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StartseiteVerbrauchertippWie man unliebsame Schnecken loswird 05.05.2020

SalatbeetWie man unliebsame Schnecken loswird

Kahlgefressene Salatbeete, angeknabberter Spinat: Die Spanische Nacktschnecke ist der Feind jedes Gärtners. Um den ungeliebten Gast im Garten wieder loszuwerden, muss man jedoch nicht gleich zur Giftkeule greifen - es gibt auch biologische Alternativen.

Von Peter Dickmeyer

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An einem Salatkopf in einem Garten sitzen viele Nacktschnecken, die feuchte Witterung lockt wieder viele Schnecken hervor. (picture alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch)
Wenn ein Trupp hungriger Schnecken ein Salatbeet erobert hat, dann hat der Hobbygärtner keine Chance mehr. (picture alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch)
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Man muss nicht zwingend zum sogenannten "Schneckenkorn" greifen, denn das tötet sowohl Gehäuse- als auch Nacktschnecken. Wobei nur Letztere, insbesondere die "rötliche Spanische Wegschnecke" Schäden anrichten. Deutlich effektiver sind da schon die natürlichen Fressfeinde der Schnecken, wie zum Beispiel Igel, Spitzmäuse, Kröten und Blindschleichen. Ecken mit Wildwuchs im Garten bieten ihnen ein Versteck und sorgen dafür, dass sie sich wohlfühlen. 

Ein Klassiker unter Gartenfreunden ist die sogenannte Bierfalle. Doch auch sie ist eine zweischneidige Angelegenheit. Denn einerseits lockt das Bier Schnecken aus der gesamten Umgebung an, von denen aber dann nur ein Teil in der Falle ertrinkt. Andererseits kommen in den Bierfallen auch nicht-schädliche Schneckenarten und viele nützliche Insekten um. Dann doch lieber das "Absammeln", rät Landschaftsbauer und Gartenprofi Florian Weiß. Dazu verteilt man im Garten Blätter, Bretter oder Steine als Verstecke in und um die Beete. Unter diesen lassen sich morgens die Tiere ganz leicht auflesen.

Es gibt biologische Alternativen zum Schneckenkorn (dpa/ picture-alliance/ Patrick Pleul)Zwei Nacktschnecken mit einem blauen Gift-Köder, einem Schneckenkorn. (dpa/ picture-alliance/ Patrick Pleul)

Ein Schutzwall aus Sägemehl

Man kann aber auch einzelne Pflanzen oder Beete mit Streu schützen. Da die gefräßigen Tiere Feuchtigkeit benötigen, um zu überleben, empfiehlt Florian Weiß, 20 bis 30 Zentimeter breite Schutzstreifen aus Sägemehl oder Spänen rund um die zu schützenden Bereiche anzulegen. Diese würden von den Tieren dann gemieden, weil sie ihnen das Wasser entziehen.

"Wenn es aber da dreimal drauf geregnet hat, musst du das erneuern, weil die Späne dann nicht mehr an den schleimigen Schneckenfüssen kleben bleiben und die Schnecken das dann überqueren können."  

Es gibt aber auch einen kleinen Fadenwurm, der gegen die Schneckenplage hilft. Er heißt "Phasmarhabditis Hermaphrodita" und kann im Gartenfachhandel erworben werden. Er wird mit Wasser auf den Beeten aufgebracht, denn er braucht einen feuchten Boden, um aktiv nach Schnecken zu suchen. Dabei befällt er ausschließlich Nacktschnecken, tötet sie innerhalb von drei Tagen und beendet so langfristig jede Schneckenplage.

Ein Huhn guckt auf einer grünen Wiese hinter einem Baum hervor. (dpa picture alliance/ Markus C. Hurek)Hühner und Laufenten sind natürliche Fressfeinde der Nacktschnecke (dpa picture alliance/ Markus C. Hurek)

Mit Federvieh gegen den Salaträuber

Ein anderer tierischer Helfer beim Kampf gegen die Nacktschnecken ist die Laufente. Auch Naturschützerin Marianne Frielingsdorf von der Biologischen Station Oberberg ist  von deren Wirksamkeit überzeugt. 

"Das ist wirklich das beste Mittel, die Laufenten. Laufenten anschaffen und man hat wirklich kein Problem mehr mit Schnecken."   

Aber mit den Laufenten. Denn für deren Haltung muss man seinen Garten entsprechend präparieren, da das Federvieh eine Unterkunft braucht und auch etwas, worin es schwimmen und plantschen kann. 

"Aber die Laufenten müssen auch beaufsichtigt werden. Wenn die alleine im Garten rumlaufen und finden keine Schnecken mehr, dann gehen die auch an den Salat."  

Darüber hinaus ist zu beachten, dass man Laufenten nicht einzeln halten sollte. Wobei für zwei Exemplare schon mindestens 300 Quadratmeter vorhanden sein müssen. Eine Alternative sind Hühner. 

"Hühner können im Winter über das ganze Gelände laufen. Die können die Schneckeneier aus dem Boden kratzen und vertilgen einiges an Schneckeneiern."

Ein Igel im Herbstlaub (imago stock&people/ blickwinkel)Wilde Ecken im Garten mit Laub und Sträuchern bieten Igeln Platz zum Leben - ein natürlicher Schneckenfeind (imago stock&people/ blickwinkel)

Enten auf Zeit

Wenn sie aber nichts mehr finden oder Appetit auf was anderes bekommen, sind auch die Beete vor ihnen nicht mehr sicher. Deshalb sind sie nur vor der Aussaat und nach der Ernte uneingeschränkt nützlich. Für alle, denen die geflügelten Schnecken-Dezimierer auf Dauer zu anstrengend sind, gibt es aber mittlerweile auch Anbieter, die das Geflügel tageweise verleihen.

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