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StartseiteSport am WochenendeFinanzielle Situation belastet Schwimmer23.05.2020

Sarah Köhler über CoronakriseFinanzielle Situation belastet Schwimmer

Die Schwimmerin Sarah Köhler glaubt, dass viele Athleten ihrer Sportart durch die Coronakrise in finanzielle Not geraten könnten und ihre Karriere deshalb beenden. Zwar unterstütze die Deutsche Sporthilfe so gut wie möglich, doch das reiche oft nicht aus.

Sarah Köhler im Gespräch mit Maximilian Rieger

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Sarah Köhler hat bei der Schwimm-WM 2019 in Südkorea einen 32 Jahre alten deutschen Rekord geknackt, (picture alliance / dpa / Bernd Thissen)
Schwimmerin Sarah Köhler macht sich Sorgen um die Zukunft vieler Athleten und Athletinnen (picture alliance / dpa / Bernd Thissen)

Für die aktiven Profi-Schwimmerinnen und Schwimmer ist ein Ende der Trainingseinschränkungen in Sicht. Für die Rückkehr zur alten Form würden die Athleten nach der Corona-Pause aber sicher noch etwas Zeit brauchen, meint Schwimmerin Sarah Köhler. Sie holte Silber über 1500 Meter und gewann Gold in der Freiwasserstaffel bei der WM 2019 in Südkorea. 

"Schwimmen ist leider kein günstiger Sport"

Auch die schwierige finanzielle Situation mache sich bemerkbar. Köhler geht davon aus, dass viele Athleten ihre Karriere beenden "weil sie es nicht weiter finanzieren können. Schwimmen ist leider kein günstiger Sport." Betroffen könnten insbesondere die Athletinnen und Athleten sein, die noch nicht an den Spielen in Tokio teilnehmen können, aber danach eine Chance hätten. "Die sagen jetzt vielleicht: 'Ich mache lieber mein Studium oder meine Ausbildung fertig und gehe in eine andere Richtung'. Das kann ich mir vorstellen." 

Männer schwimmen in einem Schwimmbecken die Stilrichtung Delfin (imago / Panthermedia) (imago / Panthermedia)Hessen - Vereinsschwimmer dürfen wieder ins Becken
Nach den Kaderschwimmern dürfen in Hessen ab dem 1. Juni auch die Vereinsschwimmer wieder ins Becken. Die Freizeitschwimmer folgen später. Derweil trainieren die Leistungsschwimmer "ins Blaue hinein".

International Swimming League will unterstützen

 

Sie hoffe aber, dass diesen Schritt so wenige Sportler wie möglich machen. Helfen könnten dabei vor allem die Deutsche Sporthilfe oder die Sporthilfen in den einzelnen Ländern.

Ein Hilfsangebot kam jetzt auch von der International Swimming League. Die im letzten Jahr vom umstrittenen ukrainischen Milliardär Konstantin Grigorishin gegründete Schwimm-Liga hat via Instagram angekündigt, die TeilnehmerInnen finanziell zu unterstützen. Die Rede ist von 1500 Dollar im Monat für einen begrenzten Zeitraum. Davon könnte auch Sarah Köhler profitieren.

Noch habe die 25-Jährige aber keine genauen Informationen dazu erhalten, wie sie im Deutschlandfunk erklärte. Auch ob sie das Geld von Grigorishin annehmen werde, dem Korruption vorgeworfen wird, wollte sie nicht sagen. "Das habe ich heute zum ersten Mal gehört, deswegen will ich mich dazu gar nicht genau äußern."

Angesprochen darauf, warum die private Wettkampfserie attraktiver sei als die Weltcups des Weltschwimmverbandes FINA, sagte Köhler, dass die ISL ein richtiges Event aus den Rennen mache. "Das ist einfach ein bisschen besser aufgemacht", so Köhler. "Ich glaube, da hat die FINA noch ein bisschen Nachholbedarf." 

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