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StartseiteVerbrauchertippMit dem Fön gegen Lebensmittelmotten01.11.2019

SchädlingsbekämpfungMit dem Fön gegen Lebensmittelmotten

Keiner will sie und doch tauchen sie immer wieder in Schränken und Regalen in der Küche auf: Lebensmittelmotten. Übersieht man sie einmal, kann man Wochen und Monaten damit verbringen, sie loszuwerden. Doch es gibt Wege, damit sie sich gar nicht erst breitmachen.

Von Ann-Kathrin Stracke

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Lebensmittelmotte auf Buchweizen (imago / blickwinkel / F. Hecker)
Sind die Motten erst einmal da, gebe nur einen Weg: konsequentes Wegwerfen (imago / blickwinkel / F. Hecker)
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Sie verstecken sich in Nusspackungen, im Mehl oder in Haferflocken und kommen direkt aus dem Supermarkt mit in Regale und Küchenschränke der Verbraucher: Die Rede ist von Lebensmittelmotten-Larven. Verbraucher sollten daher unmittelbar nach ihrem Einkauf nachschauen, ob sich solche Larven in den Lebensmittelpackungen befinden, rät Elke, Wieczorek, Präsidentin des Berufsverbands der Haushaltsführenden.

"Das erkennt man daran, dass so feine Gespinste da drin sind. Und in diesen Gespinsten legen diese Motten ihre Eier, die dann schlüpfen und als kleine Raupen, kleine Würmchen los krabbeln und sich dann auch durch Verpackungen anderer Lebensmittel durchbohren."

Lebensmittelmotten-Larven lieben Wärme, die es häufig in Haushalten, speziell in Küchen gibt und vermehren sich unter diesen Bedingungen besonders gut. Sind die Motten erst einmal da, gebe nur einen Weg: konsequentes Wegwerfen, rät Sabine. 

Hülsmann, vom Referat Lebensmittel und Ernährung, der Verbraucherzentrale Bayern: "Es ist zwar erstmal sehr schade für diese Lebensmittel, aber wenn man sich dann vorstellt, dass da Tierreste, Kot oder Eier schon drin sind, dann fällt es auch nicht ganz so schwer, die wirklich in den Müll zu werfen. Vor allem auch, weil auch die Lebensmittel entsorgt gehören, die neben dran stehen, weil da auch schon Eier drin sein können."

Mit Essigwasser wischen

Danach müssen die Schränke und Schubladen gereinigt werden. Experten empfehlen diese erst zu saugen, dann mit Essigwasser auszuwischen und später an der Luft trocknen zu lassen. Elke Wieczorek, Präsidentin des Berufsverbands der Haushaltsführenden, geht noch einen Schritt weiter:

"Was auch hilft - Schränke haben ja an den Stellen so ritzen - auch da können sich Eier drin sammeln. Und da kann man mit einem Fön mit Heißluft ganz langsam die Ritzen auf und abfahren, weil dann werden die quasi gegart und inaktiviert."

Um sicher zu gehen könne man zwei Wochen später noch einmal putzen. Eine Möglichkeit, Mottenlarven zu bekämpfen, sind Schlupfwespen. Diese fressen die Larven der Lebensmittelmotten auf. Man kann sie online bestellen und dann an die Stellen legen, an denen man die Larven beziehungsweise Lebensmittelmotten vermutet.

Pheromonfallen helfen

Allerdings sei diese Art der Lebensmittelmotten-Bekämpfung nicht jedermanns Sache, gibt Sabine Hülsmann, vom Referat Lebensmittel und Ernährung, der Verbraucherzentrale Bayern zu bedenken: "Da muss man individuell schauen, ob man das möchte, da das auch Tiere sind, die dann in der Wohnung rumfliegen. Und die sterben dann ab, sobald sie keine Nahrung mehr finden. Und man hat dann andere tote Tiere bei sich in der Küche."

Eine andere Möglichkeit Lebensmittelmotten loszuwerden, sind Pheromon-Fallen. Diese klebrigen Karten enthalten das Geschlechtshormon der Tiere, ziehen allerdings nur die Männchen an. Die bleiben dann darauf kleben. Sie eignen sich für die Verbraucher, um zu kontrollieren, ob und wie viele Lebensmittelmotten noch da sind. Benutzt man diese im Sommer, sollte man darauf achten: "Wenn es Sommer ist und man viele Fenster offen hat, dann würde man auch Motten, Tiere von draußen anlocken. Das möchte man natürlich vermeiden. Hier helfen Fliegengitter vor den Fenstern."

Als Faustregel gilt: sensible Lebensmittel wie Nüsse, Mehle, Haferflocken in fest verschließbaren Gefäßen aufzubewahren, vorzugsweise mit einer Gummidichtung, damit die Larven erst gar nicht den Weg herausfinden und so möglicherweise andere Lebensmittel befallen.

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