin-Friedrichshain (picture alliance/ dpa/ Annette Riedl) (picture alliance/ dpa/ Annette Riedl)Folge 18: Warum sich der Begriff "Lockdown" durchgesetzt hat
Die Einschränkungen im öffentlichen Leben werden oft als "Lockdown" bezeichnet. War der Begriff ursprünglich noch unpassend, hat sich seine Bedeutung mittlerweile gewandelt.

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In Brandenburg entsteht derzeit eine neue Fabrik des Elektroautobauers Tesla. Gründer Elon Musk rührte bereits höchstpersönlich vor Ort die Werbetrommel und nennt das Werk "Gigafactory" – ein PR-Wort.

Der designierte 46. Präsident der Vereinigten Staaten Joe Biden am 22.12.2020 auf der Bühne des Queen Theater in Wilmington (picture alliance / ap / Carolyn Kaster) (picture alliance / ap / Carolyn Kaster)Folge 20: Warum ein US-Präsident nicht "durchregieren" kann
Bei der Stichwahl in Georgia entscheide sich auch, ob der gewählte US-Präsident Joe Biden später "durchregieren" könne, heißt es in einigen Medien. Der Begriff unterschlägt die mächtige Rolle der Abgeordneten.

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Am Wochenende entscheidet die CDU über ihren künftigen Vorsitzenden. Viele Medien sprechen deshalb von einer "Kampfkandidatur". Dabei geht es um eine selbstverständliche, demokratische Entscheidung.

Ein Reisepass, eine Kino-Karte, Besteck und eine Impfspritze vor weißem Hintergrund. In der Mitte steht der Begriff "Impfprivilegien" (imago) (imago)Folge 22: Sind Geimpfte privilegiert?
Sich ohne größere Einschränkungen in der Öffentlichkeit bewegen oder ins Restaurant gehen – die Politik diskutiert darüber, ob Menschen mit einer Corona-Schutzimpfung wieder mehr dürfen. Doch handelt es sich dabei wirklich um Privilegien?

  (picture alliance/dpa | Jonas Güttler) (picture alliance/dpa | Jonas Güttler)Folge 23: Rassismus auch Rassismus nennen
Auch im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Terroranschlag von Hanau haben viele Medien wieder von einem "fremdenfeindlichen" Hintergrund gesprochen. Doch dieser Begriff passt fast nie.

Eine Teilnehmerin der Fridays for Future - Proteste stellt auf ihrem Fuss ein Schild "Klimawandel kann Tödlich sein" ab. (dpa/ Andreas Arnold) (dpa/ Andreas Arnold)Folge 24: Ist "Klimawandel" der passende Begriff?
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In Bago in Myanmar stehen sich am 8. März 2021 Polizei und Demonstranten auf einer Straße gegenüber. (IMAGO / Penta Press) (IMAGO / Penta Press)Folge 25: Wenn "Sicherheitskräfte" keine Sicherheit herstellen
In Nachrichten und Berichten hören wir immer wieder von "Sicherheitskräften". Dabei wird der Begriff auch dann verwendet, wenn diese Kräfte alles andere als Sicherheit herstellen. Im Zweifel kann den Medien auch Ungenauigkeit helfen.

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