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StartseiteVerbrauchertippDigitaler Haushaltshelfer mit Raumerkennung16.09.2019

SaugroboterDigitaler Haushaltshelfer mit Raumerkennung

In jede Ecke kommt der Roboter-Staubsauger nicht, aber für die tägliche Saugarbeit - gerade in Haushalten mit Haustieren - ist er praktisch und leistungsfähig genug. Wer ein Gerät sucht, das auch automatisch den Staubbehälter leert, muss dann noch tiefer ins Portemonnaie greifen.

Von Michael Voregger

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Ein Staubsaugerroboter fährt am 22.07.2015 in Bonn über einen Teppich. (picture alliance / Ina Fassbender)
Per App kann man für den Saugroboter Sperrbereiche einrichten: Vasen, Kabelknäuel oder Trink- und Fressnäpfen für Haustiere bekommen virtuelle Grenzen, über die man nicht mehr hinausfährt. (picture alliance / Ina Fassbender)

Die klassische Hausarbeit mit Abwaschen, Müll entsorgen und Staub saugen macht nicht wirklich Freude. Doch diese Arbeit muss man nicht unbedingt selbst erledigen. Moderne Saugroboter versprechen hier Abhilfe.

Jeden Tag um Punkt 14 Uhr fährt der Bodenstaubsauger aus seiner Garage und beginnt mit seiner Arbeit. Tanja Bartußek.

"Keiner in der Familie saugt gerne, doch da wir einen Hund haben, fallen unheimlich viele Haarbüschel an. Das müsste man eigentlich jeden Tag machen und das macht jetzt unser kleiner Freund."

Saugroboter hatten bisher einen schlechten Ruf. Man sagte ihnen nach, laut zu sein und planlos in der Wohnung herumzufahren. Hindernisse wurden nicht erkannt und sie verfahren sich in engen Ecken der Wohnung. Stefan Porteck ist Redakteur bei der Computerzeitschrift ct. Er ist von den Möglichkeiten aktueller Geräte überzeugt.

"Bei den modernen Geräten ist es so, dass sie einen Laserdistanzsensor oder eine Kamera haben. Sich halt in dem Raum umschauen und in gezielten geraden parallelen Bahnen jeden Raum abarbeiten, bis die ganze Wohnung komplett gereinigt wurde."

Passende App sorgt für Ordnung

Bevor der Sauger seine Arbeit aufnimmt, sollte erstmal die passende App auf dem Smartphone installiert werden. Die Einrichtung ist auf den meisten Geräten mit bebilderten Anleitungen gut dokumentiert. Der Saugroboter macht bei den ersten Fahrten schon mal einen Abstecher in den Nebenraum, bevor er seinen Fehler bemerkt. Danach werden die Räume gezielt und zuverlässig abgefahren.

"Die Saugroboter schaffen kleinere Wohnungen bis 80 Quadratmeter ohnehin mit einer Akkuladung. Wenn sie merken, dass der Akku zur Neige geht, fahren sie selbstständig zurück zur Basisstation, tanken Strom wieder nach. Wenn der Akku voll genug ist, machen sie an der Stelle wieder weiter, wo sie vorher aufgehört haben. Man kann also sicher sein, dass alles gesaugt wird – zur Not halt mit einer kleinen Zwischenladung des Saugroboters."

Virtuelle Grenzziehung für sensible Bereiche

Ultraschall- und Infrarotsensoren erkennen auf kurzer Distanz Hindernisse wie Tisch- und Stuhlbeine. Falls doch mal etwas schiefgeht sorgt eine gummierte Stoßstange dafür, dass keine Beschädigungen entstehen. Sensoren stellen sicher, dass es an Treppen zu nicht zu Abstürzen kommt. Sollen bestimmte Bereiche nicht gesaugt werden, dann können sie mit einem Magnetstreifen gesperrt werden.

"Die Alternative ist, dass man in der App Sperrbereiche einrichtet. Das kann vor Vasen sein oder vor einem Kabelknäuel in der Ecke neben der Stereoanlage. Oder ganz klassisch bei Trink- und Fressnäpfen für Haustiere. Da zeichnet man in den Grundrissen ein Quadrat ein und dann fährt der Bot über diese virtuelle Grenze – die man ihm gesetzt hat – nicht mehr hinüber."

Keine Feinarbeit, aber es reicht für die tägliche Saugerei

Sie können wegen ihrer geringen Abmessungen unter ganz viele Möbel fahren – also auch unter Betten und Kommoden. Die Saugroboter sind sinnvolle Helfer im Haushalt, aber sie haben auch Schwächen.

"Natürlich kommt er nicht in jede Ecke. Für das gröbste ist er total praktisch. Der einzige Nachteil ist, dass er nicht so einen großen Auffangbehälter hat – man müsste ihn häufiger wechseln. Aber für die tägliche Saugerei mit Haustieren ist er super – super bequem."

Mit der Leistung klassischer Staubsauger können die kleinen Helfer nicht mithalten. Die hängen an der Steckdose und haben eine Leistung von bis zu 1500 Watt. Das ist mit Akkus nicht zu schaffen. Für einen leistungsfähigen Saugroboter müssen zwischen 350 und 500 Euro ausgegeben werden. Wer ein Gerät sucht, dass auch automatisch den Staubbehälter leert ist mit 1000 Euro dabei.

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