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StartseiteVerbrauchertippRatten und Mäuse sicher bekämpfen11.04.2019

SchädlingsbekämpfungRatten und Mäuse sicher bekämpfen

Fallen aufstellen, Gift auslegen - oder Unterstützung holen durch professionelle Schädlingsbekämpfer: Gegen oft unbeliebte Nagetiere gibt verschiedene Methoden. Aber gerade in Privathaushalten ist dabei nicht jedes Mittel gegen Ratten und Mäuse erlaubt.

Von Annette Eversberg

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Man darf die giftigen Köder nicht einfach in der Nähe von Rattenlöchern verstreuen (picture alliance / dpa / Kirsty Wigglesworth)
Ratten können in jedes Haus, jeden Keller oder Schuppen eindringen (picture alliance / dpa / Kirsty Wigglesworth)
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Im Frühjahr ist Großreinemachen in Haus und Garten. Mancher wird dann feststellen, dass sich auch ungebetene Gäste dort zu schaffen gemacht haben. Und das sind Mäuse, aber auch Ratten. Man muss sie bekämpfen. Denn Mäuse und Ratten sind Schädlinge. Sie können Krankheiten übertragen.

Für die Bekämpfung kann man auf professionelle Schädlingsbekämpfer zurückgreifen. Man darf die Tiere aber auch selber bekämpfen, denn die Bekämpfung gehört zum Infektionsschutz in Deutschland. Die Bekämpfung muss aber sicher sein.

Mäuse und Ratten können in jedes Haus, jeden Keller oder Schuppen eindringen. Deshalb sollte man Vorsorge treffen, damit die Tiere gar nicht erst herein kommen können oder angelockt werden, betont Doktor Erik Schmolz, zuständig für die Wirksamkeitsprüfung von Schädlingsbekämpfungsmitteln beim Umweltbundesamt.

"Man kann Fenster zum Beispiel so gestalten, dass sie dicht sind, auch Kellereingänge vielleicht mit Stahltüren sichern. Des Weiteren ist es immer problematisch, wenn man Lebensmittel aufbewahrt im Keller. Das lockt auf jeden Fall Nagetiere an", sagt Schmolz.

Erst einmal Fallen ausprobieren

Findet man Spuren, wie Ratten- oder Mäusekot oder sind Kabel angenagt, dann empfiehlt Erik Schmolz zunächst Fallen. In den Baumärkten gibt es Schlagfallen, die die Tiere sofort töten.

"Man sollte sie so aufstellen, dass nicht Katzen, Hunde oder Kinder verletzt werden können. Man sollte die Tiere nicht mit bloßen Händen anfassen. Man sollte sich Handschuhe anziehen, sie in eine Plastiktüte tun, zuknoten, und im normalen Hausmüll entsorgen."

Erst wenn das alles vergeblich war, sollte man drüber nachdenken, Mittel einzusetzen, die für die Tiere giftig sind. Bei diesen Giften muss man darauf achten, dass sie für die Anwendung im privaten Bereich zugelassen sind.

"Für den Verbraucher gibt es Sorten Arten von Giften, die zugelassen sind. Einmal sind das Blut-Gerinnungshemmer, die die Blutgerinnung verhindern und die Ratte oder Maus dann innerlich verblutet. Die zweite Variante an Gift ist ein Narkotikum, das gegen Mäuse wirkt: Die Maus schläft ein und erfriert dann, wenn sie narkotisiert ist."

Wenn man ein Mittel anwendet, dann - so Erik Schmolz - ist oberstes Gebot:

"Dass man es sicher ausbringt, das heißt, dass Hunde, Katzen, aber auch Vögel nicht an das Gift kommen. Natürlich auch Kinder. Es muss kindersicher ausgebracht werden."

Gelbes Hinweisschild aufstellen

Deshalb darf man die giftigen Köder nicht einfach in der Nähe von Ratten- und Mäuselöchern verstreuen. Auf den Verpackungen ist genau angegeben, wie sie verwendet werden müssen: In Köderstationen aus Metall, Holz oder Plastik.

"Das sind also stabile Kästen, die nicht so einfach von außen zu öffnen sind. Es gibt die kleineren mit den kleineren Öffnungen für Mäuse und die mit den etwas größeren für Ratten."

Bei dieser Anwendung kann Doktor Carola Seidel, Stellvertretende Leiterin der Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn für die vor allem für Ratten geeigneten Gerinnungshemmer bestätigen.

"Wenn sie ordnungsgemäß verwendet werden, also so wie der Hersteller das vorstellt, stellen sie überhaupt keine Gefahr für den Menschen dar, also man kann sie getrost anfassen und auch das Einatmen stellt keine besondere Gefahr dar."

Wer Ratten- oder Mäusegift verwendet, muss darauf hinweisen. Am besten auf einem gelben Hinweisschild. Darauf muss stehen, welches Mittel verwendet wurde und wie man eine Giftnotrufzentrale erreichen kann. Denn im Ernstfall kann geholfen werden, sollten Kinder doch einmal etwas von dem Blutgerinnungsmittel aufgenommen haben. Carola Seidel kann beruhigen.

Es dauert einige Tage bis zum Tod

"Das ist aber unserer Beratungserfahrung nach die absolute Ausnahme: Meistens reicht die Menge, die die Kinder probieren, überhaupt nicht dafür aus, eine Blutgerinnungsstörung entstehen zu lassen. Und zudem werden die Kinder gleich mit einem Gegenmittel behandelt, so dass gar nichts passieren kann."

Bei der Bekämpfung von Ratten und Mäusen mit Gift dauert es allerdings einige Tage, bis die Tiere daran sterben. Schafft man es aber trotzdem nicht, die Schädlinge fernzuhalten oder zu töten, dann rät Erik Schmolz vom Umweltbundesamt unbedingt:

"Gerade wenn man Ratten hat - die sind nicht einfach zu bekämpfen - sollte man sich möglichst rechtzeitig einen Schädlingsbekämpfer rufen, der das dann professionell angehen kann."

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