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StartseiteVerbrauchertippQuietsch-Test beim Spargel sehr hilfreich08.05.2018

Saison auf HochtourenQuietsch-Test beim Spargel sehr hilfreich

Der späte Saisonbeginn bei der Spargelernte hat zunächst für sehr hohe Preise gesorgt. Jetzt im Mai wird das "königliche Gemüse" allerdings wieder billiger. Wer wissen will, ob die Ware wirklich frisch ist, sollte den sogenannten Quietsch-Test anwenden.

Von Angelika Gördes-Griesen

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Spargestangen in einem Korb (imago / Rüdiger Wölk)
Der späte Saisonbeginn machte Spargel in diesem Jahr sehr teuer, die Preise sind inzwischen gefallen (imago / Rüdiger Wölk)
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Das warme Wetter Ende April sorgte im Spargelacker von Landwirt Bernfried Nahrup in Greven für einen Wachstumsschub: "Und jetzt ist es schon fast umgekehrt, dass wir sagen: So 27 bis 30 brauchen wir eigentlich gar nicht im April."

Denn zu große Hitze im Spargeldamm führt zu Qualitätsverlusten. So öffnen sich die Spargelköpfe und der Geschmack leidet. Dicke Stangen sind teurer als dünne, aber eigentlich gibt es bei den dicken nur einen Vorteil: "Also die schmecken nicht besser die dicken, aber man hat natürlich weniger Arbeit beim Schälen. Die dicken müssen länger gekocht werden, geschmacklich aber macht das keinen Unterschied."

40 Prozent teurer als im Vorjahr

Der späte Saisonbeginn sorgte in diesem Jahr für hohe Preise, der Spargel war rund 40 Prozent teurer als ein Jahr zu vor. Jetzt aber im Mai, wenn die Ernte auf Hochtouren läuft, sinken die Preise, ein Preisvergleich lohnt sich also. Für Suppen und Salate sind außerdem auch Spitzen oder Bruchspargel ein billiges, aber leckeres Vergnügen für Verbraucher, wenn die Qualität stimmt.

"Die Frische ist mir schon wichtig. Ich darf das ja jetzt nicht anfassen, aber man drückt dann und sieht, ob da Flüssigkeit rauskommt und daran erkennt man eben, ob der Spargel frisch ist. Ja, ist noch nicht so sehr verholzt."

Ein zusätzlicher Frischetest ist der Quietsch-Test: Einfach die Spargelstangen aneinander reiben. Wenn sie quietschen, ist die Ware frisch. Spargel der Klassen I und Extra hat fest geschlossene Köpfe. Die Stangen müssen gleichmäßig nach Größen sortiert sein und sie dürfen kaum Flecken auf der Schale haben. Spargel der Klasse II hat leicht geöffnete Köpfe, kann gebogen sein und Flecken auf der Schale aufweisen. Eine grünliche Verfärbung der Köpfe sorgt für einen intensiven, leicht herben Geschmack. Für Katrin Quinckart, Gemüseexpertin der Landwirtschafts-Kammer, ist Spargel Superfood:

"Natürlich ist immer das, was gerade Saison hat, das wahre Superfood. Es sind natürlich nur die Pflanzen, die Superkräfte entwickeln können, die gerade super Bedingungen hatten beim Wachstum."

Sehr kalorienarmes Vergnügen

Das Edelgemüse ist auch ein kalorienarmes Vergnügen; 100 Gramm enthalten nur 17 Kilokalorien, aber viel Vitaminen C und E sowie fast die Hälfte des Tages-bedarfs an Folsäure- und Kalium. Weißer Spargel sind Wurzelstangen, die unterirdisch wachsen und deshalb kein Chlorophyll einlagern, die Ursache für die Grünfärbung. Violetter Spargel durchbricht die Erde, verfärbt sich und schmeckt deshalb etwas kräftiger als weißer. Grüner Spargel wiederum wächst nicht in Erdwällen, sondern über der Erde.

Beim Schälen hat jeder so seine Technik. Mit dem Küchenmesser dauert es länger als mit dem Spargel-schäler:

"Das geht ruck-zuck. Ich nehmen immer die frisch geernteten Spitzen, mit dem Spargelschäler geht das schnell. Ich habe so einen Spargelschäler, der von zwei Seitenaus schält, von oben nach unten, das geht also flott."

"Viele nehmen viel zu viel Wasser"

Wer es ganz eilig hat und etwas mehr bezahlt, kann auch fertig geschälten Spargel kaufen. Selbst in Supermärkten stehen heute Schälmaschinen, die den Spargel schnell und gründlich schälen. Man muss oft nur lange warten und die Stangen sind dann empfindlich. Deshalb: Nicht lange im heißen Auto liegen lassen, sondern direkt zu Hause in ein feuchtes Tuch wickeln und im Kühlschrank maximal zwei Tage lagern.

Der Koch-Tipp von Bernfried Nahrup: "Viele nehmen viel zu viel Wasser. Butter ist wichtig, dass sich die Poren schließen, dass alles nicht so stark auskocht und sich die Poren schließen. Eine Prise Salz, eine Prise Zucker: In diesem Jahr braucht man nicht so viel Zucker, weil der Spargel so schnell gewachsen ist und so viel Süße hat. Und was auch immer wichtig ist: Eine Scheibe Zitrone mit auskochen und dann den Spargel köcheln lassen, nicht kochen, köcheln lassen!"

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